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Glanzlos, aber die Energie-Weste bleibt weiß

Cottbuser Jubel
Cottbuser Jubel FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der FC Energie Cottbus behält in der Regionalliga Nordost eine weiße Weste. Am Sonntag siegten die Lausitzer galnzlos mit 1:0 (1:0) gegen den ZFC Meuselwitz. Das war der fünfte Sieg im fünften Spiel, der Vorsprung in der Tabelle wächst. Jan Lehmann

So fielen die Tore: Das 1:0 (19.) war ein kleines Rätsel. Ging der Schlenzer von Tim Kruse direkt ins Tor, oder war Marc Stein im Fünfmeterraum noch mit der Hacke dran? Egal, die Cottbuser jubelten vereint. Erst wurde Stein als Torschütze geführt. Später berichtigte Schiedsrichter Rasmus Jessen im Spielberichtsbogen: Tim Kruse wird der Treffer zugeschrieben.

So ging Energie ins Spiel: Im Gegensatz zum 4:0-Auswärtssieg beim VfB Auerbach gab es nur eine Veränderung. Maximilian Zimmer spielte anstatt von Björn Ziegenbein. Ziegenbein fehlte gänzlich im Kader. Er hatte sich im Abschlusstraining verletzt. Ebenso nicht dabei die beiden Verletzten Jose-Junior Matuwila (Hüfte) und Paul Gehrmann (Knöchel) sowie der gesperrte Benjamin Förster.

So verlief die Partie: Energie hatte das Spiel von Beginn an im Griff. Die Meuselwitzer beschränkten sich wie erwartet darauf, einen Abwehrriegel in der eigenen Hälfte aufzubauen. Das 1:0 (19.) änderte nicht all zu viel am Spielgeschehen. Energie mit viel mehr Ballbesitz und Spielkontrolle, Meuselwitz zumindest etwas mutiger. Die Cottbuser spielten mit breiter Brust und sehr ballsicher. Allein das vom Trainer gewünschte Tempo fehlte in einigen Aktionen.

Zur Pause war das dennoch eine klare Sache, allein das Ergebnis war noch etwas gefährlich. In der Vorsaison hatte Energie zu oft noch eine 1:0-Führung aus der Hand gegeben.

Nach dem Seitenwechsel ließ sich Energie zu sehr auf die Nickligkeiten und Provokationen der Gäste ein. Anstatt dem ZFC fußballerisch die Grenzen aufzuzeigen, verlegten sich die Lausitzer mehr aufs Diskutieren. Dabei hatten sie Glück, dass der völlig freistehende Janik Mäder nicht zum Ausgleich (55.) traf. Auf der Gegenseite entwickelte Energie trotz der Spielkontrolle kaum gefährliche Torchancen. Erst in der Schlussphase gelang es Fabio Viteritti, auf der linken Seite ab und an Tempo aufzunehmen. Doch seine Eingaben fanden keine Abnehmer. So wurde es letztlich ein Zitterspiel - das die Cottbuser im Gegensatz zur Vorsaison aber über die Zeit brachten. Die gelb-rote Karte für Tim Kruse in der Nachspielzeit war dabei ein zumindest kleiner Schmutzfleck auf der weiterhin weißen Weste des FC Energie.

Das sagen die Trainer:
Claus-Dieter Wollitz (Cottbus): "In den ersten 30 Minuten war das sehr ordentlich von uns, auch wenn wir nicht so viele Chancen herausgespielt haben. Mit den ersten Freistößen vom Gegner ist das ganze Spiel dann nicht mehr so fortgesetzt worden. Zweite Halbzeit hatten wir dann keine richtige Torchance mehr. Insgesamt müssen wir schneller und einfacher Fußball spielen. Wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen. Zeitweise waren da nur noch Diskussionen und Unterbrechungen. Da kommt kein Tempo auf. Und einige unserer Spieler waren auch nicht in Bestform."

Heiko Weber (Meuselwitz): "Wir haben uns vorgenommen, dass wir genau das machen, was die anderen Gegner nicht gemacht haben. Wir haben gewusst, dass Cottbus fußballerisch die beste Mannschaft in der Liga ist. Wir haben den Gegner vor Probleme gestellt, die er in dieser Saison bisher noch nicht kannte. Ich freue mich am meisten auf das Rückspiel in Meuselwitz."

So sieht die Statistik aus:

Energie Cottbus - ZFC Meuselwitz 1:0 (1:0)

Cottbus: Stein - Startsev, Stein, Karbstein, Schlüter - Kruse - Weidlich, Zimmer (68. Geisler), Marcelo, Viteritti - Mamba (90.+1 Boakye)

Meuselwitz: Braunsdorf - Albert, le Beau, Horoszkiewicz, Krahl (81. Haag) - Stenzel (65. Bürger), Lubsch - Mäder, Weinert (72. Brinkmann) - Trübenbach, Mogge,

Tore: 1:0 Stein (19.), Schiedsrichter: Jessen (Berlin), Zuschauer: 5231, Gelbe Karten: Viteritti / Krahl, Mäder, Stenzel, Albert, Gelb-Rot: Kruse (90.+2)

Im Ticker zum Nachlesen: Energie Cottbus - ZFC Meuselwitz

So sieht es in der Tabelle aus: Schon vor Spielbeginn war klar: Energie ist und bleibt Spitzenreiter in der Regionalliga. Lok Leipzig verlor am Freitag gegen Nordhausen. Der ärgste Verfolger ist nun der BFC Dynamo mit fünf Punkten Rückstand.

So geht es weiter: Am kommenden Freitag (18 Uhr) tritt der FCE im Landespokal beim Brandenburgligisten SV Falkensee-Finkenkrug an. Danach geht es am Sonntag, 10. September, zu Germania Halberstadt mit Trainer Andreas Petersen.

Und wie sehen Sie es? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zum Spiel!