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| 19:22 Uhr

Tabellenplatz 18 und nur noch drei Spiele
Ist Energie zu naiv für den Klassenerhalt?

 Die Verunsicherung bei den Spielern (hier Lasse Schlüter/M.) wächst.
Die Verunsicherung bei den Spielern (hier Lasse Schlüter/M.) wächst. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus rutscht durch die Niederlage gegen Osnabrück in der Tabelle weiter ab. Die Abstiegsgefahr wird immer größer und die Verunsicherung wächst. Das Gesetz der Serie lässt allerdings Hoffnung zu. Von Frank Noack und Steven Wiesner

Einen Tag nach der schmerzhaften 1:2 (0:0)-Heim­niederlage gegen den VfL Osnabrück gab es bereits die nächsten Rückschläge für Energie Cottbus. Mit Carl Zeiss Jena kam am Sonntag ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt in der 3. Liga zum wichtigen Auswärtssieg. Die Thüringer holten beim 1:0 in Unterhaching nicht nur den vierten Dreier in ­Folge, sondern ließen den FCE in der Tabelle auf Rang 18 abrutschen. Und Eintracht Braunschweig kam gegen Preußen Münster in der Nachspielzeit zum 3:3-Ausgleichstreffer.

Drei Spieltage vor dem Saisonende ist der Rückstand von Energie Cottbus auf das rettende Ufer auf zwei Punkte angewachsen – die Abstiegsgefahr ist also riesengroß. „Uns ­helfen in Uerdingen nur drei Punkte. Wir stehen unter Zugzwang“, hatte Mittelfeldspieler Daniel Bohl bereits unmittelbar nach dem Spiel gegen Osnabrück angekündigt.

Der FCE gastiert am kommenden Sonntag beim KFC Uerdingen (in Duisburg, 13 Uhr). Außerdem geht es noch gegen den VfR Aalen, der seit Samstag als erster Absteiger feststeht. Am letzten Spieltag treten die Lausitzer auswärts in Braunschweig an.

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Die Optimisten werden angesichts dieser Konstellation sagen: Rechnerisch ist noch alles möglich. Stimmt! Die Pessimisten hingegen haben durch die bereits neunte Heimniederlage neue Nahrung bekommen. Denn die Gastgeber offenbarten einmal mehr altbekannte Schwächen. Spielerisch waren sie phasenweise mit dem als Aufsteiger und inzwischen auch als Meister feststehenden VfL auf Augenhöhe. Aber der FCE leistete sich zu viele Fehler in der Defensive. „Wie wir die Tore ­kassieren – das ist naives taktisches Ver­halten“, ­kritisiert Trainer Claus-Dieter ­Wollitz. „Wir werden zu einfach ausgespielt. Wir verlieren zu einfach die wichtigen Zweikämpfe. Wir stehen da unten, weil wir uns selbst um den Lohn bringen.“

Dabei wäre vor 8034 Zuschauern ein Remis gegen die alles andere als feier­müden Osnabrücker wohl das höchste der Gefühle ge­wesen. Als Marc Heider in der 52. Minute die VfL-Führung erzielte und ­Streli Mamba kurz danach ausglich (1:1/54.) war das Unentschieden in Reichweite. In der 75. Minute ließ sich der FCE dann aber auf der linken Abwehrseite in der Tat naiv ausspielen und kassierte das 1:2 durch Benjamin Girth. „Wir kriegen zu einfache Gegentore. Das darf uns in dieser Saisonphase nicht passieren. Denn die Spiele werden ja nicht mehr, sondern weniger“, ­erklärt ­Kapitän Kevin Weidlich.

Hinten zu naiv und vorn nicht zielstrebig genug – es wird eng im Kampf um den Klassenerhalt. Und auch die Verunsicherung innerhalb des Teams wächst spürbar. Nur eine Woche nach dem 3:0-Sieg  in Lotte war bis auf Torhüter Avdo Spahic kaum ein Spieler in Topform.

Dem Gesetz der Serie nach ist jetzt also am Sonntag in Uerdingen ­wieder eine starke Leistung dran. Sie wird auch nötig sein, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren.