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| 13:48 Uhr

Nach dem Last-Minute-Sieg gegen Meuselwitz (Mit VIDEO)
Von der Energie-Party direkt in den Kraftraum

 Energie Cottbus feiert das späte Siegtor von Jan Koch (Mitte/Nummer 24.).
Energie Cottbus feiert das späte Siegtor von Jan Koch (Mitte/Nummer 24.). FOTO: Christiane Weiland
Cottbus. Energie Cottbus gewinnt dank später Tore gegen den ZFC Meuselwitz und klettert in der Tabelle um mehrere Plätze. Trainer Wollitz spricht von einem „glücklichen Sieg“. Und er zieht Konsequenzen. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Die „Belohnung“ für den umjubelten Last-Minute-Heimsieg von Energie Cottbus gegen den ZFC Meuselwitz gibt es an diesem Montag: Auf dem Trainingsplan steht eine intensive Übungseinheit im Kraftraum. Im Gepäck haben die FCE-Profis immerhin das furiose 3:2 (0:1) in dem eigentlich schon verlorenen Heimspiel gegen ­Meuselwitz am Sonntagnachmittag im Stadion der Freundschaft.

„Wenn man nach einem 0:2 noch 3:2 gewinnt, reden wir von einem ­glücklichen Sieg“, erklärte Trainer Claus-Dieter Wollitz. Die Übungseinheit an den Geräten ist dabei keineswegs eine Strafmaßnahme, sondern soll die Mannschaft im Kraftbereich voranbringen, ver­sicherte Wollitz: „Wir hatten zwar viel Ballbesitz, aber lange Zeit nicht die nötige Intensität. Wenn einem der Gegner so viel Ballbesitz anbietet, braucht man eine höhere Intensität. Dafür benötigen wir ein intensives Training für die Beine und auf dem Rasen permanente Sprints, um den Gegner zu zermürben.“

Es war die nüchterne Bestandsaufnahme nach einem aus Cottbuser Sicht lange Zeit enttäuschenden Spiel vor 5204 Zuschauern. Der FCE hatte zwar in der Tat viel Ballbesitz, wusste damit aber wenig anzufangen. Dazu kam, dass die defensiven Gäste aus Meuselwitz eine bemerkenswerte Effizienz zeigten. Praktisch mit der ersten und auch einzigen Chance in Halbzeit eins ging der ZFC durch Danny Breitfelder in der 25. Minute in Führung. Alexander Dartsch erhöhte ebenfalls nach einem Konter auf 2:0 (72.).

Und der FC Energie? Er wirkte zunehmend nervös und hatte irgendwie keine Ideen, um den Meuselwitzer Abwehrriegel zu knacken. Doch das Beste hatten sich die Gastgeber diesmal bis zum Schluss aufge­hoben! Denn mit einem tollen Endspurt bogen sie dieses Spiel doch noch um. Ausgerechnet der lange Zeit eher unglücklich agierende Felix Brügmann traf in der 81. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit nahm der Wahnsinn dann seinen Lauf. Dimitar Rangelov erzielte den Ausgleich (90.+2), Jan Koch schoss den 3:2-Siegtreffer (90.+4). Aus dem Gewühl heraus ­stocherte der Innenverteidiger den Ball über die Linie.

„Das 2:2 und das 3:2 waren eine Frage des Willens“, lobte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz das Aufbäumen seiner Mannschaft. Gäste-Coach Heiko Weber war natürlich enttäuscht: „Ein Fußballspiel geht meistens 95 Minuten, wir haben heute nur 90 Minuten gespielt.“

Nach dem Siegtreffer gab es auf den Rängen und auf dem Rasen kein Halten mehr. Die Fans feierten den Last-Minute-Sieg, die FCE-­Profis schienen Jan Koch förmlich zu erdrücken. „Gefühlt standen 20 Mann auf der Linie, der Ball geht dann durch alle durch und dann war Freude pur im ganzen Stadion. Ich denke, wir haben es einfach mal gebraucht, dass ein Spiel auf unsere Seite kippt“, freute sich der Siegtorschütze.

Energie Cottbus – ZFC Meuselwitz FOTO: Steffen Beyer

Energie Cottbus wandelte am Sonntagnachmittag auf einem schmalen Grat – hatte dann aber verdient das bessere Ende für sich. In der Tabelle machte der FCE durch diesen Dreier einen großen Sprung nach oben und liegt jetzt auf Rang fünf. Der Abstand auf den Tabellenführer ­Hertha BSC II beträgt nur noch fünf Punkte. Im Kraftraum sollen sich die Spieler nun die nötige Power für die Aufholjagd holen. „Ich weiß, dass das den Spielern sehr viel abverlangt. Aber ansonsten haben wir keine Chance, uns in der Spitzengruppe festzusetzen“, sagte Wollitz und ergänzte: „Was man der Mannschaft zugutehalten muss: Sie besitzt ­einen unglaublichen Willen, auch im Training.“ Im Kraftraum werden die Spieler diesen Willen vermutlich gut gebrauchen können.