ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:20 Uhr

Fußball
Kann sich Energie mit Rangelov einigen?

Dimitar Rangelov trägt schon wieder das Energie-Wappen – vorerst aber nur im Probetraining.
Dimitar Rangelov trägt schon wieder das Energie-Wappen – vorerst aber nur im Probetraining. FOTO: Torsten Schneider
Cottbus. Der ehemalige Energie-Stürmer spricht über seine Sehnsucht nach dem Stadion der Freundschaft – und die finanzielle Frage vor einer möglichen Rückkehr zum FCE. Von Jan Lehmann

Er scherzt, er lächelt, er quält sich: Dimitar Rangelov ist weiter bei Energie Cottbus im Probetraining. Am Dienstag gab der ehemalige Cottbuser Torjäger der RUNDSCHAU einen Einblick in sein Seelenleben. Er gibt er offen zu: „Ja, es ist ein Traum, noch einmal im Stadion der Freundschaft  zu spielen.“ (Hier geht es zum Video-Interview mit Dimitar Rangelov)

Von 2007 bis 2009 und von 2011 bis 2012 hatte er bereits das Energie-Trikot getragen und dabei 49 Erstliga- (15 Tore) und 30 Zweitliga-Spiele (12) bestritten. Nun trägt Rangelov zumindest wieder die rote Trainingskleidung mit dem Energie-Wappen. Er sagt: „Es ist ein richtig schönes Gefühl, wieder hier zu sein und mit der supertollen Truppe trainieren zu dürfen.“

Noch ist die Anwesenheit des Bulgaren nur ein Deal zwischen ihm und Trainer Claus-Dieter Wollitz, der Rangelov bereits 2011 verpflichtet hatte. Wird mehr daraus? Der Cheftrainer will abwarten, nach der Operation des am Sprunggelenk verletzten Angreifers Kevin Scheidhauer könnte er aber Handlungsbedarf haben. Wollitz muss allerdings nicht nur beurteilen, ob Rangelov sportlich weiterhilft – sondern auch abwägen, ob der Routinier das sehr behutsam aufgebaute Mannschaftsgefüge belasten könnte.

Rangelov, der als heißblütiger Spieler in Cottbus bekannt war, wirkt entspannt. Sein Credo: Wenn es mit Energie klappen sollte, wäre das „natürlich wunderschön“. Und wenn nicht? „Dann ist das auch kein Problem“, so Rangelov, der betont: „Ich will erstmal topfit werden.“ Dennoch ist klar: Rangelov hängt sich rein – um nochmal für den FCE stürmen zu dürfen. Beim Krafttraining am Dienstag läuft der Schweiß, der 35-Jährige wirkt gut in Form.

Für ihn wäre sein drittes Engagement beim FCE eine Art Heimkehr. Mit seiner Frau Claudia, die aus der Lausitz stammt, wohnt er in einem Vorort von Cottbus – seine sechsjährige Tochter wurde gerade eingeschult, der dreijährige Sohn geht in den Kindergarten. Rangelov, der zuletzt vier Jahre in der Türkei gespielt hat, strahlt: „Ich fühle mich richtig gut, wieder zu Hause zu sein.“

Zu Hause – damit meint er auch den FCE, den er als „besonderen Verein“ bezeichnet. „Ich hatte hier gute Zeiten, und ich denke auch, dass die Leute sich daran erinnern“, so der Bulgare. Gewiss ist er im Gedächtnis der Energie-Fans geblieben, beispielsweise mit dem Tor im April 2008 im Erstliga-Abstiegskrimi gegen Hansa Rostock: Nach einer schweren Rückenverletzung und drei Monaten Pause wurde er in der 70. Minute eingewechselt und erzielte in der Nachspielzeit mit einem Kopfball das überlebenswichtige 2:1 für Energie. Dieses Tor hat einen Platz in der Vereinshistorie.

Daran haben gewiss auch jene Fans gedacht, die Rangelov am Samstag beim Drittliga-Heimspiel gegen den SV Meppen auf der Zuschauertribüne im Stadion der Freundschaft entdeckt und herzlich begrüßt hatten. „Das war wirklich schön“, berichtet der 35-Jährige. Er beschreibt, wie sehr er sich nach einer Rückkehr auf den Cottbuser Rasen sehnt: „Die letzten Spiele von Energie habe ich von draußen beobachtet – und es war ein super Gefühl. Aber das ist nicht damit vergleichbar, was man drinnen auf dem Platz fühlen kann.“

In der 1. Bundesliga erzielte Rangelov für Energie in 49 Spielen 15 Tore und empfahl sich so für einen Wechsel zu Borussia Dortmund.
In der 1. Bundesliga erzielte Rangelov für Energie in 49 Spielen 15 Tore und empfahl sich so für einen Wechsel zu Borussia Dortmund. FOTO: Michael Helbig

Was also, wenn er tatsächlich richtig fit wird? Kann sich der FC Energie mit seinen beschränkten finanziellen Möglichkeiten den ehemaligen Nationalspieler überhaupt leisten? Rangelov winkt ab: „Wenn es tatsächlich zu einem Gespräch mit Energie kommt, dann werden wir schon eine Lösung finden.“

2011 holte Trainer Wollitz den Bulgaren zurück zum FCE.
2011 holte Trainer Wollitz den Bulgaren zurück zum FCE. FOTO: Peter Aswendt