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FCE erhöht Ticketpreise und Beitrag

FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Regionalligist Energie Cottbus benötigt zusätzliches Geld. Der Verein befinde sich finanziell "längst nicht in ruhigem Fahrwasser", erklärt Präsident Michael Wahlich und hat ein Konzept für Mehreinnahmen vorgelegt. Die Mitglieder müssen jetzt darüber abstimmen. Frank Noack

Trotz Einsparungen in sechsstelliger Höhe in dieser Saison benötigt Fußball-Regionalligist Energie Cottbus zusätzliches Geld, um laut Präsident Michael Wahlich "solide wirtschaften zu können". Deshalb will der Verein die Ticketpreise für die kommende Spielzeit erhöhen. Zudem sollen auf der Mitgliederversammlung am 30. Juni eine einmalige Sonderumlage sowie eine Beitragserhöhung beschlossen werden. Die RUNDSCHAU erklärt die wichtigsten Fragen und Hintergründe der geplanten Maßnahmen.

Warum braucht Energie Cottbus jetzt zusätzliches Geld?
Trotz der Einsparungen in sechsstelliger Höhe im zweiten Halbjahr 2016 befindet sich der Verein "finanziell jedoch längst nicht in ruhigem Fahrwasser", erklärt Präsident Michael Wahlich in einem am Donnerstagvormittag auf der FCE-Internetseite veröffentlichten Interview. Wahlich sagt klipp und klar: "Das sind nun einmal die Tatsachen und diese erfordern für die Zukunft einige Anpassungen, die dem Verein finanzielle Mehreinnahmen generieren, um solide wirtschaften zu können. Diese Schritte werden weniger populär sein, sie sind für den Verein allerdings unabdingbar."

Wie hoch fällt die Erhöhung der Ticketpreise aus?
Die Eintrittskarten werden im Schnitt um 1,50 Euro teurer. Beim Start in die Saison 2016/17 kosteten das Sitzplatzticket 16 Euro und der Stehplatz zehn Euro für Vollzahler an der Tageskasse. Wegen der Verbandsstrafen aufgrund von Fan-Ausschreitungen hatte der FCE für die letzten Saisonspiele die Preise um jeweils einen Euro erhöht. Zum Vergleich: Bei Carl Zeiss Jena kostet der Sitzplatz 24,50 Euro, der Stehplatz neun Euro. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf sind in der Regionalliga wichtiger denn je. Weil die TV-Gelder im Vergleich zu den Vorjahren dramatisch gesunken sind. Derzeit gibt es nur noch eine niedrige fünfstellige Summe. In der 3. Liga waren es etwa 800 000 Euro. Mit einem Zuschauerschnitt von 5433 Besuchern pro Heimspiel liegt Energie mit Abstand an der Spitze Energie mit Abstand an der Spitze der Liga. "Man muss kein Mathematiker sein, um zu verstehen, dass bei einem ähnlichen Zuschauerzuspruch in der kommenden Saison dem Verein erhebliche Mehreinnahmen zukommen würden", betont Wahlich.

Welche Mehrbelastung kommt auf die Mitglieder zu?
Bei der Mitgliederversammlung am 30. Juni (18 Uhr, Sporthalle im Energie-Stadion) will der Verein über eine Sonderumlage, also eine Einmalzahlung, abstimmen lassen. Laut Satzung ist der Verein mit entsprechender Zustimmung der Mitgliederversammlung dazu berechtigt, von jedem vollgeschäftsfähigen Mitglied einmal jährlich eine Sonderumlage in Höhe von maximal zwei Jahresbeiträgen zu erheben. Der Jahresbeitrag beträgt derzeit 66 Euro für Erwachsene. Eine solche Sonderumlage in voller Höhe hat man bei Energie jedoch intern als zu hoch eingestuft. Stattdessen soll die Umlage jetzt den halben Jahresbeitrag, also 33 Euro, betragen (ermäßigt 18 Euro).

Wird zusätzlich auch der Mitgliedsbeitrag erhöht?
Ja. "Die Initiative für eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge wurde von einer Vielzahl an Mitgliedern selbst auf den Plan gerufen", erklärt Wahlich in dem Interview. Unter anderem wurde darüber im Februar bei der Premiere des Mitglieder-Stammtisches diskutiert. Wenn die Mitgliederversammlung mehrheitlich zustimmt, tritt die Beitragserhöhung zum Kalenderjahr 2018 in Kraft. Zur genauen Höhe hat sich der Verein noch nicht geäußert. Laut Wahlich "käme somit der aktuelle Jahresbeitrag 2017 plus die angestrebte Sonderumlage der künftigen Anpassung in etwa gleich". Das bedeutet, der neue Mitgliedsbeitrag wird knapp 100 Euro betragen. In Jena sind derzeit 6,50 Euro pro Monat fällig, also 78 Euro im Kalenderjahr.

Wofür sollen die Mehreinnahmen konkret verwendet werden?
"Die Sonderumlage wird für akut notwendige Instandhaltungsmaßnahmen in unserem Nachwuchsleistungszentrum benötigt", kündigt Wahlich an. Der Präsident führt als weitere Bereiche die finanzielle Belastung des Vereins unter anderem durch den hohen Stadion unterhalt, etliche andere Fixkosten, Mindestlohnanpassung, Verbandsstrafen, erhöhte Sicherheitsaufwendungen und eben auch durch die Betreibung des Nachwuchsleistungszentrums an.

Welche Rolle spielen die Einnahmen aus dem DFB-Pokal?
In der 1. Runde bekommt Energie etwa 115 000 Euro, in der 2. Runde wären es sogar rund 300.000 Euro. "Die garantierten Gelder aus der Teilnahme am DFB-Pokal sind sehr wichtig, zumal wir sie nicht eingeplant haben. Allerdings lösen sie nicht unsere finanziellen Themen, sie helfen aber dabei", erklärt FCE-Präsident Michael Wahlich.

Das komplette Interview mit Michael Wahlich: www.fcenergie.de