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Fussball
Grindel-Vorschlag für „Freunde aus dem Nordosten“

DFB-Präsident Reinhard Grindel gab dem „Kicker“ ein Interview.
DFB-Präsident Reinhard Grindel gab dem „Kicker“ ein Interview. FOTO: Sina Schuldt / dpa
Cottbus. Der DFB-Präsident will einen Ost-West-Konflikt bei der Regionalliga-Reform unbedingt vermeiden. Aber die Mehrheitsverhältnisse bei der bevorstehenden Abstimmung sprechen dagegen. Energie Cottbus reagiert mit einem Verweis auf den Mauerbau. Von Frank Noack

Mit seiner Haltung zur umstrittenen Reform er Fußball-Regionalliga hat sich Reinhard Grindel hierzulande keine Freunde gemacht – und das dürfte auch nach den jüngsten Aussagen des Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) so bleiben. In einem Interview des Fachmagazins „Kicker“ plädiert Grindel zwar für eine Beibehaltung der Nordost-Staffel. Er macht sich aber gleichzeitig erneut dafür stark, dass im Falle von weiterhin fünf Staffeln lediglich der Westen und der Südwesten ein direktes Aufstiegsrecht bekommen.

Der joviale Ratschlag des DFB-Chefs mit Blick auf den Außerordnetlichen Bundestag am 8. Dezember: „Es ist in jeder Hinsicht notwendig, die Regionalliga Nordost zu erhalten. Wenn es den Freunden aus dem Nordosten gelingt, die anderen Landesverbände zu überzeugen, dass bei vier Staffeln in der Regionalliga der Nordosten seine eigenständige Liga behält, ist es mir recht.“ Man müsse sich laut Grindel aber Gedanken machen, ­welche Lösung mehrheitsfähig ist, wenn das nicht gelingt.

Klar ist schon jetzt: Die Mehrheitsverhältnisse bei der Abstimmung auf dem Bundestag in Frankfurt/Main sprechen eine eindeutige Sprache – und zwar gegen den Nordosten. Michael Wahlich, Präsident von Energie Cottbus, hatte vorgerechnet: „Es gibt insgesamt 140 mögliche Stimmen, darunter fallen lediglich 22 unter die Interessen­vertretung des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes.“

DFB-Chef Grindel, der einen Ost-West-Konflikt vermeiden will, rechtfertigte das von ihm favorisierte Direkt-Aufstiegsrecht für den Westen und den Südwesten im „Kicker“ noch einmal mit einer mathematischen Rechnung. „Wenn wir im Südwesten 16500 Herrenmannschaften haben und im Nordosten 9400, dann wäre eine unterschiedliche Aufstiegsregelung für die Regionalliga Südwest und die Regionalliga Nordost keine Frage der Bevorzugung oder Benachteiligung, sondern es hängt einfach an der Frage, eine gerechte Lösung zu finden.“

Beim Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) rechnet man anders. Die Fläche des Verbandsgebietes umfasse mit 30 Prozent fast ein Drittel des DFB-Gebietes, ­deshalb müsse der Nordosten eine eigene Staffel behalten. Derweil hat sich auch Energie Cottbus erneut positioniert. Der FCE-Eintrag bei ­Twitter lautet kurz und bündig: #Mauerbau2018 ??? #Grindel #DFB