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Jetzt schon Jena gratulieren?

Dass der neue Torhüter Alexander Meyer (2.v.l.) die Champions League gewonnen hat, ist natürlich ein Scherz von Trainer Wollitz.
Dass der neue Torhüter Alexander Meyer (2.v.l.) die Champions League gewonnen hat, ist natürlich ein Scherz von Trainer Wollitz. FOTO: Beyer
Energie Cottbus liegt nach dem 12. Spieltag zehn Punkte hinter Tabellenführer Carl Zeiss Jena. Muss man Jena also schon jetzt zum Meistertitel gratulieren?

Energie-Torhüter Alexander Meyer hat seinen Mitspielern nach der 1:2-Niederlage gegen den Berliner AK den Rat gegeben, jetzt erst einmal nicht auf die Tabelle zu schauen. Um sich nicht noch weiter runterziehen zu lassen. Die Fans dürfen trotzdem gucken und rechnen - wenn sie Schmerzen aushalten können. Und wir Journalisten müssen uns schon von Berufs wegen damit befassen.

Ja, der Blick auf die Tabelle tut weh! Die Lage des FCE hat sich nach der ersten Heimniederlage der Saison und dem 1:0-Sieg von Tabellenführer Jena in Neugersdorf verschlechtert. Der Rückstand ist auf satte zehn Punkte angewachsen. Ist dieser Rückstand überhaupt noch aufzuholen? Schauen wir mal ins halbvolle Glas. Zehn Punkte sind zwar viel, aber noch nicht das Ende aller Titelträume. Nordhausen ging in der vergangenen Saison als Tabellenführer in die Winterpause und hatte am Ende dann 16 Punkte Rückstand auf Platz 1.

Der Blick in das halb leere Glas und ein Rechenbeispiel machen allerdings deutlich, wie schwer diese Aufholjagd wird. 77 Punkte waren in der vergangenen Saison für Platz 1 nötig. Nimmt man den Schnitt der zurückliegenden vier Jahre, dann sind es zwar "nur" 70 Punkte. Aber Energie hat derzeit eben erst 22 Punkte auf dem Konto, müsste also noch 48 Punkte holen. Das sind 16 Siege aus den verbleibenden 22 Spielen.

Und trotzdem: Nach gut einem Drittel der Saison ist es meiner Meinung nach zu früh, Jena schon zum Meistertitel zu gratulieren! Mal abgesehen davon, dass sie beim FC Carl Zeiss diese Glückwünsche auch gar nicht annehmen würden.