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| 17:16 Uhr

Fußball
„Brutalität“ für den Klassenerhalt

Energie-Innenverteidiger José-Junior Matuwila (l./im Zweikampf mit Jenas Manfred Starke) kehrt nach überstanender Sperre ins Team zurück.
Energie-Innenverteidiger José-Junior Matuwila (l./im Zweikampf mit Jenas Manfred Starke) kehrt nach überstanender Sperre ins Team zurück. FOTO: imago/Matthias Koch / Michael Hundt / Matthias Koch
Cottbus. Energie Cottbus will im Heimspiel gegen Jena einen Schritt aus dem Tabellenkeller der 3. Liga machen. Sein Team muss couragierter auftreten als zuletzt, fordert Trainer Wollitz. Von Frank Noack

Das sprachliche Patent für den Begriff „faire Brutalität“ liegt bekanntlich bei Energie Cottbus. Auf eine solche Wortschöpfung muss man  erstmal kommen. Christian Beeck hatte den Geistesblitz im Jahr 2000, als der FCE zum ersten Mal in die Bundesliga aufgestiegen war. Beeck – der neben Jens Melzig hier in der Lausitz nach wie vor als Inbegriff der fußballspielenden Grätsche gilt – wollte mit ­seiner Wortschöpfung ausdrücken, dass man sich im Kampf gegen den Abstieg mit allen halbwegs legalen Mitteln wehren kann, ja sogar muss, wenn es am Saisonende nicht eine Liga tiefer gehen soll.

„Faire Brutalität“ – ­die Beeck’sche Wortschöpfung fand damals deutschlandweite Beachtung und wurde durchaus recht kontrovers diskutiert. Auch jetzt steckt Energie Cottbus wieder mitten im Abstiegskampf. Das Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena an diesem Samstag um 14 Uhr (LR-Liveticker, rbb live) ist zwar auch ein Ostderby. Vor allem aber ist das Wiedersehen mit dem großen Regionalliga-Rivalen der ­Saison 2016/17 ein Kellerduell. ­„Beide Mannschaften haben derzeit keine gute Phase. Es sind zwar alle Spiele eminent wichtig, aber dieses Spiel hat eine ganz hohe Bedeutung“, betont FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Energie steht nach zwölf Spiel­tagen auf dem 19. und damit vorletzten Platz. Jena hält sich gerade noch so über dem ominösen Strich, der die Abstiegszone vom Rest der Liga trennt. Um da unten wieder rauszukommen, sind Siege nötig. Nach Lage der Dinge muss der Aufsteiger diese Dreier vor ­allem zu Hause mit Hilfe des Publikums einfahren.

Das ist natürlich auch der Plan für diesen Samstag. Und dieser Plan beinhaltet auch den Beeck’schen Gedanken von einer kompromisslosen Zweikampfführung auf dem Rasen. „Leiden, Leidenschaft und Kampf. Wir brauchen komplette Brutalität, ohne dabei jemand zu foulen“, ­fordert Wollitz von seinem Team.

Genau diese Kompromisslosigkeit ging dem Aufsteiger zuletzt etwas ab. Energie ließ sich von den Gegnern oftmals zu leicht beeindrucken und machte individuelle Fehler.

Doch es ist ein schmaler Grat zwischen der „fairen Brutalität“ á la Beeck und der bisweilen recht seltsamen Regelauslegung in der 3. Liga. In den vergangenen beiden Partien kassierte der FCE jeweils eine Rote Karte wegen Foulspiels. Während André Startsev nach seinem Platzverweis am vergangenen Samstag in der Auswärtspartie gegen Fortuna Köln für zwei Partien gesperrt worden ist, kehrt José-Junior Matuwila nach überstandener Sperre gegen Jena ins Team zurück. Für Energie könnte es ein gutes Omen sein: Denn in Sachen beherzter Grätsche ist Matuwila längst auf dem Weg zum legitimen Nachfolger von Beeck und Melzig. 

Die Viertelfinal-Auslosung im Landespokal Brandenburg ergab ­diese ­Duelle: ­Ludwigsfelder FC - FSV Luckenwalde, Brandenburger SC Süd - Energie Cottbus, Wacker Ströbitz - Grün-Weiss Brieselang. VfB Krieschow - Optik Rathenow. Gespielt wird am 17. November.

FOTO: LR