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| 17:17 Uhr

Fußball
Große Bühne 3. Liga

Tschüss, Regionalliga! Bei Energie freut man sich auf namhafte Gegner in der 3. Fußball-Liga.
Tschüss, Regionalliga! Bei Energie freut man sich auf namhafte Gegner in der 3. Fußball-Liga. FOTO: Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch
Cottbus. Bei Energie Cottbus herrscht Vorfreude auf die namhaften Gegner. Es geht in der neuen Saison gegen acht ehemalige Erstligisten. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Aus dem „Megapark“, der berühmten Großraum-Disko an Mallorcas Ballermann grüßten einige Energie-Spieler am Montag via „Instagram“ fröhlich in die Lausitz. In dem sozialen Netzwerk waren unter anderem Fotos von Kevin Scheidhauer und José-Junior Matuwila mit bunter Spaßbrille und Megafon zu sehen – also alles, was man braucht, um einen Drittliga-Aufstieg gebührend zu feiern. Die Cottbuser hatten die Nacht durchgemacht und sich am Montagmorgen in den ersten Flieger in Richtung der spanischen Ferieninsel gesetzt.

Der „Megapark“ ist jedes Jahr im Mai so etwas wie der Sehnsuchtsort für Fußballmannschaften, die nach Saisonschluss dort bei einem Kurztrip in die Party-Verlängerung gehen – egal ob sie gerade aus der Kreisliga abgestiegen, oder eben wie Energie in die 3. Liga aufgestiegen sind. Da gibt es dann Raumdeckung höchstens auf der Tanzfläche, und der Fußballfachbegriff „abkippender Neuner“ hat manchmal auch eine etwas andere Bedeutung.

Die Cottbuser Reisegruppe ist bis Donnerstag auf Mallorca, danach gehen die Spieler in den Urlaub, ehe die Vorbereitung auf die neue Saison 2018/19 beginnt. Weil die 3. Liga bereits eine Woche vor der Bundesliga am 27. Juli startet, haben die Lausitzer gar nicht so viel Zeit, sich nach diesem stressigen Regionalliga-Jahr zu erholen. Doch die Vorfreude auf die neue Spielklasse dürfte die anstrengende Vorbereitungsphase etwas angenehmer gestalten. Denn die 3. Liga ist für viele Energie-Profis so etwas wie der mallorquinische  „Megapark“ – ein Sehnsuchtsort.

FCE-Torhüter Avdo Spahic erklärte nach dem 0:0 gegen Weiche Flensburg, seinem 18. Spiel ohne Gegentor in dieser Saison, mit bebender Stimme: „Für mich ist die 3. Liga etwas ganz, ganz Großes.“

Spahic war zwar schon dabei, als Energie noch in der 3. Liga gespielt hatte. Selbst zum Einsatz kam er nicht. Er kündigte an: „Ich hoffe, ich werde nächstes Jahr auch spielen. Dafür werde ich alles geben.“

Die Gegner vom FC Energie Cottbus in der 3. Fußball-Liga
Die Gegner vom FC Energie Cottbus in der 3. Fußball-Liga FOTO: LR / Katrin Janetzko

Auch für Kevin Weidlich ist diese Spielklasse Neuland. Er betonte: „Ich freue mich auf eine neue Aufgabe, ich kenne das nicht, ich habe noch nie da gespielt. Die Traditionsvereine, die dort dabei sind – unbeschreiblich. Ich kann es noch gar nicht glauben.“ Der Drittliga-Megapark hat kommende Saison ein ziemlich namhaftes Bühnenprogramm zu bieten: Mit dem 1. FC Kaiserslautern, 1860 München, Hansa Rostock, Eintracht Braunschweig, Karlsruher SC, Spielvereinigung Unterhaching, KFC Uerdingen und eben Energie Cottbus spielen gleich acht ehemalige Erstligisten in dieser Liga, die ziemlich hochkarätig besetzt ist.

Und dennoch will Energie dort kräftig mitmischen. Weidlich, der innerhalb des Teams eine Führungsrolle einnimmt, vergleicht seine Mannschaft immer wieder mit einem Zug, der nicht zu stoppen ist. Der Internet-Hashtag #nobodycanstopthistrain steht nun auch auf den Aufstiegs-Shirts der Cottbuser. Und Weidlich kündigt mutig an: „Dieser Hashtag wird in der 3. Liga noch mehr Bedeutung bekommen.“

Doch wie gut kann Energie Cottbus im Kreise dieser vielen Traditionsvereine tatsächlich sein? Kevin Scheidhauer, der in der Saison 2014/15 mit dem MSV Duisburg schon ein Jahr 3. Liga gespielt hat, erklärte: „Wir sind ein Aufsteiger und wollen erst einmal tiefstapeln. Wichtig ist, dass wir einen guten Start hinlegen.“ Wann und gegen wen Energie in die Saison startet, ist noch nicht bekannt. Der Spielplan dürfte im Juni veröffentlicht werden. Fest steht: Bis dahin müssen die Cottbuser die Spaßbrille wieder abgenommen haben. Denn sonst kann aus dem Drittliga-Megapark ganz schnell eine ziemlich unangenehme Absteige werden.