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| 01:34 Uhr

FCE-Geschäftsführer: „Wir haben uns gefühlt wie im Viehtransport“

Unter Polizeischutz mussten Energie ins Stadion gelotst werden – doch der MSV Duisburg ist sich keiner Schuld bewusst.
Unter Polizeischutz mussten Energie ins Stadion gelotst werden – doch der MSV Duisburg ist sich keiner Schuld bewusst. FOTO: Koch/mkc1
Cottbus/Duisburg. Die Vorfälle vom Pokalhalbfinale in Duisburg lassen Energie Cottbus keine Ruhe. FCE-Geschäftsführer Normen Kothe sammelt derzeit Sachberichte über die Geschehnisse rund um den Fan-Zug, der in Duisburg nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden war. Von Jan Lehmann

Kothe, selbst mit im Zug, will die Akten dem Deutschen Fußball Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) übergeben. Er sagt: “Wir haben uns gefühlt wie im Viehtransport.„

Der konkrete Vorwurf der Cottbuser: Die Duisburger seien mit der Ankunft der etwa 800 Energie-Fans überfordert gewesen. Über eine Stunde hätten die Schlachtenbummler auf der S-Bahn-Station am Hauptbahnhof vergeudet. Ohne erklärende Durchsagen hätte demnach die Fan-Schar in einer S-Bahn mit geschlossenen Türen gestanden, die aus angeblich technischen Gründen nicht fahren konnte. Als alle Cottbuser wieder ausgestiegen waren, sei der Zug leer aus dem Bahnhof gerollt. FCE-Geschäftsführer Kothe: “Da fühlt man sich veralbert.„ Der Hauptgrund für die Verärgerung der Cottbuser ist, dass viele Fans wegen dieser Verzögerungen erst deutlich nach Spielbeginn im Stadion waren.

Die Duisburger seien nicht auf so viele Gästefans vorbereitet gewesen, so Kothe, obwohl die Anzahl der Cottbuser klar gewesen sei. Trotzdem seien die Rot-Weißen nur in kleinen Grüppchen durch zwei viel zu kleine Eingänge ins Stadion geschleust worden. Kothe: “Das war unprofessionell und dauerte viel zu lange. Ich persönlich war 25 Minuten nach Anpfiff auf meinem Platz.„ Duisburgs Pressesprecher Martin Haltermann hält dem entgegen, dass die Durchsuchungen am Einlass besonders intensiv gewesen seien: “Wenn man bedenkt, dass es in der Cottbuser Kurve geraucht hat und wir vorher schon Pyrotechnik konfisziert haben, ist das gerechtfertigt.„ Zudem hätte Energie laut Haltermann einen Antrag auf späteren Spielbeginn stellen können.

Auf Energie-Seite wird dieser Hinweis als unangebracht empfunden, weil zwei TV-Sender das Halbfinale live übertragen haben - eine Verschiebung also kaum denkbar gewesen sei. Der FCE-Geschäftsführer ärgert sich indes darüber, wie unfreundlich die Lausitzer zu diesem wichtigen Spiel empfangen worden seien. Normen Kothe weiß zwar, dass er bei DFB und DFL sicher keine Entschädigung für die verspäteten Energie-Fans herausschlagen wird. Aber er betont: “Wir haben auch eine Informationspflicht, damit mögliche Missstände nicht bei der nächsten Veranstaltung noch schlimmere Folgen haben.„

Womöglich gibt es beim MSV tatsächlich ein Problem in puncto Sicherheit. Schließlich erlebten nicht nur die Fans, sondern auch die Spieler in Duisburg unschöne Szenen. Der Teambus war vor Spielbeginn von Hooligans angegriffen und aufgehalten worden. Der lapidare Hinweis des Duisburger Polizeisprechers Ramon van der Maat, dass Energie den Sicherheitsbeauftragten des MSV hätte kontaktieren sollen, um eine günstigere Fahrtroute zu erfahren, bringt die Cottbuser auf die Palme. FCE-Sprecher Lars Töffling: “Der Sicherheitsbeauftragte war für uns den ganzen Dienstag nicht zu erreichen.„ MSV-Sprecher Martin Haltermann wiegelt ab: “Michael Meier hatte keinen einzigen Anruf der Cottbuser auf seinem Telefon.„ Eine Aussage, die Energie so nicht stehenlassen will. Lars Töffling: “Wir können das Gegenteil schriftlich nachweisen.„