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Fußball
Energie Cottbus verpflichtet Erfurter Menz - nicht

Christoph Menz (r.) will Erfurt in der Winterpause verlassen.
Christoph Menz (r.) will Erfurt in der Winterpause verlassen. FOTO: KH / imago/Karina Hessland
Cottbus. Energie Cottbus und der Erfurter Vize-Kapitän Christoph Menz - ist da was? War da überhaupt was? Die RUNDSCHAU ist dem Gerücht eines möglichen Wechsels in der Winterpause nachgegangen. Übriggeblieben ist ein, nennen wir es mal, Gerüchtchen. Von Frank Noack

Winterpause ist Transferzeit - und damit auch Zeit für Gerüchte. Eines dieser Gerüchte beschäftigt sich mit Christoph Menz, Rot-Weiß Erfurt sowie Energie Cottbus. Und dieses Gerücht geht so: Vize-Kapitän Menz will Erfurt aufgrund der chaotischen Situation beim Fußball-Drittligisten unbedingt verlassen. Das hat er trotz laufenden Vertrages bis 2020 in den vergangenen Tagen auch offen kommuniziert. Energie wiederum will unbedingt in die 3. Liga aufsteigen und hatte vor zwei Jahren schon einmal Kontakt zu dem 28-Jährigen. Also steht Christoph Menz jetzt unmittelbar vor dem Absprung in Richtung Cottbus, vermeldete die Gerüchteküche. So weit, so logisch.

Aber was ist dran an dem Gerücht? Die Antwort: Nichts! Beziehungsweise nicht viel. Denn nach RUNDSCHAU-Recherchen gab es zwar Kontakt zwischen Menz und dem FCE. Aber bei Energie hat man sich letztlich gegen eine Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers entschieden. Das bestätigen sowohl Trainer Claus-Dieter Wollitz als auch Menz-Berater Toni Kierakowitz von der Agentur Players Factory der RUNDSCHAU. Wollitz: „Ich schätze Christoph Menz wirklich sehr, habe ihm aber trotzdem abgesagt. In der jetzigen Situation macht diese Verpflichtung keinen Sinn.“ Auch Kierakowitz spricht von „fairen Gesprächen mit Cottbus“, die inzwischen aber beendet seien.

Menz ist in der Defensive flexibel einsetzbar. Er kann sowohl im zentralen Mittelfeld, auf der Rechtsverteidiger-Position und auch in der Innenverteidigung spielen. Auf all diesen Position ist der souveräne Tabellenführer der Regionalliga Nordost aber bereits doppelt besetzt. Außerdem dürfte ein erfahrener Spieler wie Menz die seit mittlerweile eineinhalb Jahren gewachsene Hierarchie des Teams spürbar verändern. Dieses Risiko will man beim FCE jetzt in der Winterpause offenbar nicht eingehen. Vor seinem Engagement in Erfurt hat Menz für Dynamo Dresden und Union Berlin gespielt. In seiner Vita stehen 106 Zweitliga-Partien und 137 Spiele in der 3. Liga.

Das Fazit dieses Gerüchts: Energie und Menz hätten wahrscheinlich durchaus zusammengepasst. Zumal der erfahrene Profi nach wie vor gute Kontakte nach Berlin pflegt. Aber - der FCE hat bekanntlich ganz andere Prioritäten auf dem Transfermarkt hinterlegt: Gesucht werden Spieler für den Offensivbereich. Mit Kevin Scheidhauer hat der Tabellenführer bereits einen neuen Stürmer verpflichtet und ist weiterhin auf der Suche.

Genau wie Christoph Menz, dem Anfragen aus der 2. und 3. Liga vorliegen sollen. „Bild Thüringen“ nennt am Montag den Drittligisten Fortuna Köln als möglichen Interessenten. Dort wurde gerade der Ex-Cottbuser Cedric Mimbala aussortiert. Laut Trainer Uwe Koschinat plant der Verein nicht mehr mit dem 31-Jährigen. „Dass er sportlich keine Rolle mehr spielt ist keine Momentaufnahme, sondern eine prinzipielle Entscheidung. Es ist ein Punkt erreicht, bei dem wir nicht mehr zueinander finden“, wird Koschinat im „Kölner Stadtanzeiger“ zitiert.

Mimbala hatte von 2014 bis 2016 für Energie Cottbus gespielt und war aufgrund seines kämpferischen Einsatzes auf dem Rasen bei den Fans sehr beliebt.