| 17:18 Uhr

Für Energie geht es im Pokal um viel Geld

In der 2. Pokalrunde gewann Energie mit Fabio Viteritti gegen Union Fürstenwalde 3:0.
In der 2. Pokalrunde gewann Energie mit Fabio Viteritti gegen Union Fürstenwalde 3:0. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus spielt am Samstag im Halbfinale des Brandenburger Landespokals gegen Oberliga-Tabellenführer Optik Rathenow. Für den FCE geht es um viel Geld. Trainer Wollitz warnt vor Rathenow: "Wir wissen, was uns dort erwartet." Frank Noack

Den 1:0-Sieg von Tabellenführer Carl Zeiss Jena beim VfB Auerbach im Nachholspiel am Mittwochabend habe man bei Energie Cottbus zur Kenntnis genommen. Punkt. Nicht weniger, aber auch nicht mehr, versichert Trainer Claus-Dieter Wollitz. "Jena interessiert mich in dieser Woche nicht. Mich interessiert nur: Wie haben wir in dieser Woche trainiert? Unser Fokus liegt ganz auf dem Spiel bei Optik Rathenow", betont Wollitz mit Blick auf das Halbfinale im Brandenburger Landespokal an diesem Samstag um 13.35 Uhr.

Die Botschaft: Dieses Halbfinale ist für den FC Energie zu wichtig, dass man es einfach so auf die leichte Schulter nehmen könnte! Denn es geht schon jetzt um viel Geld für den finanziell unter Druck stehenden Viertligisten. Das große Ziel ist der Pokalsieg und damit verbunden der Einzug in die 1. Runde des DFB-Pokals. In der laufenden Saison wurden hier 155 000 Euro an jeden Teilnehmer an Vermarktungserlösen ausgeschüttet. Richtig lukrativ wird es dann ab der 2. Runde mit 310 000 Euro (siehe Extra-Text).

Für die Proficlubs der 1. und 2. Liga ist das eher Zubrot zum ohnehin schon millionenschweren Kuchen in den höchsten beiden Spielklassen. Für alle anderen Clubs kann der DFB-Pokal aber richtig viel Geld in die Kassen spülen.

Wie das funktioniert, hat kürzlich mit dem FC Walldorf auch ein Regionallligist bewiesen. Der Verein aus dem Großraum Rhein-Neckar spielte sich bis ins Achtelfinale vor. Unter dem Strich nahm Walldorf für die drei Partien gegen den VfL Bochum, Darmstadt 98 und Arminia Bielefeld mehr als eine Million Euro ein. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf und Catering.

Zum Vergleich: Energie Cottbus wirtschaftet nach Informationen der RUNDSCHAU in dieser Spielzeit mit einem Etat von etwa 1,5 Millionen Euro.

Für den FCE steht am Samstag in Rathenow also einiges auf dem Spiel. Zumal den Favoriten beim Tabellenführer der Oberliga Nord alles andere als ein Spaziergang erwartet. Die Mannschaft von Trainer Ingo Kahlisch ist in der vergangenen Saison zwar aus der Regionalliga abgestiegen. Derzeit liegt Rathenow aber gleichauf mit der VSG Altglienicke an der Spitze und hat damit gute Chancen auf den direkten Wiederaufstieg.

Energie-Trainer Wollitz warnt: "Wir wissen, was uns dort erwartet. Wir müssen mit hoher Konzentration ins Spiel gehen. Anders als in der Meisterschaft kann man Fehler im Pokal nicht mehr korrigieren." Deshalb soll es laut Wollitz keine personellen Spielereien geben. Heißt: Energie wird mit der stärksten Formation auflaufen. "Wenn wir etwas ändern im Vergleich zum Bautzen-Spiel, dann nur aus taktischen Gründen", kündigt der Coach an. Bis auf die langzeitverletzten Alexander Meyer, Jonas Zickert und Philipp Knechtel sind also alle Spieler mit an Bord.

Bisher hat Energie die Pokal-Aufgaben meistens sehr seriös abgearbeitet. Die größten Probleme gab es gleich in der 1. Runde beim mühsamen 2:1-Sieg gegen Grün-Weiß Lübben. Anschließend folgten dann souveräne Erfolge gegen Union Fürstenwalde (3:0), SV Seelow (11:1) und den Brandenburger SC Süd (3:0). Diese Seriosität erwartet Wollitz in Rathenow wieder von seinem Team. Am Samstag zählt nicht Jena, sondern Optik Rathenow. "Als Sportler musst du immer das Ziel haben, in diesem einen Spiel den Kanister absolut leer zu machen", fordert er.

Zum Thema:
1. Pokalrunde: 155 000 Euro* 2. Runde: 310 000 Euro Achtelfinale: 630 000 Euro Viertelfinale: 1,265 Mio. Euro Halbfinale: 2,55 Mio. Euro Das Finale wird separat mit den Finalteilnehmern abgerechnet.
* Die Einnahmen für die 1. Pokalrunde in Höhe von 155 000 Euro je Landesverbands-Teilnehmer wurden in der laufenden Saison wie folgt aufgeteilt wird: Maximal je 139 000 Euro erhält der am DFB-Pokal teilnehmende Verein. Die verbleibenden minimal 16 000 Euro kommen den Teilnehmern der jeweiligen Landespokale zugute.