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| 20:12 Uhr

Fußball
Grünes Licht als Warnung für die FCE-Profis

 Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz kündigt an: „Wenn Spieler auf dem Markt sind, die uns weiterhelfen, verpflichten wir.“
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz kündigt an: „Wenn Spieler auf dem Markt sind, die uns weiterhelfen, verpflichten wir.“ FOTO: fotostand / Fotostand / Weiland
Cottbus. Energie-Trainer Wollitz kann auf Verstärkungen hoffen – von seiner aktuellen Mannschaft fordert er zum Trainingsstart deutlich mehr. Von Jan Lehmann

So eine deutliche Aussage in Sachen Neuzugänge gab es bei Energie Cottbus schon lange nicht mehr. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz, der nach einer Meniskusoperation derzeit nur an Krücken laufen kann, sagt am Freitag zum Trainingsstart: „Wenn Spieler auf dem Markt sind, die uns weiterhelfen, verpflichten wir.“

Nachdem Energie in der Sommerpause wegen der finanziellen Zwänge auf dem Transfermarkt sehr zurückhaltend agiert hatte, ist dies eine deutliche Kehrtwende.

Wollitz verdeutlicht: „Ein Abstieg ist teurer. In der Hinrunde haben wir nicht viel investiert. Wir haben drei Spieler nachverpflichtet, die spielen für einen überschaubaren Preis.“ Mit Fabian Holthaus, Lars Bender und Dimitar Rangelov waren drei vertragslose Spieler zum FCE gekommen. Und nun? Wollitz erklärt: „Jetzt geht es darum, das nachzuholen, was ich schon gern im Sommer gehabt hätte: Wenn man die Mannschaft in sicheres Fahrwasser bringen möchte, sollte man die Qualität erhöhen.“

Auf welchen Positionen Wollitz noch Spieler verpflichten möchte, will er nicht öffentlich kommentieren. Eine Baustelle ist womöglich das Mittelfeld, weil Energie dort derzeit viele Verletzte beklagt. Mit Marcelo meldete sich am Freitag aber zumindest ein Mittelfeldspieler wieder fit (siehe Infobox). Und Wollitz betonte zudem: „Leon Schneider hat mit 18 Jahren in Kaiserslautern oder Rostock gespielt. Man muss nicht glauben, dass das die Schlüsselpositionen sind.“

Dass Wollitz jetzt auf Neuzugänge hoffen darf, ist gewiss auch ein Verdienst des Hauptsponsors Sparkasse Spree-Neiße. Der Coach bekräftigte noch einmal seine Aussage in der RUNDSCHAU, dass Energie sich mit dem Konflikt mit dem Hauptsponsor keinen Gefallen getan habe. „Ich weiß, wer die Gelder bereitstellt – und diese Unterstützer versuchen wir auch noch zu vergraulen. Das ist alles sehr kompliziert“, so Wollitz.

Kompliziert dürften die kommenden Wochen auch für seine Spieler werden, oder zumindest sehr anstrengend. Wollitz hat in dem kurzen Weihnachtsurlaub alle bisherigen 20 Saisonspiele noch einmal angeschaut und festgestellt: „Organisation ist ein großes Thema bei uns. Wenn wir auf Mannschaften treffen, die ein hohes Maß an Disziplin haben, dann verlieren wir zu schnell unsere Ruhe.“ Zudem hat Wollitz ein Defizit in der Laufbereitschaft ausgemacht. Er konstatiert: „Beim Sieg in Rostock war die Laufleistung der gesamten Mannschaft weit über 120 Kilometer. In den Spielen, die wir verloren haben, waren es nicht weit über 105 Kilometer.“ Der Trainer sagt knallhart: „Zusammengefasst bin ich mit der läuferischen Leistung einiger Spieler nicht einverstanden. Es geht darum, den Spielern zu verdeutlichen: Wenn du weiter 3. Liga spielen willst, dann muss einiges passieren.“ Er kündigt Veränderungen an und sagt: „Fußball ist ein brutales Geschäft, du wirst am Ende für das abgerechnet, was du lieferst.“

Das grüne Licht in Sachen Transfermarkt ist bei Energie also gleichzeitig ein Warnsignal für die FCE-Profis. Wollitz kündigt an: „Ich möchte den Kader aus sportlichen Gründen insgesamt verkleinern und mehr auf Spieler setzen, die das perspektivisch umsetzen können, was wir brauchen. Da geht es um das Läuferische, aber auch um den taktischen Bereich.“

Wollitz zieht im neuen Jahr die Zügel spürbar an. Seine Spieler müssen nun eine halbe Stunde früher als bisher vor Trainingsbeginn in der Kabine sein. Statt bisher einmal pro Woche sind nun drei wöchentliche Einheiten im Kraftraum Pflicht. Der Coach macht deutlich, dass Energie den Klassenerhalt nur schaffen könne, wenn alle Spieler noch zulegen. Er hat offenbar größere Veränderungen im Blick. Stand heute würde es in der Startelf beim ersten Punktspiel gegen Wehen Wiesbaden (26. Januar) jedenfalls einige Überraschungen geben, so der Coach.

Bis dahin sind es aber noch drei Wochen. Zuvor hat Energie die beiden Testspiele gegen Sparta Prag (12. Januar) und den 1. FC Magdeburg (19. Januar) auf dem Programm. Gut möglich, dass da schon die ersten Veränderungen erkennbar sind. Denkbar ist auch, dass in diesen Tagen einige Spieler den Verein verlassen. Wollitz bestätigt: „Es gab Gespräche mit Spielern. Wenn einer von denen wechseln möchte, sind wir bereit zu reden.“