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| 17:40 Uhr

Fußball
Energie verkauft Leipzig-Tickets nur an Mitglieder

Beim Spiel in Leipzig können nur Vereinsmitglieder den FCE unterstützen.
Beim Spiel in Leipzig können nur Vereinsmitglieder den FCE unterstützen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Um erneute Ausschreitungen zu verhindern, verkauft Energie Cottbus die Tickets für das Regionalliga-Spiel bei Chemie Leipzig ausschließlich an Vereinsmitglieder. Der Verein reagiert damit auf die vielen Strafzahlungen - auch wenn die Maßnahme treue Fans trifft. Von Frank Noack

Regionalliga-Tabellenführer Energie Cottbus hat sich zu einem weiteren konsequenten Schritt gegen Ausschreitungen auf den Rängen durchgerungen. Für das erste Pflichtspiel des neuen Jahres am 28. Januar bei Chemie Leipzig werden Karten ausschließlich an Vereinsmitglieder verkauft. Jedes Mitglied könne an den zwei vorgesehenen Verkaufstagen nur eines der insgesamt 500 Tickets erwerben, teilt der Verein am Freitag mit - solange der Vorrat reicht.

„In Auswertung der in der Vergangenheit gehäuften Vorkommnisse und der damit verbundenen hohen finanziellen Belastung des Etats durch Verbandsstrafen und Auflagen seitens des Nordostdeutschen Fußballverbandes“, habe der FC Energie diese Konsequenzen gezogen, heißt es in der Mitteilung.

Wie läuft der Verkauf? Jedes Mitglied darf nur ein Ticket für sich persönlich erwerben. Der Verein weist darauf hin, dass der restlos beglichene Mitgliedsbeitrag aus dem Kalenderjahr 2017 hierfür Voraussetzung ist.

Was kosten die Karten? In den Verkauf kommen ausschließlich Stehplatz-Karten. Sie kosten zwölf Euro (Vollzahler) und zehn Euro (ermäßigt). Sitzplätze sind nicht verfügbar.

Was steckt hinter der Maßnahme? Zuletzt wurden beim Auswärtsspiel gegen die VSG Altglienicke am 6. Dezember im Berliner Jahnsportpark erneut pyrotechnische Erzeugnisse gezündet. Der Verein erachtet daher „eine derartige Maßnahme der Verkaufsregulierung für das Hochsicherheitsspiel in Leipzig als notwendig. Es ist zu vermuten, dass sich Störer – die eben keine Vereinsmitglieder sind - unter das Publikum mischen und das Spiel als Bühne für ihre unsportlichen Aktivitäten nutzen wollen. Der FC Energie hat demnach die notwendigen Daten, um diesen Personen den Ticketerwerb zu verwehren und besitzt zudem ein hohes Vertrauen in seine Mitgliedschaft“.

Was sagt der Verein? „Wir haben uns die Entscheidung keineswegs einfach gemacht. Wir haben mit allen Sicherheits- und Netzwerkpartnern beraten und sind aufgrund dieses Austauschs zu dieser Maßnahme gelangt“, erklärt Medien-Koordinator Stefan Scharfenberg auf RUNDSCHAU-Nachfrage. „Uns ist absolut bewusst, dass diese Handhabe auch viele unserer treuen Anhänger treffen wird. Das bedauern wir zutiefst. Aber Vorfälle wie im April in Babelsberg darf es nie wieder geben und dafür müssen wir vereinsseitig auch unseren Beitrag leisten. Zudem ist das Kontingent auf lediglich 500 Tickets begrenzt, so dass unsere Vereinsmitglieder hierfür ohnehin zuerst berücksichtigt werden sollten. Grundsätzlich wäre es auch uns lieber, wenn solche Maßnahmen nicht nötig wären.“

Wann werden die Karten verkauft? Im Rahmen des Testspiels gegen den 1. FC Magdeburg an diesem Sonntag um 15 Uhr werden die Kassen 4 und 5 am Haupteingang bereits ab 12.30 Uhr für den personalisierten Ticketverkauf an Vereinsmitglieder geöffnet. Sollten anschließend weiterhin Tickets für das Spiel in Leipzig verfügbar sein, werden zum Testspiel gegen Dukla Prag am 20. Januar ebenso ab 12 Uhr die Kassen für den gesonderten Auswärtskartenverkauf öffnen.

Was ist sonst zu beachten? Energie weist außerdem darauf hin, dass beim Kauf der Mitglieds- und der Personalausweis zum Abgleich vorzulegen sind. Die jeweilige Mitgliedsnummer wird auf dem Ticket vermerkt. Der Mitgliedsausweis ist auch vor Ort in Leipzig mitzuführen und auf Verlangen beim Ordnungsdienst vorzuzeigen.