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| 22:06 Uhr

Fußball
FCE feiert Mineralwasser-Meisterschaft mit Bier

So feiert Energie die Meisterschaft FOTO: FuPa Brandenburg
Luckenwalde. Cottbus gewinnt das Spiel beim FSV Luckenwalde 2:0 (1:0) und hat den Titel in der Regionalliga-Nordost sicher. So richtig gejubelt werden soll trotz der vielen Superlative aber erst im Mai nach den beiden Aufstiegsspielen. Trainer Wollitz legte trotzdem schon ein Tänzchen auf den Rasen. Von Jan Lehmann und Frank Noack

Für Glanz sorgten am Mittwochabend immerhin die Flutlichtstrahler. Energie Cottbus dagegen konnte sich beim letzten, noch fehlenden Dreier auf dem Weg zum Titelgewinn in der Fußball-Regionalliga Nordost mit einem Arbeitssieg zufriedengeben. Denn das 2:0 (1:0) beim Tabellenletzten FSV Luckenwalde reichte, um die Mineralwasser-Meisterschaft perfekt zu machen. So richtig gefeiert werden soll dann im Mai, wenn die beiden Aufstiegsspiele zur 3. Liga anstehen.

Streli Mamba brachte den FCE mit seinem 16. Saisontreffer in der 19. Minute in Führung. Kevin Scheidhauer (2:0/90.) machte dann endgültig den Weg zum souveränen Titelgewinn frei.

„Ich bin glücklich, stolz, dankbar. Bis hierher haben wir etwas Außergewöhnliches geleistet. Wir haben heute die Pflichtaufgabe erfüllt. Heute zählt der Sieg“, erklärte Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Schon vor den Aufstiegsspielen am 24. und 27. Mai steht fest: Die Mineralwasser-Meisterschaft ist gleichzeitig auch eine Meisterschaft der Superlative. Energie feierte am Mittwochabend in Luckenwalde den 24. Sieg im 29. Spiel. Cottbus hat damit 76 Punkte auf dem Konto. Carl Zeiss Jena als letztjähriger Meister kam auf insgesamt 75 Zähler – am Saisonende wohlgemerkt.

Energie ist nach dem FC Bayern München der zweite Club in den vier höchsten deutschen Spielklassen, der sich frühzeitig die Meisterschaft sichert. München machte am 29. Spieltag der Bundesliga alles klar. ­Cottbus holte sich den Titel jetzt also ebenfalls nach 29 Spielen.

Torjäger Streli Mamba (M.) traf in der 19. Minute zur Cottbuser Führung.
Torjäger Streli Mamba (M.) traf in der 19. Minute zur Cottbuser Führung. FOTO: FuPa Brandenburg

Während der FCE am Mittwochabend die Mineralwasser-Meisterschaft bejubelte, blickt der FSV Luckenwalde dem Abstieg in die Oberliga entgegen. Der Tabellenletzte hat in der gesamten Saison erst sieben Punkte geholt und ist damit kaum noch vor dem Absturz in die Fünftklassigkeit zu retten.

Im Luckenwalder Werner-Seelenbinder-Stadion überraschte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz die etwa 500 mitgereisten Fans mit einer auf mehreren Positionen veränderten Startformation. Im Tor stand diesmal Kevin Rauhut anstelle von Avdo Spahic. In der Innenverteidigung ersetzen die Youngster Malte Karbstein (20 Jahre) und Max Grundmann (19) das etablierte Duo Marc Stein und José-Junior Matuwila. Mit Lasse Schlüter und Maximilian Zimmer saßen zwei weitere Leistungsträger zunächst auf der Bank. Auch Luckenwalde hatte eine Überraschung parat: Die Gastgeber begannen die Partie mit dem Ex-Cottbuser Robert Petereit im Tor und nicht mit Stammkeeper Konstantin Filatow.

Trotz dieser Umstellungen brauchte der Tabellenführer nur eine gute Viertelstunde für den Führungstreffer durch Streli Mamba. Dessen Sturmpartner Kevin Scheidhauer hatte den Ball verlängert, Mamba schaltete im Strafraum am schnellsten und traf zum 1:0 (19.). Danach wurde der Klassenunterschied im Spiel zwischen beiden Teams immer deutlicher. Den ersten echten Luckenwalder Torschuss gab es erst in der 36. Minute, als Leonel Kadiata den Cottbuser Kasten um etwa einen Meter verfehlte. Energie war in dieser Phase vor der Pause nicht mehr ganz so konzentriert wie zu Spielbeginn.

Auch in Halbzeit zwei hatte Energie wenig Mühe, den Sieg nach Hause zu bringen. Nach dem Schlusspfiff feierten dann Fans und Mannschaft gemeinsam den Titelgewinn. Und auch das eine oder andere Bier wurde von Präsident Michael Wahlich genehmigt. Er beobachtete das wilde Treiben auf dem Luckenwalder Rasen etwas abseits. „Ich freue mich, aber ich muss das erst mal sacken lassen. Wir haben uns eine gute Serie ausgerechnet. Dass sie so gut wird, haben auch wir nicht gedacht." Wahlich betonte: "Heute wird richtig gefeiert. Es ist zwar noch nicht das letzte Ziel, aber wir haben schon etwas zum Anfassen. Die Aufstiegsspiele sind jetzt realistisch, darauf bereiten wir uns vor.“

Trainer Wollitz, der ein flottes Tänzchen mit der Energie-Fahne auf den Rasen legte, gab dem Team bis Freitagmittag frei: „In den nächsten fünf Spielen wollen wir seriös weiterarbeiten. Aber heute dürfen die Spieler alles machen, was sie anschließend nicht bereuen. Sie sollen feiern!“

Mit der frühen Meisterschaft überflügelte das aktuelle Team sogar die legendäre Aufstiegsmannschaft des Jahres 1997. Eduard Geyer führte Detlef Irrgang & Co. nach 30 Spielen zum Titel in der damals drittklassigen Regionalliga und schaffte später in den Aufstiegsspielen gegen Hannover 96 den Sprung in die 2. Liga. Dieser Kraftakt steht Wollitz und seiner Mannschaft im Mai noch bevor. Dann soll die Mineral­wasser-Meisterschaft mit dem Dritt­liga-Aufstieg veredelt werden – und kann dann natürlich mit noch mehr Kaltgetränken gefeiert werden.

So feiert Energie die Meisterschaft FOTO: FuPa Brandenburg