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| 07:34 Uhr

Interview mit dem FCE-Trikotsponsor
Jäckel: „Ich bin kein Sponsor, der ständig beim Verein anruft“

 Als aktiver Fußballer will Mathias Jäckel auch kommende Saison für den SV Döbern auf Torejagd gehen.
Als aktiver Fußballer will Mathias Jäckel auch kommende Saison für den SV Döbern auf Torejagd gehen. FOTO: FuPa Brandenburg / Sven Bock
Cottbus. Der Spremberger Mathias Jäckel ist mit seiner Firma Karton.eu der Trikotsponsor bei Energie Cottbus. Nun will er in den FCE-Verwaltungsrat, obwohl der Club andere Kandidaten vorgeschlagen hat. Ist der 36-Jährige auf einen Machtkampf aus? Von Jan Lehmann

Mathias Jäckel (36) ist mit seiner Spremberger Firma Karton.eu Trikotsponsor bei Energie. Dass er nun gegen den Wahlvorschlag des Vereins für den FCE-Verwaltungsrat kandidiert, lässt aufhorchen. Jäckel erklärt im Interview, was hinter seiner Bewerbung steckt.

Mathias Jäckel, Ihre Kandidatur für den Verwaltungsrat von Energie Cottbus kommt überraschend, weil sie nicht Teil des Wahlvorschlags des FCE-Ehrenrates sind. Was bewegt Sie dazu?

Jäckel Es wurde schon seit längerer Zeit an mich herangetragen, ob ich das nicht machen möchte. Ich habe mich nun dafür entschieden und möchte mich mit einbringen, um dem Verein zu helfen.

Es gibt neun Kandidaten für vier freie Plätze. Droht am Freitag ein Hauen und Stechen?

Jäckel Nein. Es ist erstmal ein gutes Zeichen, dass sich so viele Menschen bereit erklären, mitzuhelfen. Die Situation bei Energie ist schließlich ziemlich brisant. Und ich will mich da auch keineswegs auf­drängen. Wenn es gewünscht ist, bringe ich mich gern mit ein. Wenn es aber nicht klappt, ist das auch kein Problem.

Sie sind seit 2014 mit Ihrer Firma Karton.eu Trikotsponsor bei Energie. Hat das Wahlergebnis am Freitag möglicherweise Einfluss auf Ihr weiteres Engagement?

Jäckel Auf keinen Fall. Wir bleiben weiter Sponsor, auch wenn ich nicht gewählt werde. Wir machen das mit Herzblut für den Verein. Alles andere ist völliger Quatsch. Wie gesagt: Ich will mich nicht reindrängen.

Welchen Effekt hat das Sponsoring bei Energie bisher für Ihre Firma gehabt?

Jäckel Ach, das ist schwer zu sagen. Sicherlich wird man dadurch bekannter und bekommt ein gewisses Image. Aber einen echten Mehrwert zu beziffern, das fällt uns schwer. Wir machen das vor allem aus Faible für die Sportart und zum Wohle des Vereins sowie der Region. Deswegen haben wir unser Engagement jetzt auch bei den Lausitzer Füchsen ausgeweitet. Das sind nun mal die sportlichen Leuchttürme in der Region. Die müssten noch viel mehr Unterstützung bekommen.

Wie könnten Sie dem FCE in der aktuellen Lage denn im Verwaltungsrat helfen?

Jäckel Ganz ehrlich: Ich kenne die aktuellen Zahlen nur grob, vermutlich werden wir am Freitag bei der Mitgliederversammlung mehr erfahren. Ich bin kein Sponsor, der ständig beim Verein anruft und wissen will, wie es um die Dinge steht. Deswegen will ich hier jetzt nicht mit gefährlichem Halbwissen irgendwelche Dinge behaupten. Sicherlich habe ich gewisse Ideen und würde die gern einbringen. Vielleicht täte es dem Verein ja auch mal ganz gut, wenn ein etwas jüngeres Mitglied in den Gremien vertreten wäre.

Unter den Fans kursiert eine Liste von vier Kandidaten, für die geworben wird. Da­rauf stehen Matthias Rudolf, André Roßeck, Helmut Rauer und Sie. Wie kommt es zu dieser Personengruppe?

Jäckel Keine Ahnung, ich habe das nicht verfolgt. Vermutlich werden dort einfach verschiedene Namen diskutiert.

Es wirkt nach außen wie eine abgesprochene Allianz gegen die vom Verein eingebrachten Kandidaten Matthias Auth, Frank Szymanski, Matthias Plass und Matthias Rudolf.

Jäckel Das ist es auf keinen Fall. Es gab da keinerlei Gespräche, ich trete als Einzelperson an, um mich einzubringen. Wie gesagt: Wenn es klappt, ist es schön. Wenn nicht, dann geht die Welt auch nicht unter.

Energie ist nun bereits zum zweiten Mal in die Regionalliga abge­stiegen. Packt der FCE die Rückkehr in den Profi-Fußball?

Jäckel Es wird ein richtiger Kraftakt, das steht fest. Eigentlich müsste man das mindestens als Zwei-Jahres-­Projekt anlegen, aber der Verein hat wegen der finanziellen Lage kaum Zeit. Ich finde es gut, dass der Club den Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben hat. Aber die Saison wird ein echter Husarenritt.