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| 18:23 Uhr

Tabellenspitze für FCE wieder in Sichtweite (Mit VIDEO)
Ist Energie Cottbus bereit für die Aufholjagd?

 Energie Cottbus entfesselt: Jan Koch (l.) erzielte gegen Meuselwitz in der Nachspielzeit das Siegtor.
Energie Cottbus entfesselt: Jan Koch (l.) erzielte gegen Meuselwitz in der Nachspielzeit das Siegtor. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der Last-Minute-Sieg gegen Meuselwitz bringt nicht nur drei Punkte für Energie Cottbus, sondern jede Menge Moral. Die Tabellenspitze ist nun wieder in Sichtweite. Die RUNDSCHAU analysiert die aktuelle Lage des FCE. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Vom Keller ab in Richtung Obergeschoss: Einen derart spektakulären Sprung in der Tabelle hat Energie Cottbus schon lange nicht mehr hingelegt – und das alles innerhalb von wenigen Minuten. Durch den in der Nachspielzeit erkämpften 3:2-Sieg gegen den ZFC Meuselwitz kletterte der FCE in der Tabelle der Fußball-Regional­liga Nordost von Rang zwölf auf fünf nach oben. Statt sich der bedrohlichen Nähe von Kellerkindern wie Chemie Leipzig und VfB Auerbach erwehren zu müssen, ist nun plötzlich die Ta­bellenspitze mit Hertha BSC II nur noch fünf Punkte entfernt.

„Neben den drei Punkten war das auf jeden Fall ein Sieg für die Moral. Die Moral ist bei jedem Spieler um 100 Prozent gestiegen. Wir haben gesehen, dass im Fußball so viel möglich ist, wenn man an sich glaubt“, betont Felix Brügmann. Der Stürmer hatte am Sonntagnachmittag im Stadion der Freundschaft in der 81. Minute mit dem 1:2-Anschlusstreffer die irre Schlussphase des FCE eingeleitet. In der Nachspielzeit schossen dann Kapitän Dimitar Rangelov (90.+2) und Jan Koch (90.+4) die Gastgeber doch noch zum nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg.

„Dann war Freude pur im ganzen Stadion“, beschreibt Siegtorschütze Koch die entfesselte Stimmung und ergänzt: „Ich denke, wir haben es einfach mal gebraucht, dass ein Spiel auf unsere Seite kippt.“

Startet nun die große Aufholjagd des FC Energie? Die RUNDSCHAU beleuchtet die aktuelle Situation nach dem 8. Spieltag in der Regionalliga Nordost.

Die Tabelle: Gut für den FCE – an der Tabellenspitze  geht es diesmal ausgeglichener zu als in den vergangenen Jahren. Ein Topfavorit ist nicht in Sicht. In der zurückliegenden Spielzeit beendete der Chemnitzer FC die Saison mit sieben Punkten Vorsprung. 2017/18 hatte Energie sogar 31 Punkte Vorsprung auf Nord­hausen. Ein Jahr vorher dominierte Carl Zeiss Jena die Liga dank eines starken Saisonstarts.

Diesmal liegen zwischen Spitzenreiter Hertha BSC II und dem BFC Dynamo als Tabellen-10. nur sieben Punkte. Die Hertha-Reserve verlor am Freitag ihr Heimspiel gegen Wacker Nordhausen mit 0:2. Zudem läuft bei den Hauptstädtern sportlich derzeit vieles schief. In der Bundesliga liegt Hertha BSC auf dem letzten Platz.

Das Team: Nachdem Energie am ­Saisonanfang nicht mal den 18er-Kader voll bekam, ist der Konkurrenzkampf nun größer geworden. Abwehrchef Robert Müller feierte gegen Meuselwitz sein Comeback nach langer Verletzungspause. Neuzugang ­Niclas Erlbeck ist eine wichtige Verstärkung für das Mittelfeld geworden. Stürmer Felix Brügmann ist mit sechs Treffern der drittbeste Torschütze der Liga.

Die Form: Das neu formierte Team ringt weiter um Konstanz. Gegen Meuselwitz tat sich Energie 80 Minuten lang schwer, weil das Spiel zu statisch war. Trainer Claus-­Dieter Wollitz wünscht sich mehr Tempo und Explosivität von seiner Mannschaft, um die meistens sehr defensiv ­stehenden Gegner müde zu spielen.  Er fordert: „Viele Spieler des Gegners haben sehr oft Krämpfe. Wir müssen noch intensiver in unserer Spielweise werden, um den ­Gegner zu Fehlern zu zwingen.“

Das Fazit: Fünf Punkte bis zur Tabellenspitze – das ist machbar. Aber Energie Cottbus muss jetzt unbedingt nachlegen. An diesem Freitag spielt der FCE beim Berliner AK. „Es sind zwar immer noch fünf Punkte Rückstand. Aber wir sind da und wollen auf jeden Fall mehr“, kündigt Torjäger Felix Brügmann an.

Hiobsbotschaft: Defensivspieler Paul Gehrmann hat sich am ­Montag im ­Training den Knöchel gebrochen und fällt etwa sechs Monate aus.

 Sänger Alexander Knappe bedankt sich bei den Fans von Energie Cottbus: 40 000 Euro zugunsten des FCE sind beim auch von der RUNDSCHAU unterstützten „Liebe kennt keine Liga“-Open Air im Spreeauenpark zusammen­gekommen. „Überragend“, findet Energie-Fan Knappe.
Sänger Alexander Knappe bedankt sich bei den Fans von Energie Cottbus: 40 000 Euro zugunsten des FCE sind beim auch von der RUNDSCHAU unterstützten „Liebe kennt keine Liga“-Open Air im Spreeauenpark zusammen­gekommen. „Überragend“, findet Energie-Fan Knappe. FOTO: Frank Hammerschmidt