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Große Glücksgefühle nach der Nullnummer

Avdo Spahic soll sich bei Energie langfristig im Tor etablieren. Der junge Bosnier braucht noch etwas mehr Selbstsicherheit. Die Kollegen helfen ihm.
Avdo Spahic soll sich bei Energie langfristig im Tor etablieren. Der junge Bosnier braucht noch etwas mehr Selbstsicherheit. Die Kollegen helfen ihm. FOTO: Weiland
Cottbus. Torhüter Avdo Spahic ist nach dem ersten Liga-Spiel als echte Nummer eins bei Energie erleichtert. Nun steht die nächste Bewährungsprobe an. Jan Lehmann

So euphorisch erlebt man den zurückhaltenden Bosnier Avdo Spahic nicht so oft. Nach dem 5:0-Auswärtssieg bei Germania Halberstadt berichtete der Torhüter von Energie Cottbus mit leuchtenden Augen: "Es hat sich unglaublich angefühlt."

Auslöser für diese Glücksgefühle war nicht nur der hohe Auswärtssieg, sondern auch die Gewissheit für Spahic, bei Energie endlich die echte Nummer eins zu sein. Nach dem Abgang von Torhüter Alexander Meyer nach Stuttgart hat sich Trainer Claus-Dieter Wollitz auf den 20-Jährigen als Stammkeeper festgelegt.

Dabei ist die Regionalliga für Spahic kein Neuland. 21 Spiele hat er für den FCE dort bereits bestritten, sogar mehr als Vorgänger Meyer (19). Als der nämlich in der Vorsaison verletzt gefehlt hatte, war Spahic eingesprungen. Nun soll sich das Talent nach dem kurzfristigen Meyer-Abgang im Cottbuser Tor langfristig etablieren.

Im Vergleich zum Vorgänger fehlt es ihm dafür noch etwas an Selbstsicherheit und Lautstärke. Die Teamkollegen helfen dem jungen Keeper - und fordern ihn auch. Nicht umsonst beorderte Fabio Viteritti den Torhüter nach dem Spiel in Halberstadt zum RUNDSCHAU-Videointerview: "Er muss das auch lernen, darf keine Scheu haben. Daran wächst man", so Viteritti.

Spahic berichtete: "Die Mannschaft stand hinter mir, hat mich im Training und in der Kabine motiviert. Ich hatte keine Sorgen." Der Torhüter agierte in Halberstadt souverän und leitete mit einem schnellen Abschlag sogar das wichtige 1:0 ein. Mehr noch schien sich der Keeper aber über die Nullnummer im eigenen Tor zu freuen. "Die Null hinten ist immer sehr wichtig", erklärte Spahic. Verständlich: Schließlich hatte der Schlussmann zuvor bei seinen Einsätzen im Landespokal in dieser Saison immer hinter sich greifen müssen.

Nun steht für Spahic und die bisher verlustpunktfreien Cottbuser die erste echte Bewährungsprobe an: Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt der Spitzenreiter den Tabellenzweiten BFC Dynamo. Der Keeper gibt zu: "Man ist immer ein bisschen aufgeregt. Aber wir freuen uns alle auf dieses Spiel."

Beim FC Energie erwartet man ein volles Haus für dieses prestigeträchtige Topspiel. Da werden Erinnerungen an die Vorsaison wach: Gegen Carl Zeiss Jena gab es da vor mehr als 13 000 Zuschauern einen 3:1-Sieg der Cottbuser - mit Avdo Spahic im FCE-Tor.