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| 02:40 Uhr

Große Wünsche im kleinen Kreis

Energie-Trainer Wollitz begrüßte am Samstag viele Fans persönlich. Er kennt die Träume der Anhänger und warnt: "Das wird kein Selbstläufer."
Energie-Trainer Wollitz begrüßte am Samstag viele Fans persönlich. Er kennt die Träume der Anhänger und warnt: "Das wird kein Selbstläufer." FOTO: Beyer
Cottbus. Der Kiebitztag bei Energie Cottbus hat gezeigt: Die Erwartungshaltung der Fans ist riesig. Der Trainer versucht, den Druck zu senken. Jan Lehmann

Es gab gewiss schon größere Kulissen bei Generalproben von Energie Cottbus vorm Saisonstart. 1255 Zuschauer sahen am Samstag beim Kiebitztag die 0:1-Niederlage des FCE gegen den tschechischen Erstligisten FC Slovan Liberec. Genau vor einem Jahr hatten noch mehr als 3000 Gäste dem letzten Cottbuser Test vor der Regionalliga-Saison gegen Union Berlin beigewohnt.

Doch obwohl der Kreis diesmal eher kleiner war und Trainer Claus-Dieter Wollitz viele der Anhänger persönlich begrüßen konnte, bleiben die Wünsche der Fans groß. Um es deutlicher zu sagen: Die Erwartungshaltung ist sogar riesig. Wer sich am Samstag unter den Rot-Weißen umhörte, der stellte fest: Der Staffelsieg in der Regionalliga Nordost ist in den Augen der meisten Anhänger quasi Pflicht. Viele denken sogar schon an die möglichen Relegationsspiele um den Drittliga-Aufstieg im kommenden Sommer. Und für den 13. August wünschen sich die Cottbuser Fans als Sahnehäubchen die Pokal-Sensation gegen den Erstliga-Aufsteiger VfB Stuttgart.

Man kann die Träume der Fans nachvollziehen, schließlich präsentierte sich der FCE auch am Samstag wieder sehr verheißungsvoll. Es war kaum zu erkennen, dass bei der Partie zwischen Cottbus und Liberec ein Viertligist gegen einen Erstligisten antrat. Kein Wunder: Energie wirkt extrem gut eingespielt - und der Kader ist breiter als im Vorjahr. Bis auf Joshua Putze, der zum Drittligisten Sportfreunde Lotte gewechselt ist, konnte Energie alle Stammspieler halten.

Dazu wurde die Mannschaft punktuell verstärkt: Mit Maximilian Zimmer (kam vom Berliner AK) und Andrej Startsev (TSV Havelse) dürften zwei Neuzugänge am Sonntag beim Auftakt in Neustrelitz gleich in der Startelf stehen, auch Felix Geisler (FSV Zwickau) und Christos Papadimitriou (Inter Leipzig) haben alle Chancen.

Energie-Angreifer Benjamin Förster sagte offen: "Es ist klar, wir sind in diesem Jahr der Favorit." Dass liegt natürlich auch daran, dass nach dem Aufstieg von Carl Zeiss Jena und dem Rückzug von RB Leipzig II keine Übermannschaft in Sicht ist - außer Energie. Auch Präsident Michael Wahlich zeigte sich am Samstag zuversichtlich: "Das sah trotz der Niederlage richtig gut aus. Wir können uns auf die Saison freuen."

Und dennoch - Energie muss mit dieser hohen Erwartungshaltung erst einmal umgehen. Trainer Wollitz versucht, den Druck auf sein Team etwas zu senken. Er betont: "Wir sind auf einem guten Weg, aber ich warne davor zu denken, dass es ein Selbstläufer ist. Wir müssen alle Sinne schärfen, in jedem Spiel diszipliniert sein und mit hoher Laufbereitschaft alles dagegensetzen."

Wenn das den Cottbusern ab Sonntag regelmäßig gelingt, dürfen die Energie-Fans tatsächlich eine große Saison erwarten - und die FCE-Profis im Gegenzug auch wieder eine größere Kulisse.