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FCE: Mit Sorgen gegen die Beinsteller

Lasse Schlüter (r.) weiß um die Schwere der Aufgabe in Halberstadt: "Wir müssen uns die Erfolge in jedem Spiel immer wieder neu erarbeiten."
Lasse Schlüter (r.) weiß um die Schwere der Aufgabe in Halberstadt: "Wir müssen uns die Erfolge in jedem Spiel immer wieder neu erarbeiten." FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Natürlich hat Energies Trainer Claus-Dieter Wollitz auch das große Interview mit seinem Halberstädter Kollegen Andreas Petersen in der Freitag-Ausgabe der RUNDSCHAU sehr aufmerksam gelesen. Und er hat natürlich die Ambitionen des gastgebenden Außenseiters für das Regionalliga-Spiel an diesem Sonntag um 13.30 Uhr ebenfalls zur Kenntnis genommen. Frank Noack

Petersen hatte angekündigt, dass Germania Halberstadt dem Tabellenführer FC Energie Cottbus zumindest im übertragenen Sinne ein Bein stellen möchte ("Gegen uns haben sie ja auch noch nicht gewonnen"). Wollitz antwortet zwei Tage vor dem Gastspiel im Nordharz mit einem Lächeln auf die besagte Beinstell-Ankündigung. "Uns ein Bein stellen - das wollen doch alle", erklärt der FCE-Trainer.

Genau das ist die Ausgangsposition für die kommenden Wochen. Dabei hat sich Energie die Rolle des Gejagten mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen redlich verdient. Ähnlich wie der letztjährige Meister Carl Zeiss Jena sind die Lausitzer mit dieser makellosen Bilanz der Konkurrenz erst einmal ein Stück voraus. "Es ist doch klar, dass uns jeder Gegner ein Bein stellen will. Wir haben schließlich vorgelegt", betont Verteidiger Lasse Schlüter. "Wir sind mit Euphorie in die Saison gestartet, sodass jeder Spieler genügend Selbstvertrauen haben sollte. Aber wir müssen uns die Erfolge in jedem Spiel immer wieder neu erarbeiten."

Zumal diese Arbeit in den kommenden Wochen schwerer werden dürfte als bisher. Mit dem prima in die Saison gestarteten Aufsteiger aus Halberstadt, der auch schon acht Punkte auf seinem Konto hat, sowie dem Heimspiel gegen den BFC Dynamo am 17. September warten "zwei richtige Prüf steine" , wie es Lasse Schlüter formuliert. Auch die dann folgenden Aufgaben gegen den Berliner AK, Hertha II, Lok Leipzig sowie Babelsberg 03 sind von anderem Kaliber als die bisherigen Kontrahenten. Daran will Trainer Wollitz jetzt aber noch nie denken. Seine Forderung lautet: Von Spiel zu Spiel denken! Das klingt zwar nicht überraschend, verspricht aber trotzdem den größtmöglichen Erfolg bei der Fortsetzung der Siegesserie.

Wollitz erwartet am Sonntag jede Menge Gegenwehr und einen aggressiven Außenseiter: "Wir dürfen uns nicht aus dem Konzept bringen lassen, sondern müssen konzentriert bleiben. Wir haben alle Möglichkeiten, dass sich der Gegner nach uns richten muss."

Allerdings reist Energie Cottbus mit einigen Personalsorgen zum nächsten Beinsteller-Duell. Tim Kruse ist nach seiner umstrittenen Gelb-Roten-Karte beim 1:0-Sieg gegen den ZFC Meuselwitz für eine Partie gesperrt. Jonas Zickert hat sich erneut verletzt und muss nach seinem Kreuzbandriss im Mai 2016 nun womöglich erneut für einige Zeit pausieren. Der Youngster klagt über muskuläre Beschwerden. Trainer geht sogar von einem Muskelfaserriss aus: "Ich befürchte das Schlimmste." Paul Gehrmann, der ebenfalls als Ersatz für Kruse in Betracht kommt, kann nach einer Knöchelblessur erst seit dieser Woche wieder mit dem Team trainieren. Stürmer Benjamin Förster fällt wahrscheinlich aus. Er bekam im Training einen Schlag auf den Knöchel und geht an Krücken.

Den Kampf gegen die Beinsteller müssen also andere ausfechten.