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| 08:20 Uhr

Fußball
Im Vollsprint raus aus der Leidenszeit

Trotz der langwierigen Verletzung wurde der Vertrag von Mittelfeldflitzer Felix Geisler (r.) kürzlich bis 2019 verlängert.
Trotz der langwierigen Verletzung wurde der Vertrag von Mittelfeldflitzer Felix Geisler (r.) kürzlich bis 2019 verlängert. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie-Profi Felix Geisler feierte gegen den BAK sein Comeback. Er saß zwar nur auf der Bank – aber es ist ein Anfang.

Von Frank Noack

Er kam, saß und strahlte: Obwohl Felix Geisler beim 2:1-Sieg von Energie Cottbus gegen den Berliner AK nicht zum Einsatz kam, stiefelte der Mittelfeldspieler mit ­einem breiten Grinsen aus dem Stadion. Nach einer langen Verletzungspause voller Zweifel ob der zunächst ungewissen Diagnose hatte Geisler am Sonntagnachmittag erstmals wieder auf der Ersatzbank gesessen. Der 20-Jährige hatte also gleich doppelten Grund für sein Strahlen: erstens das persön­liche Comeback und zweitens das Comeback des Teams nach dem 0:1-Rückstand.

„Es war einfach schön, nach so langer Zeit zumindest wieder auf der Bank zu sitzen. Und es war natürlich ein super Erlebnis, wie die Mannschaft in diesem Spiel zurückgekommen ist. Das spricht für unsere Stärke – im Spiel und auch im Training“, erklärt Geisler und ergänzt: „Das freut mich für die Mannschaft und auch den gesamten Verein. Ich hoffe, dass wir unsere Serie fort­führen können.“

Die großen Ziele sind natürlich die Meisterschaft in der Fußball-­Regionalliga Nordost und dann die beiden Spiele um den Aufstieg in die 3. Liga. Bis dahin will auch Felix Geisler wieder fit sein. Also, richtig fit. Denn der nur 1,68 Meter große Mittelfeldflitzer macht keinen Hehl daraus, dass er noch einen langen Weg zurück zu alter Leistungsstärke vor sich hat. „Es war schon eine lange Leidenszeit. Aber jetzt bin ich wieder so weit, dass man mich auf die Bank setzen und auch mal bringen kann. Derzeit arbeite ich hart daran, dass es irgendwann zu mehr reicht. Ich kämpfe mich heran, um dann auch wieder wirklich topfit zu sein.“

Die Leidenszeit war eine Zeit voller Zweifel und Ungewissheit. Im September wachte Geisler plötzlich morgens mit großen Schmerzen in den Fußgelenken auf. Zu diesem Zeitpunkt war er quasi der erste Einwechsler in der Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz. Stets nach etwa einer Stunde kam Geisler rein und brachte damals viel frischen Wind. Nach dem glücklosen Gastspiel beim FSV Zwickau wollte der Vetschauer wieder richtig durchstarten. Stattdessen ging er plötzlich an Krücken.

Woher die Schmerzen kamen, war zunächst unklar. „Besser wäre es natürlich gewesen, wenn man gewusst hätte, woran es liegt und wie lange es dauert. Die Ungewissheit hat die Sache erschwert“, blickt Geisler zurück. Die Ärzte  diagnostizierten dann eine sogenannte reaktive Arthritis. Eine rheumatische Erkrankung, bei der die Gelenke anschwellen. Hervorgerufen wird sie durch eine Infektion. Statt zurück blickt Geisler jetzt lieber nach vorn. Sein Ziel: im Vollsprint zurück zu ­alter Leistungsstärke. Energie plant jedenfalls fest mit Felix Geisler – und zwar über die Aufstiegsspiele im Mai hinaus. Kürzlich wurde der Vertrag des Offensivallrounders bis  2019 verlängert. Der Kontrakt gilt für die 3. Liga als auch die Regionalliga. Im Aufstiegsfall verlängert er sich automatisch bis 2020. Geisler erklärt: „Ich bin Energie sehr dankbar dafür, dass man mir hier weiterhin die Chance gibt, Fußball zu spielen.“