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FCE-Trainer Wollitz stellt klar: "Ich bin kein Revoluzzer" (mit Video)

Claus-Dieter Wollitz hätte nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet, freut sich aber, dass Fans und Vereine über seinen Vorschlag nachdenken.
Claus-Dieter Wollitz hätte nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet, freut sich aber, dass Fans und Vereine über seinen Vorschlag nachdenken. FOTO: Beyer
Cottbus. Der Cottbuser hat eine bundesweite Debatte über eine Viertliga-Reform angeschoben. Vom Ausmaß ist der Energie-Coach überrascht, die Revolution anführen will er nicht. Jan Lehmann

Seine Mannschaft hatte zwar nach der witterungsbedingten Absage der Partie bei Viktoria Berlin zwangsfrei, doch für Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz war der Sonntag keineswegs ein arbeitsfreier Tag. Der FCE-Coach war am Abend beim Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB in der Sendung "Sportplatz" eingeladen. Der 51-Jährige ist derzeit trotz der Spielausfälle ein gefragter Gesprächspartner. Die von ihm angeschobene Debatte über eine aus seiner Sicht notwendige Regionalliga-Reform wird immer größer.

Bereits mehr als 10 000 Menschen haben bis Sonntag bei der Online-Petition des Vetschauers Martin Mielchen (29) für die Abschaffung der umstrittenen Relegationsspiele gestimmt - so viele, dass das Petitionsziel jetzt schon auf 20 000 Stimmen erhöht wurde. Mielchen schreibt auf seiner Seite: "Ich werde das Ziel, sollte es so weiter gehen, weiter erhöhen, um dem DFB zu zeigen für wie viele Menschen diese Regelung unzufriedenstellend ist." ( Hier geht es zur Petition. )

Doch nicht nur die Fans lehnen sich gegen diese Regelung auf, dass ein Regionalliga-Meister nicht direkt aufsteigen darf. In einer RUNDSCHAU-Umfrage hatten sich auch viele der 91 deutschen Viertliga-Clubs ebenfalls dafür ausgesprochen, die Relegation abzuschaffen. 80 Prozent der Umfrage-Teilnehmer (40 Clubs haben ihre Meinung zu Protokoll gegeben) wären auch bereit, sich in einer gemeinsamen Initiative beim Deutschen Fußball Bund (DFB) für eine Regionalliga-Reform einzusetzen. Wollitz ist überrascht: "Ich habe da etwas angeschoben, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es solche Ausmaße annimmt."

Die RUNDSCHAU hatte den extrovertierten Cottbuser Coach dabei als Führer einer Fußball-Revolution dargestellt, doch diese Rolle lehnt Wollitz ab. Er betont: "Ich bin kein Revoluzzer." Doch für die Sache tritt der Trainer weiter ein und betont: "Ich freue mich, dass Fans und andere Vereine so darüber nachdenken - weil es irgendwann jeden betreffen kann. Wenn Jena am Saisonende Meister wird, oder der Berliner AK - dann haben sie es verdient, sofort aufzusteigen. Alles andere ist sportlich unwürdig."

Der Coach verweist darauf, dass jene Vereine, die in den Aufstiegsspielen scheitern, danach häufig in eine sportliche Krise gerutscht seien und betont: "Das ist für die Clubs ein großes Problem, viele können das nicht lange verkraften." Der Trainer weiß, dass die aktuelle Aufteilung der Regionalligen aus einem Konsens der Regionalligaverbände entstanden ist und sagt: "Die Drittliga-Vereine haben da ja auch Mitsprache-Recht, es ist bestimmt nicht leicht. Und dennoch ist dieser Konsens auf Dauer ja nicht tragbar."

Wie genau die mögliche Lösung aussehen könnte, will der Cottbuser Coach nicht entscheiden, sagt aber: "Wenn man will, kann man das fairer gestalten, bisher ist es die unfairste Lösung." Wollitz weist daraufhin, dass er als Regionalliga-Trainer gar nicht die Zeit und die Kraft dafür habe, diese Regionalliga-Reform voranzutreiben. "Ich habe genug damit zu tun, eine Mannschaft auf Trab zu halten, die jede Woche vor neue Schwierigkeiten gestellt wird."

Aktuell macht vor allem das Wetter Probleme. Bereits 25 Partien in der Regionalliga Nordost müssen witterungsbedingt nachgeholt werden - das bedeutet für den FCE einen vollen Terminkalender. Und so werden wohl auch die kommenden Sonntage für Claus-Dieter Wollitz nur wenig Freizeit beinhalten.