| 02:35 Uhr

Gegenwehr reicht nur 45 Minuten

Energies Julian Baumgarten (r.) kommt hier vor Bochums Baris Ekinchier an den Ball. Baumgarten bereitete den einzigen FCE-Treffer perfekt vor.
Energies Julian Baumgarten (r.) kommt hier vor Bochums Baris Ekinchier an den Ball. Baumgarten bereitete den einzigen FCE-Treffer perfekt vor. FOTO: ski1
Cottbus. Mit 1:3 ist die U19 des FC Energie Cottbus im neuen DFB-A-Junioren-Vereinspokal-Wettbewerb gegen den VfL Bochum, Vorjahresvierter der Bundesliga West, gescheitert. Dennoch hat sich der Regionalligist, der ohne Niklas Geisler (Zahn-OP), Marvin Levin (Infekt) und Pieter-Marvin Wolf (verletzt) antreten musste, speziell in der ersten Halbzeit sehr beachtlich aus der Affäre gezogen. Georg Zielonkowski / ski1

Ohne jeden Respekt trat die neu formierte A-Jugend des FCE, angetreten mit sieben Spielern des jüngeren Jahrgangs, den Bundesliga-erfahrenen Gästen gegenüber. Die waren zwar zunächst etwas häufiger im Ballbesitz, bessere Chancen hatte dennoch der Gastgeber. Zwei Mal war Dominik Deumer nah dran am Führungstreffer, als er in der 21. Minute allein aufs Tor lief und in der 33. Minute einen Schuss aus der Drehung abgab. Beide Male aber war VfL-Torhüter Niclas Thiede auf dem Posten.

Ohne Chance war der Keeper dann zwei Minuten vor dem Pausenpfiff. Julian Baumgartens herausragende Vorarbeit und dessen exakten Pass ins Zentrum verwertete Colin Raak per Heber zur 1:0-Pausenführung. Damit wurde Energies mutiges Auftreten belohnt, während Gäste-Coach Jens Rasiejewski in der Kabine ernst wurde und die Spielart seiner Jungs später mit dem Begriff "Schlen drian" dekorierte.

Diese Ansprache trug Früchte, trat Bochum doch nun deutlich konzentrierter vor den 150 Zuschauern auf - angetrieben immer wieder vom kleinsten und zugleich agilsten Spieler auf dem Platz, Sergio Gucciardo, der von Energie selten zu stellen war. Das Pendant des kleinen Türken auf der rechten Außenbahn, der mit seiner Schnelligkeit sehr an Energies Publikumsliebling Streli Mama erinnerte, hieß Ulrich Bapoh. Nicht zufällig waren es die beiden auffälligsten Kicker, die für zwei der drei Nachpausen-Treffer sorgten. Gleich nach Raaks Großchance auf der Gegenseite (65.) schloss Gucciardo einen schnellen Konter zum Ausgleich ab, bevor dieser in der 78. Minute Baris Ekincier bediente, der zur längst verdienten 2:1-Führung einschoss. Das Tor zum Endstand blieb in der Nachspielzeit dem Kameruner Bapoh, dem Neffen des früheren Barcelona-Stars Samuel Eto'o, vorbehalten.

Dieses Resultat geht auch deshalb in Ordnung, weil Energies A-Jugend im zweiten Abschnitt kaum noch zu wirkungsvollen Angriffen kam, sich in aller Abwehrnot zunehmend auf lange Bälle in die Spitze verlegen musste. Wo Colin Raak und später Moritz Fedder stets zwei, drei Gäste-Akteuren gegenüberstanden und so erfolglos bleiben mussten.

Dennoch hatte der Trainer der Gäste viel Lob für Regionalligist Cottbus parat: "Schon beeindruckend, wie gut organisiert und bissig sich Energie im Zweikampf uns entgegen gestellt hat. Ich denke schon, dass die Jungs in der Liga ganz oben dabei sein werden."

Sein Gegenüber Andreas Richter akzeptierte den Gästesieg in aller Sportlichkeit und sah in der schwindenden Abspielgenauigkeit den Grund für das Scheitern seiner Mannschaft: "Aber bis zum Punktspielstart sind es noch zwei Wochen. Wir haben gesehen, wo wir noch nachbessern müssen, daran werden wir jetzt arbeiten."