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| 18:45 Uhr

Fußball
FCE-Aufstiegskonkurrenz zeigt schon Nerven

Jan Mauersberger (r.) verhinderte mit seinem Last-Minute-Treffer eine Blamage von 1860 München.
Jan Mauersberger (r.) verhinderte mit seinem Last-Minute-Treffer eine Blamage von 1860 München. FOTO: FrankHoermann/SVEN SIMON / Imago Sportdienstfoto GmBH
Cottbus. Die RUNDSCHAU beleuchtet ab sofort regelmäßig alle Regionalliga-Staffeln und stimmt auf die beiden Entscheidungsspiele im Mai ein. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Energie Cottbus führt weiter souverän die Tabelle der Fußball-Regionalliga Nordost an. Doch der riesengroße Vorsprung von derzeit 21 Punkten hat nur bedingt Einfluss darauf, ob die Spielzeit 2017/18 am Ende erfolgreich wird oder nicht. Auch wenn momentan vor allem über witterungsbedingte Spielab­sagen diskutiert wird – die entscheidende Saisonphase rückt näher. Denn in nicht einmal drei ­Monaten stehen die Aufstiegs­spiele zur 3. Liga an! Auch wenn Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz immer wieder warnt, dass selbst der souveräne Tabellenführer in der Nordost-Staffel noch nicht durch sei, so zweifelt doch kaum jemand daran: Die Lausitz wird bei den Aufstiegsspielen am 24. und 27. Mai mit großer Wahrscheinlichkeit dabei sein.

Klar, wir in der RUNDSCHAU-Sportredaktion sehen den FC Energie auch auf sehr gutem Weg in Richtung dieser beiden entscheidenden Aufstiegspartien. ­Deswegen wollen wir ab sofort ­unter dem Motto „Fokus Aufstieg – ­Heißer Tanz im Mai“ regelmäßig auf die potenziellen Gegner des FCE schauen.

Was passiert in den anderen Regionalligen? Welche Teams dürften die schwierigsten Kontrahenten werden? Welche ehemaligen Energie-Profis wird man möglicherweise in den Aufstiegsspielen wiedertreffen? Bei Südwest-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken spielen beispielsweise mit Manuel Zeitz, Marco Holz, Fanol Perdedaj und Markus Obernosterer gleich vier Ex-Cottbuser. ­Routinier Ivica Banovic ist mit dem SC Freiburg II ebenfalls noch im Aufstiegsrennen. In der Regional­liga West hat der KFC Uerdingen als Tabellenzweiter hinter Viktoria Köln ebenfalls vier Ex-Cottbuser unter Vertrag: Christopher Schorch, Alexander Bittroff, Christian Müller und Charles Takyi.

FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz versucht, sich von den Resultaten in den anderen Staffeln nicht ablenken zu lassen. Er betont: „Ich verstehe, dass sich bei unserem Vorsprung in der Regionalliga viele auf diese ­Spiele im Mai fokussieren. Grundsätzlich halte ich es aber wirklich so, dass ich von Spiel zu Spiel schaue. Wir müssen uns jetzt das Selbstvertrauen und die Überzeugung holen, damit wir uns dann in diesen extremen Spielen belohnen können.“

Je näher diese beiden Spiele rücken, umso mehr steigt auch der Stresspegel. Energie hat dabei den größten Vorsprung aller Tabellenführer und muss sich also in sportlicher Hinsicht die wenigsten Sorgen machen. Für Stress könnte aber die Absageflut in der Regionalliga Nordost sorgen. Die Cottbuser müssen bereits zwei Spiele nachholen. An diesem Freitag soll der komplette Spielplan bis zum Ende der Saison terminiert werden. Der Nordostdeutsche Fußballverband hat wie in jeder Saison einen echten Flickenteppich zu stopfen, weil der Winter für zahlreiche Ausfälle gesorgt hat.

Wie der Kampf um die Aufstiegsspiele an den Nerven zehrt, zeigt sich in diesen ­Tagen bei 1860 München, dem großen Favoriten in der Regionalliga Bayern. „Der Druck macht die Löwen verrückt“, titelt „Bild-München“ in der Donnerstagausgabe, nachdem sich der Tabellenführer zu einem 2:1-Sieg gegen den TSV Buchbach gequält hatte. „Wir haben hier Profi-Bedingungen. Da ist es richtig bitter, wenn man gegen eine Feierabendmannschaft so lange kämpfen muss“, sagt Innenverteidiger Jan Mauersberger, der in der 4. Minute der Nachspielzeit für den Siegtreffer sorgte.

Trotzdem ist die Angst vor dem Verpassen des Aufstiegs beim ehemaligen Bundesligisten groß. Und zwar so groß, dass der Club den Spielern kürzlich einen Maulkorb in Form einer Interviewsperre verpasst hat. Bis auf weiteres steht die Mannschaft außerhalb von Spielen für die Medienvertreter nicht mehr zur Verfügung. „Die Spieler sollen sich auf ihre originären Aufgaben konzentrieren“, begründet die Pressestelle.

 Auch beim KFC Uerdingen liegen die Nerven blank. Die „Westdeutsche Zeitung“ hatte über die angebliche Zweckentfremdung von Geldern durch die KFC-Spitze um Investor Mikhail Ponomarev  berichtet. Die Fußball-GmbH soll versucht haben Spendengelder, die für den Jugendbereich vorgesehen waren, in die Profiabteilung abzuführen. Ponomarev, ein russischer Geschäftsmann, weist die Vorwürfe zurück. Der Verein beendete die Kooperation mit der „Westdeutschen Zeitung“ und entzog sämtlichen Mitarbeitern die Dauerakkreditierung. Das Motto „Fokus Aufstieg – ­Heißer Tanz im Mai“ ist also schon jetzt Programm in der 4. Liga.

FOTO: LR

Nordosten: Absageflut hält an

Während das Heimspiel des FC Energie am Sonntag gegen den Berliner AK (13.30 Uhr) ungefährdet ist, fallen auch an diesem Wochenende wieder etliche Partien im Nordosten aus. Kurios: Die Fürstenwalder Partie bei Viktoria kann nicht stattfinden. Dafür trägt Union zu Hause das Nachholspiel gegen Babelsberg aus.

Norden: Diskussionen beim Hamburger SV

Hamburg Beim Hamburger SV wurde lange diskutiert, ob sich die 3. Liga für die zweite Mannschaft überhaupt rechnet. Letztlich wurde die Lizenz doch beantragt. Neben Wolfsburg II ist Weiche Flensburg der ärgste Konkurrent. Der aus einer Fusion neu entstandene Club will bis spätestens 2020 in die 3. Liga. Dafür wird das Stadion ausgebaut.

Südwesten: Saarbrücken spielt eine Rekord-Serie

Der 1. FC Saarbrücken hat 21 Meisterschaftsspiele in Serie nicht verloren – damit wurde der Vereinsrekord eingestellt. Die Mannschaft von Trainer Dirk Lottner ist mit vielen hochkarätigen Spielern klar auf Meisterschaftskurs. Der zweite Aufstiegsplatz – denn nur diese Liga hat – ist dagegen noch völlig offen.

Westen: Wollitz’ Ex-Club wieder auf Kurs

Viktoria Köln, der Ex-Club von Trainer Claus-Dieter Wollitz, ist wieder auf Kurs Aufstiegsspiele, nachdem die Domstädter dort 2017 an Carl Zeiss Jena gescheitert waren. Am Wochenende wird es aber schwer bei der BVB-Reserve. Und das vorentscheidende Spiel könnte es am 25. März geben – dann tritt Viktoria beim KFC Uerdingen an.

Bayern: Entscheidung in der Allianz-Arena

Nur noch die Reserve vom FC Bayern könnte dem TSV 1860 noch ernsthaft gefährlich werden. Der 1. FC Nürnberg hat schon erklärt, dass er für die zweite Mannschaft keine Lizenz für die 3. Liga beantragt habe. Das wohl entscheidende Spiel zwischen Bayern II und den „Löwen“ am 29. April soll in die Allianz-Arena verlegt werden.

FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz fordert: Nicht ablenken lassen!
FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz fordert: Nicht ablenken lassen! FOTO: Steffen Beyer