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| 02:40 Uhr

FCE: Starker Start, dürftiger Rest

Kevin Weidlich (l.) war bester Cottbuser beim Saisonstart in Leipzig. Hier wird er von Christian Hanne attackiert.
Kevin Weidlich (l.) war bester Cottbuser beim Saisonstart in Leipzig. Hier wird er von Christian Hanne attackiert. FOTO: Worbser
Leipzig. Energie Cottbus kommt bei seiner Premiere in der Regionalliga Nordost nicht über ein 1:1 (1:1) gegen Aufsteiger Lok Leipzig hinaus. Dabei läuft das erste Auswärtsspiel zunächst ganz nach Plan. Doch dem starken Start folgt ein dürftiger Rest und die Erkenntnis: Das neu formierte Team des FCE muss sich erst noch finden. Aus Leipzig berichtet Frank Noack

Seine erste Pressekonferenz in der Regionalliga Nordost war alles andere als eine Wohlfühlveranstaltung für Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Während sein Leipziger Kollege Heiko Scholz rauschenden Beifall von den VIP-Gästen für seine Analyse bekam, saß Wollitz in der sehr gewöhnungsbedürftigen Umgebung von Schnittchen und Frikadellen auf dem Podium und schaute mit nachdenklichem Gesicht durch den VIP-Raum des altehrwürdigen Bruno-Plache-Stadions. So hatte er sich den Start in das Abenteuer 4. Liga ganz sicher nicht vorgestellt. "Das Ergebnis geht in Ordnung. Mit den ersten 25 Minuten bin ich sehr zufrieden. Da haben wir viele Dinge richtig gemacht. Dann haben wir uns jedoch zu weit zurückgezogen", fasste Wollitz ein Spiel zusammen, das aus Cottbuser Sicht aus einer guten, vielleicht sogar sehr guten Startphase sowie einer ziemlich dürftigen Folgezeit bestand.

Denn vor 6299 Zuschauern in Leipzig startete Energie genau so, wie man sich das von einem Favoriten vorstellt. Engagiert, konzentriert und laufstark wurde der anfangs hilflose Gastgeber in die Schranken gewiesen. Kevin Weidlich riss mit seinen Sprints immer wieder die linke Abwehrseite von Lok auf, Kapitän Marc Stein traf schon in der 12. Minute per Kopf zur Führung. "Wenn wir so spielen wie in den ersten 25 Minuten, dann wird es für die Gegner ganz schwer, gegen uns zu punkten", befand Stein. Aber er analysierte auch kritisch, dass Energie eben nur in dieser Startphase überzeugen konnte. "Dann sind wir zu passiv geworden. Das darf uns nicht passieren. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir als Team einfach noch nicht gefestigt sein können."

Deshalb kam der Aufsteiger aus Leipzig in der Folgezeit immer besser ins Spiel. Und auch der schönste Angriff des Spiels ging auf das Konto der "Loksche". Am Ende einer gelungenen Stafette durch den FCE-Strafraum stand Djamal Ziane völlig frei und traf in der 39. Spielminute zum 1:1. "Das war gar nicht so schwer. Ich musste den Ball ja nur noch ins Tor schieben", wunderte sich der ehemalige Cottbuser über den Freiraum, den ihm Energie in dieser Szene gewährte. Ziane war einer von insgesamt acht Ex-Cottbusern bei Lok Leipzig. Neben dem Torschützen machte auch Paul Maurer ein gutes Spiel.

Anders als in der Vorwoche beim 1:1-Remis im letzten Testspiel gegen den Zweitligisten Union Berlin konnten die Gäste diesmal in der zweiten Halbzeit nicht mehr zulegen. Am Ende hatte Lok sogar die besseren Möglichkeiten für das zweite Tor. "Wir haben unsere Konter nicht gut ausgespielt. In der zweiten Halbzeit hat oft der letzte Pass gefehlt", bilanzierte Wollitz.

Das lag auch daran, dass die Zentrale mit Tim Kruse und Joshua Putze noch nicht wie erwartet das Spiel lenken konnte. Vor allem Putze hatte nach seiner Verletzungspause riesengroße Probleme. Er hatte sich bereits zum Start der Vorbereitung am Sprunggelenk verletzt und war erst Anfang der Woche ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Auch Marcel Baude legte ein Blitzcomeback hin. Er war ebenfalls am Sprunggelenk verletzt.

Und dennoch blieb Energie in der 2. Halbzeit überraschend weit unter seinen Möglichkeiten. Lok hatte jetzt richtig viel Spaß. Die Gäste dagegen suchten vergeblich nach dem Rezept, um wieder ins Spiel zu kommen. "Mit der Einstellung bin ich zufrieden. Mit dem Fußballerischen nicht", lautete das Fazit von Wollitz.