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| 16:37 Uhr

Dortmunds Star grüßt Energie Cottbus (mit VIDEO)
Hummels’ Dankeschön sorgt für Diskussionen

 Angenehmer Auftritt von Mats Hummels und seinen BVB-Kollegen: Nach dem Spiel bedankte sich der Weltmeister für die Atmosphäre in Cottbus.
Angenehmer Auftritt von Mats Hummels und seinen BVB-Kollegen: Nach dem Spiel bedankte sich der Weltmeister für die Atmosphäre in Cottbus. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der BVB-Weltmeister gibt sich in Cottbus publikumsnah und bedankt sich öffentlich bei den Energie-Fans. Daraus entsteht eine Diskussion ums Nationalteam – Bundestrainer Löw muss sich einschalten. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Weltmeister Mats Hummels hob den FC Energie Cottbus am Wochenende noch einmal auf die ganz große Bühne. Per „Twitter“ hatte sich der 30-Jährige für einen gelungenen Fußballabend in der Lausitz bedankt. Nach dem lockeren 5:0 von Borussia Dortmund im Benefizspiel vor knapp 19 000 Zuschauern schrieb der Abwehrspieler: „Toller Test heute in Cottbus bei einer besonderen Atmosphäre. Danke @Nur_Energie und allen Fans die im Stadion waren.“

Das Echo auf diesen kurzen Tweet war riesengroß, aber vor allem deshalb, weil zeitgleich die deutsche Nationalmannschaft beim 2:4 gegen die Niederlande erhebliche Abwehrprobleme offenbarte. In den Netzwerken begann die hitzige Diskussion, warum einer wie Hummels am Freitagabend in der Fußball-Provinz tief im Osten kicken müsse – und nicht in der EM-Qualifikation die deutsche Defensive stabilisieren kann.

Eine müßige Diskussion, zumal Bundestrainer Joachim Löw sich mit aller Konsequenz gegen weitere Hummels-Auftritte im Nationalteam entschieden hat und gegenüber „Bild“ nach der Holland-Pleite auch noch einmal betonte: „Dazu ist alles gesagt.“ Von Hummels heißt es, dass er sich durchaus eine Rückkehr ins Nationalteam wünsche. Zumindest am Freitagabend wirkte der Dortmunder in Cottbus allerdings nicht so, als ob er sonderliche Sehnsucht nach dem DFB-Trikot verspürte. Stattdessen machte es sogar den Anschein, dass er, der wohl fast alle wichtigen Arenen dieser Fußball-Welt schon gesehen hat, den Abend im gemütlichen Stadion der Freundschaft sogar genießen konnte.“ Hummels dirigierte seine Mannschaft zu einer ausführlichen Ehrenrunde, gab Autogramme, posierte für Fanfotos und erinnerte sich später im kleinen Kreis an seine Anfänge als Profi. Am 16. Februar 2008 hatte er nämlich ausgerechnet in Cottbus sein Debüt in der Dortmunder Startelf gegeben. Er berichtete: „Das war mein erstes Spiel über 90 Minuten, da war ich noch sehr nervös. Das hat sich zum Glück mit der Zeit etwas gelegt.“

Am Freitagabend hatten er und sein Team, das trotz der Länderspiel-Pause mit Akteuren wie WM-Held Mario Götze, Marcel Schmelzer, Lukasz Piszczek oder Mahmoud Dahoud namhaft besetzt war, den Cottbusern deutlich ihre Grenzen aufgewiesen. Hummels gewann quasi jeden Zweikampf und erklärte später ehrlich: „Klar, vorher dachte ich: Einen Flug brauche ich heute nicht unbedingt. Aber das hat dann so viel Spaß gemacht bei dieser Atmosphäre, dass es sich überhaupt nicht wie Arbeit anfühlt.“ Mario Götze bestätigte: „Die Atmosphäre war super, gut dass wir die Reise angetreten haben. Ich glaube, der Region und allen die hier waren, hat dieses Spiel gut getan.“

Ein angenehmer Auftritt der Borussia in Cottbus, Führungsspieler Hummels fasste zusammen: „Die ganze Stimmung, nicht nur auf dem Platz, war großartig. Dafür kommt man gern nach Cottbus. Und wenn dieser schöne Test Energie auch noch hilft, ist das alles perfekt.“

Alles perfekt – eine Einschätzung, die zumindest mit Blick aufs Nationalteam in der Fußball-Republik Deutschland durchaus kontrovers diskutiert wird.

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