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Fußball-Legende Brinkmann: Ich wollte in Cottbus nicht tot überm Zaun hängen

Ansgar Brinkmann stand für glänzende Fußball-Unterhaltung und ging dabei an und über die Grenzen des Erlaubten. In der RUNDSCHAU gibt er nun einen kleinen Einblick in die damalige Zeit.
Ansgar Brinkmann stand für glänzende Fußball-Unterhaltung und ging dabei an und über die Grenzen des Erlaubten. In der RUNDSCHAU gibt er nun einen kleinen Einblick in die damalige Zeit. FOTO: Tobias Heyer (LR-MOB-RED-313)
Der weiße Brasilianer Ansgar Brinkmann hat einst erklärt, dass er "in Cottbus nicht tot überm Zaun hängen" wolle. Lesen Sie exklusiv bei LR-Online, was der 45-Jährige heute über diese Aussage denkt und wie sein Streit mit Eduard Geyer weiterging.

Der "weiße Brasilianer" Ansgar Brinkmann wird sich in der Samstag-Ausgabe der RUNDSCHAU in der beliebten "Legenden"-Kolumne über den kommenden Energie-Gegner Arminia Bielefeld äußern. Doch der 45-Jährige hat viel mehr zu erzählen, als in die 45 Druckzeilen passt. Zum Beispiel, warum er einst als Profi gesagt hat, dass er "in Cottbus nicht tot überm Zaun hängen" wolle. Und wie er seinen Streit mit Eduard Geyer ausgetragen hat. Darum gibt es hier also den "Brinkmann XXL"

- exklusiv bei LR-Online:

Ja es stimmt, ich habe einmal gesagt, dass ich in Cottbus nicht tot überm Zaun hängen will. Mehr noch: Das war noch zu meinen Zeiten mit Eintracht Frankfurt und es gab eine kleine öffentliche Kabbelei mit dem damaligen Cottbus-Trainer Ede Geyer. Da habe ich dann auch noch erklärt: "Wenn ich nur noch ein Angebot kriegen würde und das wäre von Cottbus - dann würde ich mit dem Fußball aufhören."

War natürlich nur im Spaß gesagt, ich habe nichts gegen die Region und gegen die Leute. Ganz im Gegenteil: Wenn ich ins Stadion der Freundschaft gekommen bin, wurde ich immer ganz angenehm empfangen. Da habe ich gemerkt: Die Menschen dort stehen auf Fußballer, die ihren eigenen Kopf haben und nebenbei auch noch ein bisschen kicken können. Nicht umsonst hat Mehmet Scholl ja mal gesagt: "Erst wenn du als Bayern-Spieler in Cottbus mit Applaus empfangen wirst, dann hast du es geschafft."

Deswegen: Der Spruch damals war gut und hat Spaß gemacht, aber zu ernst sollte man das nicht nehmen. Fußball ist meiner Meinung nach vor allem Unterhaltung, es gibt schließlich viel wichtigere Probleme auf der Welt. Und ich wollte damals vor allem denjenigen Paroli bieten, die sagten: "Der Geyer würde dich kleinkriegen." Mich hätte damals niemand klein gekriegt.

Und apropos Geyer: Ich habe ihn ja dann in meiner Zeit bei Dynamo Dresden kennengelernt. Damals gab es große Zweifel, warum Dynamo mich geholt hat. Ich war 30 Jahre alt und hatte 14 Monate wegen einer Verletzung nicht gespielt. Auch Geyer hat anfangs gezweifelt, später aber zu mir gesagt: "Als du gekommen bist, war Dynamo Letzter. Jetzt sind sie Achter. Du hast daran großen Anteil."

Ich habe mich gern mit Ede unterhalten, wir waren ab und an mal einen Kaffee trinken. Er konnte ja viel von seiner Zeit als Spieler erzählen. Und wenn er mal etwas zu vorlaut wurde, habe ich ihn an Uli Hoeneß erinnert. Gegen den sah er ja im Europapokal nicht ganz so gut aus. Darüber konnten wir beide schmunzeln - genau wie über den Spruch mit Cottbus.

Lesen Sie am Samstag in der RUNDSCHAU und bei LR-Online: Ansgar Brinkmann über die Euphorie in Bielefeld und das Cottbuser Auswärtsspiel am Samstag beim Spitzenreiter.