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FCE ist spitze – nicht nur im Nordosten

Energie ist nicht zu stoppen: Hier enteilt Marcelo (M.) den beiden Berlinern Solomon Okoronkwo (l.) und Björn Lambach.
Energie ist nicht zu stoppen: Hier enteilt Marcelo (M.) den beiden Berlinern Solomon Okoronkwo (l.) und Björn Lambach. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Antwort von René Rydlewicz kam wie aus der Pistole geschossen. "Auf jeden Fall!", versicherte der Trainer des BFC Dynamo im Anschluss an die 1:3-Niederlage am Sonntag im Stadion der Freundschaft auf die Frage, ob denn sein Team den souveränen Tabellenführer FC Energie Cottbus überhaupt noch einholen könne. Frank Noackund Steven Wiesner

Auf jeden Fall kann man das als eine Kampfansage werten. Auf jeden Fall kann man darin aber auch den verzweifelten Versuch sehen, die acht Punkte Vorsprung des FCE auf seinen ärgsten Ver folger nicht allzu übermächtig erscheinen zu lassen. Denn Fakt ist: Die derzeitige Statistik in der Fußball-Regionalliga Nordost spricht eine deutliche Sprache zugunsten von Energie Cottbus. Sieben Spiele, sieben Siege und dabei auch das Duell des Ersten gegen den Zweiten gewonnen - das ist weit mehr als nur eine "kleine Duftmarke", wie es Torjäger Streli Mamba formuliert.

Diese acht Punkte Vorsprung sind zunächst einmal eine hervorragende Basis für die weiteren Auf gaben gegen die Teams aus der Hauptstadt. Nach dem Sieg gegen den BFC Dynamo gastieren die Lausitzer an diesem Samstag beim Berliner AK. Am 29. September kommt dann die Rerserve von Hertha BSC zum Freitagabend-Spiel ins Stadion der Freundschaft.

Acht Punkte sind statistisch gesehen aber auch eine gute Ausgangsposition für den Kampf um die Meisterschaft im Nordosten. Zum Vergleich: Der FC Carl Zeiss Jena hatte in der vergangenen Saison in der Hinrunde ebenfalls acht Punkte Vorsprung auf den Zweiten, ehe die Thüringer am Ende nach dem bereits sicheren Meistertitel vorübergehend noch weiter enteilten. Und auch der FSV Zwickau rettete in der Saison 2015/16 einen Acht-Punkte-Vorsprung ins Ziel.

Ist also eine Vorentscheidung schon gefallen? Bei Energie weist man solche Gedanken weit von sich. "Klar hoffen wir, dass das eine Tendenz ist. Aber es kommen noch schwere Brocken", betont Mittelfeldspieler Fabio Viteritti. Trainer Claus-Dieter Wollitz will erst gar nicht auf die Tabelle schauen, denn: "Der Punkteabstand interessiert mich nicht, sondern nur wie meine Mannschaft spielt."

Doch auch der Blick auf die anderen Regionalliga-Staffeln zeigt, wie stark der FCE gestartet ist. Die Maximalausbeute von 100 Prozent - also drei Punkte pro Spiel - kann keine weitere Mannschaft der vierthöchsten Spielklasse vorweisen. Den Topwert in Sichtweite haben lediglich noch der Hamburger SV II (2,7/Nord) und Borussia Dortmund II (2,6/West). Mit nur zwei Gegentoren pro Spiel liegt Energie auch in dieser Statistik vorn. Lediglich bei den erzielten Treffern rangiert 1860 München (27) vor Cottbus (25) - allerdings haben die Löwen vier Spiele mehr absolviert.

So oder so: Dieser Saisonstart des FCE ist spitzenmäßig! Das belegen die nüchternen Zahlen, aber auch die Leistungen der Mannschaft von Trainer Wollitz. Sie hat es jetzt selbst in der Hand, das Maximale aus diesem Vorsprung zu machen.

Das weiß auch die Konkurrenz. Stürmer Rufat Dadashov vom BFC Dynamo sagt: "Wir müssen darauf hoffen, dass Cottbus irgendwann mal patzt." Klar, dass Energie das vermeiden will. Auf jeden Fall! Bei aller Euphorie, eine Best marke ist noch offen. Jena musste in der Vorsaison den ersten Punktverlust erst am 9. Spieltag hinnehmen - beim 0:0 gegen den FC Energie.