ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

"Ich bin kein Hütchen-Aufsteller"

Frank Eulberg (l.) kommt mit viel Erfahrung nach Cottbus. Sebastian Abt hat bisher die U19 des FC Energie trainiert.
Frank Eulberg (l.) kommt mit viel Erfahrung nach Cottbus. Sebastian Abt hat bisher die U19 des FC Energie trainiert. FOTO: Koch
Cottbus. Neben dem Chefcoach Claus-Dieter Wollitz hat Energie Cottbus mit Frank Eulberg und Sebastian Abt auch zwei neue Co-Trainer installiert. Beide haben ganz unterschiedliche Aufgaben bei der Mission Klassenerhalt. Frank Noack und Steven Wiesner

Die "letzte Patrone", wie Präsident Wolfgang Neubert die Verpflichtung des neuen Chefcoaches Claus-Dieter Wollitz bezeichnet hat, ist genau genommen ein Magazin mit drei ganz unterschiedlichen Trainern beim abstiegsbedrohten FC Energie Cottbus. Denn neben dem 50-jährigen Wollitz hat der Club mit Frank Eulberg und Sebastian Abt auch noch zwei Assistenztrainer mit der Rettungsmission beauftragt. Eulberg ist mit 53 Jahren der Älteste und Erfahrenste in diesem Trainer-Trio, Abt dagegen eine interne Lösung. Der 34-Jährige war bisher für die U19 zuständig und steigt jetzt in den Profibereich auf.

Wollitz hat mit Eulberg bis Dezember 2014 bei Viktoria Köln in der Regionalliga zusammen gearbeitet. Und auch Abt war sein ausdrücklicher Wunsch bei der Zusammenstellung des neuen Trainerteams. "Ich bin sehr froh, dass ich diese beiden Fachleute an meiner Seite habe. Frank Eulberg besitzt sehr viel Erfahrung und hat zudem in dieser Saison viele Spiele in der 3. Liga gesehen. Auch den Weg von Sebastian Abt habe ich seit meiner ersten Tätigkeit hier in Cottbus immer weiter verfolgt. Er hat ein sehr gutes Gefühl für die jungen Spieler und wird uns mit seinem Fachwissen in diesem Bereich weiterhelfen", sagt Wollitz über seine beiden Co-Trainer. Er ergänzt mit Blick auf die zwei Punkte Rückstand des Tabellen-18: "Sechs Augen sehen mehr als zwei oder vier. Am Ende kann jedes noch so kleine Detail für den Klassenerhalt entscheidend sein."

Vor allem Frank Eulberg hat in dieser Saison schon viele Details in der 3. Liga gesehen. Denn er war als Scout für Holstein Kiel in zahlreichen Stadien unterwegs. Kurioserweise hat er dabei besonders viele Energie-Spiele gesehen, weil es die Ansetzungen so wollen, dass Kiel immer eine Woche nach Cottbus auf den selben Gegner trifft. Am Samstag spielen die "Störche" beispielsweise gegen Preußen Münster, wo der FCE am vergangenen Wochenende zu Gast war und eine 0:3-Niederlage kassiert hat.

Frank Eulberg ist selbst Fußballlehrer, besitzt also die höchste Trainer-Lizenz, die man in Deutschland erwerben kann. Der gebürtige Wiesbadener hat außerdem schon in der Bundes liga als Assistent gearbeitet. Daraus leitet sich auch sein Anspruch an die eigene Arbeit ab. "Als Co-Trainer nur der Hütchen-Aufsteller zu sein - das reicht ja heutzutage längst nicht mehr aus. Außerdem bin ich dafür schon zu lange im Geschäft", betont Eulberg.

Gemeinsam mit Ernst Middendorp hat er Erstligisten im Iran und in Südafrika trainiert. 2007 bis 2010 war Eulberg dann bei Arminia Bielefeld. Unter anderem an der Seite von Middendorp und Michael Frontzeck. "Es sind zwei ganz unterschiedliche Trainertypen. Middendorp war der ‚Power-Ernst‘. Die Stärken von Michael Frontzeck liegen dagegen eher in seiner Ruhe und Souveränität", beschreibt Eulberg seine damaligen Chefs.

Und nun also gemeinsam mit "Power-Pele" bei Energie Cottbus? "Ganz klar: Er ist der Chef. Aber ich bringe mich natürlich auch mit ein, indem ich im Training bestimmte Dinge anspreche oder Übungsformen plane. Das ist eine enge Teamarbeit", beschreibt er das tägliche Mit einander mit Wollitz.

Während Eulberg das erste Mal als Trainer in der Lausitz arbeitet, kennt Sebastian Abt Cottbus wie seine Westentasche. Er hat die Lausitzer Sportschule selbst als Schüler durchlaufen und arbeitet seit nunmehr 15 Jahren als Trainer im Verein. Er sammelte als Co-Trainer unter Vasile Miriuta und Vragel da Silva Erfahrungen bei der U23 des FC Energie, ehe ihm 2014 die U19 anvertraut wurde. Auf Anhieb schaffte die Mannschaft unter seiner Regie die für den Club so wichtige Rückkehr in die U19-Bundesliga. Parallel dazu feierten seine Jungs im Mai 2015 mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Finale von Berlin einen der größten Erfolge der Cottbuser Vereinsgeschichte.

Wie der Mensch Sebastian Abt tickt, konnte man übrigens bei eben jenem Endspiel vor einem Jahr sehr gut erkennen: Bei der pompösen Pressekonferenz im Olympiastadion im Vorfeld des Spiels überschritt der ansonsten eher ruhig und schüchtern wirkende Übungs leiter die vorgesehene Redezeit um einige Minuten. Nicht aber, weil er sich gerne reden hört oder im Mittelpunkt stehen wollte - sondern weil es ihm ein großes Anliegen war, alle Helfer rund um die Mannschaft bei dieser medienwirksamen Gelegenheit namentlich zu erwähnen. Abt verkörpert also genau den Typ Teamplayer, den Wollitz in seinem Funktionsteam haben möchte. Die Aufgabe des neuen Trios auf der Trainerbank ist der Klassenerhalt in der 3. Liga in den verbleibenden fünf Partien - nicht mehr und nicht weniger.