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Gegen alte Fehler im neuen Jahr

Die 1:2-Hinspiel-Niederlage in Schönberg ist einer der dunklen Flecken auf der Energie-Bilanz in dieser Regionalliga-Saison.
Die 1:2-Hinspiel-Niederlage in Schönberg ist einer der dunklen Flecken auf der Energie-Bilanz in dieser Regionalliga-Saison. FOTO: Upahl
Cottbus. Energie startet den zweiten Versuch, das Pflichtspieljahr zu beginnen. Dabei soll Schönberg besiegt werden – ebenfalls im zweiten Versuch. Für den Coach eine Frage der Einstellung. Jan Lehmann

Diese Niederlage tut immer noch weh - auch wenn sie schon mehr als fünf Monate her ist: "Ärgerlich, überflüssig und bitter!", so hatte die RUNDSCHAU im September das überraschende 1:2 des FC Energie beim Außenseiter FC Schönberg 95 beschrieben. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz wählte im 4400-Seelen-Ort nahe der Ostseeküste noch drastischere Worte: Als "dumm und naiv" bezeichnete er den unglücklichen Auftritt seiner Mannschaft, die sich trotz eines erheblichen Chancenvorteils nach einer 1:0-Führung noch von dem keineswegs übermächtigen Gegner hatte einlullen lassen.

Mit dem Abstand von fast einem halben Jahr bedauert der Trainer noch immer diesen unnötigen Punktverlust: "Gefühlt hatten wir 140 Ecken und Freistöße - und haben nicht ein Tor daraus erzielt", so Wollitz über die Partie, die beim Blick auf die vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Carl Zeiss Jena extrem schmerzt.

Am Samstag gibt es für Energie nun den zweiten Versuch - in doppelter Hinsicht. Nach der Spielabsage in Leipzig ist die Partie gegen den Außenseiter nun der Auftakt in das Pflichtspieljahr 2017. Und dabei will Wollitz nicht die alten Fehler wieder sehen. Er betont die Favoritenstellung seiner Mannschaft und sagt deutlich: "Die Entscheidung am Samstag fällt nur über Energie Cottbus." Seine Anforderung ans Team: "Sind wir so fokussiert, so konzentriert, so gierig - dann muss viel passieren, dass wir nicht die große Chance haben, dieses Spiel zu gewinnen."

Also alles eine Frage der Einstellung. Kurz zusammengefasst heißt die Siegerformel "Gierig statt dumm." Wollitz bescheinigt seinem Team eine gute Entwicklung, betont aber: "Dies zu bestätigen ist meist noch schwieriger."

Für die Energie-Fans wird der Mini-Spieltag in der Regionalliga zum Vorgeschmack auf den möglichen Saisonendspurt. Weil wegen der sieben wetterbedingten Spielabsagen nur noch Hauptkonkurrent Jena gegen Bautzen im Einsatz ist, fokussiert sich alles auf den erwarteten Zweikampf an der Spitze. Doch davon will sich Wollitz nicht ablenken lassen.

Er hat die Schmeicheleien aus Thüringen vernommen. Jenas Trainer Mark Zimmermann hatte via "Bild" erklärt, Energie werde sich "sicherlich noch besser einspielen in der Rückrunde, sie sind in der Position, die Meisterschaft am Ende zu entscheiden". Für Wollitz ist das aber "alles nur bla bla bla". Er warnt: "Wir dürfen uns nicht einlullen lassen." Das gilt wohl nicht nur für das Meisterschaftsrennen, sondern auch speziell für das Schönberg-Spiel.