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Genug gegrübelt - jetzt wird gejubelt (mit Video)

Mamba, der Grübler: Reihenweise vergab der 23-Jährige in der zurückliegenden Regionalliga-Saison gute Tormöglichkeiten. Der QR-Code führt zu einem Video-Interview mit dem Stürmer unter www.lr-online.de/mamba.
Mamba, der Grübler: Reihenweise vergab der 23-Jährige in der zurückliegenden Regionalliga-Saison gute Tormöglichkeiten. Der QR-Code führt zu einem Video-Interview mit dem Stürmer unter www.lr-online.de/mamba. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Das war traumwandlerisch sicher: So locker, wie Energie-Angreifer Streli Mamba die Flanke von Kevin Weidlich beim Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten Bohemians Prag per Direktabnahme zum zwischenzeitlichen 2:1 ins Netz abtropfen ließ, so locker machen das nur echte Knipser. Stopp mal, Streli Mamba soll ein Knipser sein? Vor knapp einem Jahr hätte man für diese Formulierung wohl nur mitleidige Blicke erhalten. Jan Lehmann

Das ist mittlerweile anders: Auch wenn der Weg zum Schalter ziemlich lang war, scheint der 23-Jährige doch noch zum echten Torjäger zu werden. Entscheidender Auslöser könnte dafür ein simpler Fakt sein: In Mambas gesamter bisherigen Profi-Karriere stand spätestens nach einem Jahr der nächste Vereinswechsel an. In Cottbus geht er nun erstmals ins zweite Jahr beim gleichen Club.

Rückblende: Am 5. August 2016 tauchte Mamba erstmals so richtig auf dem Radar der Energie-Fans auf. Als Probespieler hatte er sich für einen Vertrag empfohlen, im ersten Heimspiel stand er gleich in der Startelf. Weil Benjamin Förster nach Gelb-Rot gesperrt war, setzte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz auf Mamba. Nach dem Spiel formulierte es der Coach wohlwollend: "Mamba hätte sich unsterblich machen können." Die harten Fakten: Der Angreifer vergab sechs hochkarätige Torchancen.

Die Fans mochten ihn trotzdem und sangen schon bald fröhlich: "Streli Mamba, hau drauf!" Doch auch der Zuspruch von den Rängen half vorerst nichts. Immer wieder kam der pfeilschnelle Angreifer zwar alleine bis vors Tor, immer wieder scheiterte er aber auch an seinen Nerven. Erst im Oktober im Landespokal-Achtelfinale in Seelow konnte Mamba diesen Torfluch beenden. Mithilfe seiner Teamkollegen, die ihm beim Stand von 5:0 einen Elfmeter schenkten. Mamba traf - im Nachschuss. "Ich hoffe der Knoten ist geplatzt", formulierte der Angreifer zaghaft. Es schien, als grüble er viel zu oft über vertane Möglichkeiten, als einfach den nächsten Ball reinzuschießen.

Doch genug gegrübelt - jetzt wird gejubelt. Wenngleich Mamba auch weiterhin noch einige Torchancen liegen lässt, strahlt er inzwischen ein ganz anderes Selbstbewusstsein aus. Das wurde in Finsterwalde nicht nur bei seinem tollen Tor deutlich. Mamba erklärte nach der Partie: "Am Anfang hatte ich es in Cottbus als Probespieler schwer. Ich habe mich dann rangearbeitet. Ich denke, ich bin jetzt nah dran."

Diese Entwicklung hat der Angreifer auch Trainer Wollitz zu verdanken. Trotz der Zwistigkeiten mit Mambas chinesischer Spieleragentur um eine Vertragsklausel hielt er an dem Angreifer fest, weil er dessen Potenzial erkannt hat. Wollitz betont: "Ich habe absolutes Vertrauen zu Mamba. Ich habe immer gesagt: Je schneller er sich zu Cottbus, dieser Region und diesem Verein bekennt, umso besser wird er. Das sieht man jetzt."

Zum Thema:
Das Energie-Testspiel gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf findet entgegen anfänglicher Planungen nun in Cottbus statt. Anpfiff ist am Samstag, 14 Uhr, im Lok-Stadion.Zuvor bestreitet der FC Energie am Mittwoch, 18 Uhr, ein Testspiel bei Germania Schöneiche.