| 16:11 Uhr

Fußball
FCE will Nazis zurückdrängen

Energiefans
Energiefans FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Fünf Tage vor dem Hochrisiko-Spiel in Cottbus gegen den SV Babelsberg 03 legt der FC Energie einen Maßnahmenplan gegen Extremismus und Gewalt vor. Von Simone Wendler

Das Papier ist das Ergebnis von monatelangen Beratungen der Vereinsspitze mit Sicherheitskräften und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Der Verein will damit gegen den Einfluss der rechtsextremistischen Hooligans der Gruppen „Inferno“ und „Unbequeme Jugend“ in der FCE-Fanszene vorgehen. Aus diesen Gruppen gibt es seit Jahren extremistische, antisemitische und gewalttätige Aktionen in und außerhalb von Stadien, in denen der FCE spielt. In der vorigen Saison kam es gerade bei den Spielen gegen Babelsberg 03 zu solchen Ausschreitungen. Beide Gruppen haben ein Darstellungsverbot im Stadion der Freundschaft, viele Mitglieder bereits Stadionverbote.

Im September wurde bekannt, dass „Inferno“-Anhänger versuchen, Druck auf andere Fan-Gruppen auszuüben, um unter dem Deckmantel einer einheitlichen Stadionfahne ihren Einfluss auf der Nordwand des Cottbuser Stadions wieder auszudehnen. „Wir wollen, dass alle friedliche Fußballspiele erleben“, beschreibt Verwaltungsratschef Matthias Auth das Ziel der Aktion. Diese müsste über Jahre fortgesetzt werden.

Zu den vom FCE beschlossenen Maßnahmen gehört eine Verbesserung der Arbeit des Sicherheitsdienstes ebenso, wie ein regelmäßiger runder Tisch mit allen Institutionen und Organisationen, mit denen der Verein in den vergangenen Monaten Beratungsgespräche führte. Bis zum Jahresende soll die Planstelle eines Beauftragten für Vielfalt und Toleranz ausgeschrieben werden. Eine engere Zusammenarbeit mit dem Cottbuser Fan-Projekt und Institutionen wie „Tolerantes Brandenburg“ ist ebenfalls geplant.