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Fussball
FCE: Respekt und ein „lächerliches“ Vorspiel

Kevin Weidlich, der hier drei Luckenwalder stehen lässt, traf in den vergangenen fünf Liga-Spielen dreimal für Energie.
Kevin Weidlich, der hier drei Luckenwalder stehen lässt, traf in den vergangenen fünf Liga-Spielen dreimal für Energie. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Spitzenreiter Energie Cottbus erwartet am Samstag eine intensive Partie beim Tabellendritten Nordhausen. FCE-Coach Wollitz zollt dem Gegner großen Respekt, trotzdem ärgert er sich über eine Aussage seines Trainer-Kollegen. Von Frank Noack

Der gegenseitige Respekt ist zwar riesengroß, aber auch der Siegeswille auf beiden Seiten. Der souveräne Regionalliga-Spitzenreiter Energie Cottbus reist an diesem Samstag zum Tabellendritten Wacker Nordhausen (13.30 Uhr, LR-Liveticker). Die Gastgeber haben in ihrer Vorberichterstattung vollmundig die „Energiewende“ ausgerufen und wollen im heimischen Albert-Kuntz-Sportpark das erste Team sein, das den Spitzenreiter besiegt. „Ein gutes Spiel machen und dann trotzdem verlieren, das bringt uns gar nichts. Die drei Punkte wollen wir schon mitnehmen. Noch dazu, weil wir zu Hause spielen“, kündigt Oliver Genausch an. Mit seinem Treffer beim 1:0 in Neustrelitz sorgte der Stürmer am Wochenende für den dritten Wacker-Sieg in den zurückliegenden vier Spielen. Trainer Volkan Uluc ergänzt: „Wir haben ein Riesenspiel vor uns, wollen unseren Zuschauern einiges bieten. Um Cottbus die erste Niederlage beizubringen, brauchen wir ein perfektes Spiel.“

Bei Energie geht man mit solchen Kampfansagen der Konkurrenz inzwischen recht gelassen um. Zwölf Siege in 13 Spielen und 14 Punkte Vorsprung auf Nord­hausen haben nicht nur für Selbstvertrauen, sondern auch eine gewisse Gelassenheit gesorgt. Man wolle natürlich diesmal wieder das Spiel bestimmen, betont Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Er hat aber auch eine deutliche Warnung herausgegeben für seine Mannschaft, die zuletzt in den Duellen mit vermeintlich leichteren Gegnern nicht immer zu einhundert Prozent konzentriert war. „In den letzten Spielen konnten wir das noch kaschieren. Diesmal brauchen wir aber Konzentration und Power über die gesamten 90 Minuten“, warnt Wollitz.

Immerhin musste Wacker Nordhausen erst sechs Gegentreffer hinnehmen und verfügt damit über die zweitbeste Abwehr hinter Cottbus (3). Wie ernst der FC Energie dieses Spitzenspiel nimmt, zeigt auch die Tatsache, dass man Nordhausen in den vergangenen Wochen insgesamt vier Mal live beobachtet hat. „Es ist eine sehr kompakte Mannschaft mit hoher Laufbereitschaft. Die Zweikämpfe werden sehr wichtig sein“, stellt der Coach sein Team auf eine sehr intensive Partie ein. Und wie es sich für ein Spitzenspiel gehört, wurde im Vorfeld neben dem gegenseitigen Respekt  auch die eine oder andere verbale Spitze ausgetauscht. Dass Wacker-Trainer Volkan Uluc mit Bezug auf die verletzungsbedingten Ausfälle der beiden FCE-Stürmer Benjamin Förster und Streli Mamba im Fachmagazin „kicker“ von einem „breiten Kader“ der Cottbuser sprach, löste bei ­Wollitz ein ungläubiges Kopfschütteln aus. „Das ist lächerlich. Wir haben seit Wochen keinen richtigen Stürmer zur Verfügung. Wir haben mehrere Nachwuchsspieler, die dann zur Stelle sind“, kontert ­Wollitz und führt als Beleg den jüngsten 2:0-Sieg gegen Luckenwalde an. Die Treffer hatten Gabriel Boakye und Malte Karbstein erzielt – beide sind erst 19 Jahre alt.

Bei Wacker Nordhausen setzt man dagegen auf erfahrene Spieler wie den Ex-Cottbuser Matthias Peßolat (32) oder Bedi Buval (31), der von Drittliga-Aufsteiger Jena kam. Wollitz: „Vom Kader her ist eigentlich Nordhausen der Favorit auf den Staffelsieg. Nordhausen hat ein ­Potenzial durch finanzielle Möglichkeiten, die andere in der Liga nicht haben. Sonst würden ­gewisse ­Spieler da nicht spielen.“