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| 02:40 Uhr

Führt die Revolution zurück ins Jahr 1994?

Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz als Revolutionsführer – diese RUNDSCHAU-Grafik ist auf große Resonanz gestoßen.
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz als Revolutionsführer – diese RUNDSCHAU-Grafik ist auf große Resonanz gestoßen. FOTO: LR-Grafik
Cottbus. Für das von FCE-Trainer Wollitz geforderte Relegations-Aus gibt es verschiedene Varianten. Viele Clubs wollen ein altes System zurück. Jan Lehmann und Frank Noack

Das Ja zur möglichen Fußball-Revolution haben viele Regionalligisten in der RUNDSCHAU-Umfrage gegeben - nun steht die Frage: Wofür sollen die Viertliga-Clubs gemeinsam kämpfen? Es geht um die Abschaffung der umstrittenen Aufstiegsrelegation und dabei gibt es verschiedene Ansätze. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz hatte zuletzt deutlich gemacht: "Der Regionalliga-Meister muss direkt aufsteigen. Alles andere macht den Fußball kaputt."

Diese Revolutions-Stimmung aus der Lausitz ist mittlerweile in München angekommen. Philipp Selldorf, Sportreporter der "Süddeutschen Zeitung", begrüßt den Streikaufruf von Wollitz. Der hatte aus Protest gegen die Relegation zur 3. Liga, bei der in jedem Jahr mindestens zwei Regionalliga-Meister auf der Strecke bleiben, alle Viertligisten aufgefordert, gemeinsam nicht anzutreten.

Das sei richtig, schreibt Selldorf und formuliert lobend: "Wollitz, der im Laufe der Jahre nicht von ungefähr das Aussehen eines russischen Anarchisten aus dem späten 19. Jahrhundert angenommen hat, hält sich nicht mit lähmenden Differenzierungen auf." Wollitz hatte die Regionalliga-Relegation in einem Atemzug mit der Auf blähung der WM 2026 auf 48 Teilnehmer genannt.

Aber Anarchist? Revolutionär trifft es wohl besser. In der Umfrage unter den 91 deutschen Viertliga-Clubs spricht sich Wollitz für eine Neuordnung der Ligen aus. Er stimmt für eines der drei vorgegebenen RUNDSCHAU-Modelle (siehe Grafik): Demnach könnte eine eingleisige 4. Liga mit vier Regionalligen darunter das engste Nadelöhr im deutschen Fußball aufbrechen. Knapp die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer will aber lieber ein Modell mit vier Regionalligen unter der 3. Fußball-Liga - so wurde zwischen 1994 und 2000 gespielt. Damals gab es die 3. Liga allerdings noch nicht, die Regionalligen waren daher drittklassig.

Etliche Vereine plädierten unter "Sonstige" derweil dafür, dass künftig fünf Teams aus der 3. Liga absteigen sollen. Dann könnten alle fünf Regionalliga-Meister direkt hoch. Doch ob man beim DFB, der für die 3. Liga zuständig ist, dafür ein Okay bekommt? Die Frage steht im Raum - die Antworten lassen auf sich warten. Eine Interviewanfrage der RUNDSCHAU beim Verband war am Dienstag noch immer unbeantwortet. Mit Revolutionen tut man sich beim DFB offenbar schwer.

Zum Thema:
Die RUNDSCHAU-Titelseite vom Dienstag ist auf große Resonanz gestoßen. Die Grafik zur Fußball-Revolution aus Cottbus ist ganz nach dem Geschmack der Energie-Fans. Der stilisierte Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz mit wehender Fahne - dieser "Revolutions-Pele" könnte Kult werden. Es gibt viele Anfragen in der Redaktion, die Fans wollen dieses Bild. Doch RUNDSCHAU-Grafiker Sebastian Schubert, der den "Revolutions-Pele" bearbeitet hat, erklärt: "Wir haben nicht die erforderlichen Rechte an der Ausgangsgrafik. Daher dürfen wir das Bild zwar abdrucken, aber nicht an Dritte verteilen." Erlaubt ist es derweil, die Beiträge mit dem "Revolutions-Pele" auf dem Facebook-Kanal der RUNDSCHA-Sportredaktion (facebook.com/LausitzerRundschauSport) mit "Gefällt mir" zu bewerten oder zu teilen.