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| 02:52 Uhr

"Ich muss jetzt endlich raus aus der vierten Liga"

Daniel Frahn ist jetzt Kapitän bei RB Leipzig. Foto: Imago/img1
Daniel Frahn ist jetzt Kapitän bei RB Leipzig. Foto: Imago/img1 FOTO: Imago/img1
Er ist mit 22 Treffern der Torjäger der Regionalliga Nord, wurde von Coach Peter Pacult zum Kapitän von RB Leipzig gemacht – und er hat Cottbuser Wurzeln. Rasenball-Mittelstürmer Daniel Frahn (24) spricht im RUNDSCHAU-Interview über seine fünf Jahre bei Energie (2001 bis 2006), seinen kuriosen Weggang, das tobende Meisterrennen und drei fest eingeplante Punkte im Sonntag-Heimspiel (13.30 Uhr, Red-Bull-Arena Leipzig) gegen die Cottbuser U 23-Elf. gsf1 Mit Daniel Frahn sprach Guido Schäfer

Laut Wikipedia haben Sie in Ihrer Jugend auch für den Kultclub FSV Glückauf Brieske-Senftenberg gekickt. Wie hat es Sie als gebürtigen Potsdamer dahin verschlagen?
Frage ich mich auch gerade. Was bei Wikipedia steht, ist Schwachsinn, ich kenne den Verein überhaupt nicht. In der Jugend war ich bei Turbine Potsdam und Energie Cottbus. Man darf nicht alles glauben, was im Internet steht.

Sie galten in Cottbus als junger Mann mit großer Zukunft, haben unter Petrik Sander 2005 als A-Jugendlicher Zweitligaluft schnuppern dürfen. Ihr Abschied 2006 kam für Außenstehende überraschend. Wollte man Sie bei Energie nicht mehr?
Den Eindruck hatte ich damals jedenfalls. Nach dem letzten Training der Saison 2005/2006 habe ich Herrn Sander die Hand gegeben und mich verabschiedet. Sander fragte mich, was das soll, wir würden uns doch zu Saisonbeginn wieder sehen. Ich habe ihn dann aufgeklärt, dass mein Vertrag ausgelaufen ist. Sander wusste das nicht und sagte, ich soll sofort hoch zum Manager gehen und verlängern.

Sie gehorchten nicht.Nein, ich sagte: Tut mir leid, Trainer, ich musste mich anderweitig orientieren. Die hatten schlicht vergessen, dass mein Vertrag ausgelaufen ist. Das ist doch keine Basis für eine Zusammenarbeit, oder?
Als ich wochenlang nichts von Energie gehört hatte, habe ich bei Hertha unterschrieben.

Cottbus pendelte seither zwischen der ersten und zweiten Liga, Sie sind zwar sehr erfolgreich, aber bis heute nur viertklassig. Haben Sie damals einen Fehler gemacht?
Hinterher ist man immer schlauer. Und wer weiß, ob ich bei Energie Einsatzzeiten bekommen hätte. Aber Sie haben schon recht: Ich muss jetzt endlich raus aus der vierten Liga. Mit RB Leipzig, versteht sich.

Am Sonntag kommt die U23 von Cottbus nach Leipzig. In Cottbus hat RB gegen seltsam in sich gekehrte Jungprofis 1:0 gewonnen, hätte auch ohne Torwart kein Gegentor kassiert . . .

Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Wir hätten in der Halbzeit in der Kabine bleiben können, und die Cottbuser wären wohl trotzdem nicht über die Mittellinie gegangen. Die werden bei uns ganz sicher Gas geben, mit einem anderen Geist und Willen spielen. Cottbus hat in Hamburg und in Plauen 2:1 gewonnen. Das ist keine Blindentruppe, wir sind gewarnt.

Sie profitierten zuletzt von unerwarteten Niederlagen der Aufstiegskonkurrenz aus Kiel und Halle. Könnte es sein, dass RB besser mit Druck umgehen kann als andere?
Könnte sein, ja. Wir haben vom ersten Spiel an riesigen Druck, müssen immer große Widerstände brechen. Wir kennen Druck.

Druck herrscht auch im erlesenen Bullen-Kader. Ist das leistungsfördernd oder zuweilen auch hemmend?
Konkurrenzkampf ist immer gut, bei uns darf man sich in keinem Training hängen lassen. Den momentanen Stammspielern sitzen Jungs im Nacken, die bei jeder anderen Regionalliga-Mannschaft gesetzt wären. Wenn wir auswechseln, kommt ein richtig Guter rein - auch das macht die Qualität des Kaders aus.

Glauben Sie, dass sich der Aufstieg in den Duellen RB in Kiel und RB in Halle entscheidet?
Unser Ziel muss es ein, dass die Sache schon vorm Halle-Spiel klar ist. Wir sind aber auch selbstbewusst genug zu sagen: Wenn wir in Halle noch Punkte brauchen, holen wir die da.

Guido Schäfer ist Redakteur der Leipziger Volkszeitung und begleitet RB Leipzig als Berichterstatter durch die Regionalliga

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