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Förster kritisiert Gegenspieler nach Rot: "Er spielt Theater"

Für Benjamin Förster ist das Spiel schon nach 17 Minuten beendet.
Für Benjamin Förster ist das Spiel schon nach 17 Minuten beendet. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Zwei Platzverweise in einem Spiel und trotzdem gewonnen: Der 3:1 (2:0)-Sieg von Energie Cottbus gegen Budissa Bautzen sorgt für Diskussionen. Im Mittelpunkt steht dabei die rote Karte von Benjamin Förster, der schwere Vorwürfe nach der Rangelei mit seinem Gegenspieler erhebt. Die RUNDSCHAU analysiert die Szene und liefert Reaktionen. Frank Noack

Wie kam es zu der roten Karte?
In der 17. Minute stürzt der Bautzener Tony Schmidt direkt vor der Gäste-Bank nach einer Rangelei mit Benjamin Förster zu Boden. Danach kommt es zur Rudelbildung, die Situation ist unübersichtlich. Schiedsrichter Eugen Ostrin aus Eisenach berät sich mit seinen Linienrichtern und überlegt lange. Dann zeigt er Förster die rote Karte, Schmidt sieht Gelb. Energie ist also schon frühzeitig dezimiert.

Was sagt Benjamin Förster?
Der Energie-Stürmer erklärt im exklusiven Gespräch mit der RUNDSCHAU seine Sicht der Dinge. Er sei zunächst von Schmidt gefoult worden sei. Als er am Boden lag, sei ihm der Bautzener - aus Sicht von Förster "absichtlich" - auf den Knöchel getreten. Förster weiter: "Das war hinterfotzig. Und dann spielt er Theater. Als ich ihn berühre, fällt wer wie vom Blitz getroffen zu Boden. Wer so zutreten kann, der sollte dann wenigstens stehenbleiben. Ich hoffe, auf den TV-Bildern sieht man, dass die Provokation von ihm ausging." Selbstkritisch ergänzt der Stürmer: "Trotzdem ist der Platzverweis natürlich total ärgerlich, weil damit der Rhythmus der Mannschaft gestört wird. Ich bin froh, dass wir am Ende die drei Punkte geholt haben."

Wie sieht es Trainer Claus-Dieter Wollitz?
"Wenn es eine Tätlichkeit war, dann bin ich sehr enttäuscht. Das darf nicht passieren, selbst wenn es vorher ein Foul war. Emotionen gehören zwar dazu - aber keine Tätlichkeiten. Wir müssen uns sportlich wehren", erklärt der FCE-Coach.

Benjamin Förster und Schiri Ostrin - da war doch schon mal was, oder!?
Stimmt. Nahezu exakt vor einem Jahr stellte der Referee aus Eisenach den Cottbuser Stürmer am 1. Spieltag bei Lok Leipzig ebenfalls unter sehr umstrittenen Umständen vom Rasen. Damals kassierte Förster in der 88. Minute die gelb-rote Karte wegen einer vermeintlichen Schwalbe im Strafraum. Statt Elfmeter für Energie schickte Ostrin den Stürmer beim Stand von 1:1 in die Kabine.

Gibt es weitere Reaktionen?
Ja. Energie-Kapitän Marc Stein betont: "Die Situation war unübersichtlich und für den Schiri schwer zu beurteilen. Vielleicht hätte er etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigen können und beiden Spielern Gelb zeigen, wenn er sich nicht ganz sicher ist. Trotzdem darf uns das natürlich nicht passieren." Auch Gäste-Coach Torsten Gütschow räumt ein, dass der Schiri "das Spiel mit seinen Entscheidungen schon in gewissen Bahnen gelenkt" habe.

Welche Sperre droht Förster?
Sollte das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) zu der Auffassung gelangen, dass es sich um eine Tätlichkeit handelt, dürfte es auf eine Sperre für mehrere Partien hinauslaufen. Im DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag in einer Woche (13. August, 18.30 Uhr) ist der Stürmer aber spielberechtigt.

Und wie fällt die Beurteilung durch die RUNDSCHAU aus?
Unabhängig, was zwischen Förster und Schmidt vorgefallen ist: Der Energie-Stürmer hat sich provozieren lassen und wurde dafür hart bestraft. Seine Reaktion mag menschlich verständlich sein. Trotzdem ist sie ganz bitter, weil das eigene Team in Führung lag und das Spiel fest im Griff hatte. Sein Gegenspieler hätte sich die Theatralik jedoch auch klemmen können. So etwas gehört sich nicht unter Männern.