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Fünf Spiele, fünf Siege – fünf Mal Hoffnung

Schöner Grund zum Jubeln: Energie Cottbus hat in der Regionalliga Nordost schon fünf Punkte Vorsprung.
Schöner Grund zum Jubeln: Energie Cottbus hat in der Regionalliga Nordost schon fünf Punkte Vorsprung. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Dieser Saisonstart ist perfekt: Energie Cottbus hat nach fünf Siegen in fünf Spielen bereits fünf Punkte Vorsprung in der Regionalliga Nordost. Die RUNDSCHAU nennt fünf Gründe, die den FCE-Fans Hoffnung machen, dass das große Ziel Meisterschaft tatsächlich erreicht werden kann. Jan Lehmann

Das Vorbild: Mit diesem makellosen Saisonstart macht der FC Energie es dem Vorjahres-Aufsteiger Carl Zeiss Jena nach. Die Thüringer waren in der Vorsaison vom 2. Spieltag an Spitzenreiter und ließen sich von dieser Position dann auch nicht mehr verdrängen. Jena ist ohnehin ein gutes Vorbild für den FCE, weil Carl Zeiss auch die nicht ganz so überzeugenden Spiele nüchtern abspulte und ziemlich humorlos gewann. Das hat Energie am Sonntag mit dem glanzlosen, aber ungefährdeten 1:0 gegen Meuselwitz schon ganz gut nachgemacht. Übrigens: Jena gewann vorige Saison sogar die ersten acht Saisonspiele. Den ersten Punktverlust gab es damals erst Ende September - beim 0:0 gegen Energie Cottbus.

Die Mentalität: Sicherlich war die Cottbuser Leistung gegen Meuselwitz nicht vollends überzeugend. Abseits aller Kritik an der destruktiven Spielweise des Gegners bestätigte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz: "Einige unsere Spieler waren nicht in Bestform. Aber wir werden aus diesem Spiel die richtigen Schlüsse ziehen." Seine Mannschaft scheint das schon gemacht zu haben - trotz der souveränen Tabellenführung ist da noch kein leichtfertiger Überschwang zu spüren. Innenverteidiger Malte Karbstein betont: "Die Saison hat ja gerade erst angefangen, die schweren Spiele kommen noch." Und auch Maximilian Zimmer betont: "Nach fünf Spieltagen sagt die Tabelle nicht viel aus. Wir wissen ganz genau, wie viele Spiele noch kommen." Die Mentalität scheint also zu stimmen - ein wichtiger Fakt für das große Cottbuser Ziel.

Die Liga: Jetzt hat es auch Lok Leipzig (0:1 in Nordhausen) und den FC Oberlausitz Neugersdorf (1:3 gegen den BFC Dynamo) erwischt. Außer Energie ist kein Team in der Regionalliga Nordost mehr ohne Niederlage. Es spielt den Cottbusern in die Karten, dass sich die Verfolger wie am Sonntag in Neugersdorf gegenseitig die Punkte wegnehmen. Solange sich kein klarer Meisterschaftskonkurrent herauskristallisiert, kann Energie immer wieder auch mit Punktverlusten der Konkurrenz rechnen. Ohnehin ist die Rolle des Tabellenführers natürlich weitaus komfortabler als die im Vorjahr, als Energie der Jena-Verfolger war. Das wird vielleicht schon beim Topspiel in drei Wochen gegen den BFC Dynamo zu erkennen sein. Die Berliner müssen etwas wagen, um nicht schon den Anschluss zu verlieren.

Die Euphorie: Das Meuselwitz-Spiel ist rückblickend der perfekte Gradmesser für die Stimmungslage in Cottbus. Vor knapp einem Jahr Anfang September waren zu diesem Spiel nur 3904 Zuschauer ins Stadion der Freundschaft gekommen. Diese Minuskulisse sah einen knappen 1:0-Sieg der Cottbuser in einem nicht sonderlich erbaulichen Spiel. Das Ergebnis und auch der gebotene Fußball waren am Sonntag nun nahezu identisch - die Kulisse indes nicht. Mit 5231 Gästen übersprang Energie die 5000-Zuschauer-Marke und das Publikum sorgte trotz des zerfahrenen Spiels für einen stimmungsvollen Nachmittag. Trainer Wollitz wurde mit Sprechchören gefeiert, die Mannschaft mit stehenden Ovationen verabschiedet. Man kann es nicht anders sagen: In Cottbus wächst etwas - auch die Euphorie.

Der Kader: Energie ist stärker als im Vorjahr aufgestellt, weil nahezu jede Position doppelt besetzt ist. Den Ausfall von Innenverteidiger José-Junior Matuwila (Hüfte) kompensiert Malte Karbstein derzeit tadellos, Andrej Startsev als Rechtsverteidiger ist ein starker Ersatz für Marcel Baude (Kniescheibenfraktur). Dass Björn Ziegenbein vorm Meuselwitz-Spiel wegen muskulärer Probleme absagen musste, konnte Energie ebenfalls kompensieren. Und auch die Rotsperre für Angreifer Benjamin Förster überstand der FCE nun schadlos. In zwei Wochen in Halberstadt dürfte jetzt Jonas Zickert den zuletzt auffällig agierenden Tim Kruse im Mittelfeld ersetzen. Kruses gelb-rote Karte für ein vermeintliches Handspiel in der Nachspielzeit war mehr als umstritten. Gut zu wissen, dass Energie auch für derartige Rückschläge gewappnet zu sein scheint.