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Größte Fan-Gruppe des FCE zieht sich zurück

Es wird leiser und weniger bunt bei Spielen des Cottbuser Fußball-Viertligisten Energie Cottbus.
Es wird leiser und weniger bunt bei Spielen des Cottbuser Fußball-Viertligisten Energie Cottbus. FOTO: WORBSER-Sportfotografie
Cottbus. Es wird leiser und weniger bunt bei Spielen des Cottbuser Fußball-Viertligisten Energie Cottbus. Denn die größte Fan-Gruppe „Ultima Raka 2002“ stellt ihre Aktivitäten als Gruppierung auf den Rängen ab sofort ein. Es wird weder eigene Banner noch Trommelwirbel geben. ta

Nach RUNDSCHAU-Recherchen wird die Gruppe seit geraumer Zeit bedroht, aus der eigenen Fanszene. Die vom Brandenburger Verfassungsschutz als rechtsextrem und gewaltbereit eingestufte Gruppe "Inferno Cottbus" soll dafür verantwortlich sein.

Wie "Ultima Raka 2002" jetzt auf seiner Web-Seite mitteilt, sehe die Fan-Gruppe nach Gesprächen mit anderen Akteuren keine Möglichkeit, "unser Fandasein weiterhin frei nach unseren Vorstellungen auszuleben".

Auslöser für den Rückzug als Gruppierung soll nach Informationen der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (PNN) ein Treffen von Vertretern der verschiedenen Fangruppen Ende August gewesen sein. Dort sollen Vertreter von "Inferno Cottbus" gefordert haben, dass alle Gruppen künftig in einem neuen, großen Zusammenschluss aufgehen - und Inferno in diesem die Regeln vorgibt.

"Ein Vorteil für die mit einem Erscheinungsverbot im Energie-Stadion belegte Hool-Truppe:", heißt es in den PNN, "Sie hätte wieder ein Gruppenemblem, mit dem sie sich öffentlich präsentieren könnte." Gleichzeitig würden die anderen in der Allianz aufgegangenen Fangruppen für Inferno eine Schutzfunktion haben - ein neues Erscheinungsverbot wäre so nur schwer durchzusetzen.

Hinter vorgehaltener Hand wird laut PNN in der Cottbuser Fanszene außerdem die Besorgnis geäußert: Die geplante Allianz hätte Inferno als größere Bühne für rechtsextreme Propaganda nutzen können. An solch einer Gruppe - bei dem noch dazu Inferno die Regeln vorgibt - wollte sich die unpolitische Gruppe "Ultima Raka 2002" nicht beteiligen und versagte die Zusammenarbeit. Daraufhin seien, wie schon im Frühjahr, Bedrohungen gefolgt.

Das Potsdamer Innenministerium hatte im Juli in einer Antwort im Landtag ausdrücklich die Bemühungen des Vereins gelobt, den Einfluss von Rechtsextremisten und Gewalttätern in die Fanszene einzudämmen. Gegen 47 Personen hatte der Verein Stadionverbote verhängt, "Inferno" und "Unbequeme Jugend" dürfen im Stadion der Freundschaft als Gruppe nicht mehr auftreten.