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Fussball
FCE-Youngster Boakye contra Torjäger

Gabriel Boakye (l.) ist Energie-Hoffnungsträger.
Gabriel Boakye (l.) ist Energie-Hoffnungsträger. FOTO: Steffen Beyer / imago/Steffen Beyer
Cottbus. Energie Cottbus muss auch am Samstag in der Heimpartie gegen Viktoria Berlin im Angriff improvisieren. Die Gäste bringen einen hochinteressanten Spieler mit. Ist er auch ein Kandidat für den FCE? Von Frank Noack

Wenn Energie Cottbus am Samstag auf Viktoria Berlin trifft (13.30 Uhr, LR-Liveticker), kommt wieder viel auf die Stürmer an – ­zumindest jene, die auf dem Platz stehen. Während der Tabellen­führer aus der Lausitz aufgrund von er­heblichen Personalsorgen in der ­Offensive weiter improvisieren muss und bestenfalls kleine Fortschritte aus seinem Lazarett ver­melden kann, kommt mit Abu Bakarr ­Kargbo der zweitbeste Torschütze der Regionalliga Nordost in das Stadion der Freundschaft.

Der 24-jährige Angreifer aus ­Sierra Leone wurde im Nachwuchs von Hertha BSC ausgebildet. Bemerkenswert: Kargbo hat in der laufenden Spielzeit bereits zehn Treffer erzielt. Also, genauso viele wie der auch weiterhin verletzte Streli ­Mamba beim FCE.

Im vorletzten Heimspiel der ­Hinrunde lastet somit wieder viel Verantwortung auf den Schultern des erst 19-jährigen Kanadiers ­Gabriel Boakye, der allerdings noch auf dem Ausbildungsweg vom ­Verteidiger zum Stürmer ist. „Er hat die Schnelligkeit und er hat den Biss. Aber er hat eben noch nicht das komplette Stürmerverhalten. Trotzdem ist er im Moment für uns die sicherste Option“, sagt FCE-­Trainer Claus-Dieter Wollitz über diese ­Improvisation in der Offensive.

Boakye wird also auch gegen ­Viktoria Berlin wieder seine ­Chance bekommen. Egal, ob gleich in der Startformation oder später als Einwechsler von der Bank. Die Besetzung des Angriffszentrums ist und bleibt die größte Baustelle des ­Spitzenreiters, der zwar weiterhin souverän die Tabelle anführt, aber zuletzt nicht immer souverän aufgetreten ist.

Angesichts von zwölf Punkten Vorsprung auf den BFC Dynamo ist das natürlich kein Beinbruch. Und dennoch schrillen bei Wollitz längst die Alarmglocken im Hinblick auf das große Ziel Relegation im Mai des kommenden Jahres. Denn Energie besitzt zwar mit Fabio Viteritti, Maximilian Zimmer & Co. die beste Mittelfeldreihe der Liga. „Aber sie brauchen eben auch Anspielstationen, um ihre Passqualität auf die Platte zu bringen“, benennt der Cottbuser Trainer einen Grund für die ­etwas abhandenge­kommene Souveränität seiner Mannschaft.

Abu Bakarr Kargbo (kl. Bild) ist zweitbester Torschütze der Regionalliga.
Abu Bakarr Kargbo (kl. Bild) ist zweitbester Torschütze der Regionalliga. FOTO: Matthias Koch / imago/Matthias Koch

Die Suche nach einem neuen Stürmer läuft auf Hochtouren. Zumal die Fortschritte im Lazarett überschaubar sind und keine zeitnahe Verstärkung erwarten lassen. Benjamin Förster (Riss des Syndesmosebandes) kann inzwischen immerhin wieder auf dem Laufband trainieren, Streli Mamba (Muskel- und Hüftprobleme) bestreitet ein Aufbauprogramm mit nur leichtem Lauftraining. Vorläufig keine Option sind Björn Ziegenbein und Felix Geisler. Ziegenbein wird am Knie operiert, Geisler (Gelenkentzündung) muss weiter hochdosiertes Cortison zu sich nehmen. An ein fußballspezifisches Training ist nicht zu denken.

Kein Wunder, dass Wollitz so schnell wie möglich einen neuen Angreifer holen will. Der ehemalige Zweitliga-Profi Kevin Scheidhauer bestreitet nach langer Verletzungspause aktuell ein Probetraining bei Energie. Sechstliga-Stürmer Justin Hippe aus Berlin hat zwar schon einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben, aber weiterhin keine Spielberechtigung aufgrund von rechtlichen Problemen.

Was ist eigentlich mit Abu Bakarr ­Kargbo? Ist der Viktoria-Torjäger ein Kandidat für die Winterpause? Nach RUNDSCHAU-Informationen hat man den Angreifer beim FCE zwar durchaus auf dem Schirm  - aber nicht auf der Wunschliste.

FOTO: Katrin Janetzko / LR