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Kampfansage und vergebene Chancen

Streli Mamba (r.) erzielte gegen Nordhausen sein siebtes Saisontor. Den ersten Treffer durch Benjamin Förster bereitete der Stürmer vor.
Streli Mamba (r.) erzielte gegen Nordhausen sein siebtes Saisontor. Den ersten Treffer durch Benjamin Förster bereitete der Stürmer vor. FOTO: Steffen Beyer/sby9
Cottbus. Am Ende war es ein Spiel zum Haare raufen – aus Sicht von Energie Cottbus aber glücklicherweise eben nur am Ende. Denn als in den letzten Minuten die Bälle reihenweise am Tor von Wacker Nordhausen vorbeiflogen, hatte die letzte Heimpartie in dieser Saison der Fußball-Regionalliga ihre spannende Phase schon längst hinter sich. Frank Noack

2:0 (2:0) setzten sich die Gastgeber am Sonntag vor 4267 Zuschauern im Stadion der Freundschaft verdient durch. Benjamin Förster in der 2. Minute und Streli Mamba (28.) stellten bereits in der ersten Halbzeit die Weichen auf Heimsieg. "Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Wir spielen zwar sehr oft dominant, haben aber auch zu viele Chancen liegen gelassen", bilanziert Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Diese 90 Minuten zeigten noch einmal, dass für Energie mehr möglich gewesen wäre als Platz zwei hinter dem FC Carl Zeiss Jena. Denn im Duell zweier Teams, die im vergangenen Sommer als Mitfavoriten auf den Staffelsieg gestartet waren, wurden die Gäste in den ersten Minuten förmlich überrannt. "Es war ein verdienter Heimsieg. Energie hat gerade in der Anfangsphase seine Geschwindigkeit genutzt", räumt Wacker-Trainer Volkan Uluc ein. Zwar hatte Nordhausen Pech, als kurz vor der Pause der Schuss von Daniel Hägler gegen die Latte klatschte. Aber einigermaßen auf Augenhöhe waren die Gäste erst, als die Partie entschieden war.

Klar: Die ganz große Spannung war ohnehin nicht mehr drin. Erstens, weil sich weder Energie noch Wacker in der Tabelle entscheidend verbessern können. Und zweitens, weil für beide Teams demnächst das wichtige Finale im jeweiligen Landespokalwettbewerb ansteht. Cottbus trifft am 25. Mai auf den FSV Luckenwalde. Nordhausen spielt gegen Rot-Weiß Erfurt. Und dennoch haben diese 90 Minuten auch gezeigt, was für Energie in der kommenden Saison möglich ist. Denn nicht nur wegen der Tore blühen Benjamin Förster und Streli Mamba als Zwei-Mann-Sturm förmlich auf. Tor Nummer eins legte Mamba für Förster auf. Beim zweiten Treffer lief Mamba wieder einmal allen davon. "Wir haben jetzt vorn gleich zwei Anspielstationen. ,Benni' ist quasi die Prellwand, Streli kann man in die Tiefe schicken", meint Mittelfeldlenker Fabio Viteritti. Dahinter sorgen Joshua Putze, Marcelo de Freitas Costa sowie Viteritti für zusätzliche Offensivkraft.

Und drei weitere Spieler für die Offensive sollen noch verpflichtet werden. Deshalb wollte Präsident Michael Wahlich diesen 2:0-Sieg auch als Kampfansage verstanden wissen. "Die Mannschaft steht. Man kann sich vorstellen, was das in der nächsten Saison hier gibt. Das war heute ein erstes Zeichen", betont er und kündigt an: "Wir werden noch Verstärkungen besorgen, die zu uns passen. Dann werden wir mal schauen, wo wir im nächsten Jahr um diese Zeit stehen." Statt die Haare zu raufen, soll dann gejubelt werden.

Zum Thema:
Für Youngster Malte Karbstein endete die Partie gegen Wacker Nordhausen im Krankenhaus. Der 19-Jährige bekam in der Innenverteidigung diesmal den Vorzug vor José-Junior Matuwila. Nach einem Zusammenprall musste Karbstein allerdings vorzeitig vom Rasen. Nach dem Schlusspfiff wurde er dann ins Krankenhaus gebracht. "Er hatte starke Kopfschmerzen und Schwindelgefühle", berichtet Trainer Claus-Dieter Wollitz.Bis zu seiner Auswechslung hatte Karbstein eine starke Partie abgeliefert.