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| 02:38 Uhr

Gute Energie, schlechte Energie

Topteams: Gegen Magdeburg oder Dresden konnten Christopher Schorch und seine Kollegen öfter jubeln.
Topteams: Gegen Magdeburg oder Dresden konnten Christopher Schorch und seine Kollegen öfter jubeln. FOTO: Beyer/sby1
Cottbus. Eigentlich muss man sich bei Energie Cottbus freuen, dass am Samstag mit dem unangefochtenen Spitzenreiter Dynamo Dresden der wohl stärkste Gegner in dieser Drittliga-Saison ins Stadion der Freundschaft kommt. So seltsam es auch klingen mag, aber Energie kann offenbar nur gegen Topteams gut Fußball spielen. Jan Lehmann und Frank Noack

"Gute Energie, schlechte Energie", diese Seifenoper mit zwei völlig verschiedenen Gesichtern der Cottbuser Mannschaft führt der FC Energie nun schon das komplette Spieljahr lang auf. Dabei zeigen die Lausitzer in Spielen wie beim 1:0-Auswärtssieg in Dresden oder zuletzt dem 2:0 gegen den 1. FC Magdeburg immer wieder ihre gute Seite und wirken keineswegs wie ein Abstiegskandidat.

Und dennoch hängt der FCE nach dem desolaten 0:4 in Chemnitz wieder ganz tief im Abstiegsstrudel - weil die Lausitzer eben regelmäßig in den Duellen gegen die direkte Konkurrenz versagen. Chemnitz war kein Einzelfall, die Zahlen belegen es: Gegen die sieben direkten Konkurrenten im Abstiegskampf hat Energie in bisher zwölf Spielen erst zwei Siege (2:0 gegen Bremen II, 2:1 gegen Erfurt) eingefahren. Gegen die derzeitige Top-Sieben der 3. Liga schafften die Lausitzer indes in bisher nur zehn Spielen immerhin schon drei Siege.

Energie-Trainer Vasile Miriuta ist genervt und erklärt: "Niederlagen gegen unmittelbare Mitkonkurrenten wie Chemnitz tun besonders weh. Weil du nicht nur ein Spiel verlierst, sondern auch noch den Konkurrenten starkmachst. Diese Niederlage war ein echter Rückschlag."

Sechs-Punkte-Spiele sind also nicht gerade die Stärke von Energie Cottbus, der Coach rätselt: "Eine wirkliche Erklärung habe ich dafür nicht. Vielleicht nehmen einige Spieler die Duelle gegen Mitkonkurrenten zu locker. Aber locker geht in dieser Liga gar nichts."

Der Coach rechnet vor, dass Energie noch mindestens drei Siege aus den letzten sieben Spielen benötige, um nicht abzusteigen. Verteidiger Christopher Schorch bestätigt: "Drei Siege? Da liegt der Trainer sicher nicht verkehrt. 43, vielleicht sogar 44 Punkte werden nötig sein, um auf Nummer sicher zu gehen. Wir wollen auf gar keinen Fall bis zum letzten Spieltag zittern. Wir müssen vor allem unsere Heimspiele gewinnen und zusätzlich auswärts noch den einen oder anderen Punkt mitnehmen."

Zuerst steht aber das Heimderby gegen den Cottbuser Erzrivalen Dynamo Dresden (Samstag, 14 Uhr) an - für Energie die Gelegenheit, wieder Zusatzpunkte gegen eines der Topteams zu sammeln. Christopher Schorch betont: "Dynamo hat in dieser Saison erst zwei Mal verloren, ein Mal davon gegen uns. Warum sollte das nicht erneut passieren?"

Die Zuversicht bleibt also - und der Glaube daran, dass auch in Seifenopern das Gute gewinnt. Meistens jedenfalls.

Zum Thema:
Gegen die derzeit sieben bestplatziertesten Teams: 10 Spiele, 14 Punkte (Schnitt: 1,4 Punkte pro Spiel), 10:8 Tore. Gegen die sieben Konkurrenten im Tabellenkeller: 12 Spiele, 12 Punkte (Schnitt: 1,0 Punkte pro Spiel), 11:15 Tore.

Kellerkinder: Gegen Chemnitz und andere direkte Konkurrenten sehen die Cottbuser in dieser Saison schlecht aus.
Kellerkinder: Gegen Chemnitz und andere direkte Konkurrenten sehen die Cottbuser in dieser Saison schlecht aus. FOTO: Worbser/mwo1