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Fanol Perdedaj geht – oder doch nicht?

Cottbus. Mittelfeldspieler Fanol Perdedaj wird den FC Energie zum Saisonende verlassen – oder vielleicht doch nicht? Der 23-Jährige lehnte am Sonntag zwar das Vertragsangebot der Lausitzer ab. Doch sein Berater deutet an: Es gibt noch eine Hintertür. Jan Lehmann

Nach dem 2:0-Sieg am Samstag hatte Fanol Perdedaj schon sein rotes Energie-Trikot gegen ein blaues von den Stuttgarter Kickers eingetauscht - ein Fingerzeig auf seine Entscheidung, die er dem Verein am Sonntagmorgen mitteilte. Er werde das Vertragsangebot der Cottbuser nicht annehmen, so Perdedaj. Der Kosovare begründete: "Der FCE hat mir ein sehr ordentliches Angebot gemacht und das auch noch mal nachgebessert. Es gibt für mich aber eben auch Optionen aus der 2. Liga. Da will ich hin, nachdem ich bei Hertha schon Bundesliga-Luft geschnuppert habe."

Trainer Stefan Krämer zeigte Verständnis für diese Entscheidung: "Natürlich ist es schade, dass Fanoli geht. Aber er hat immer mit offenen Karten gespielt, hat Angebote aus der 2. Liga. Es ist legitim, dass er sich unter diesen Umständen neu orientiert."

Perdedaj hatte sich unter Krämer zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt, absolvierte 31 Spiele in dieser Saison. In der Hinrunde war er oft als Rechtsverteidiger im Einsatz, inzwischen hat er sich den Platz im zentralen Mittelfeld erkämpft. Auf seiner Lieblingsposition lieferte der 23-Jährige auch gegen Stuttgart eine ordentliche Leistung ab. Mit seiner Laufbereitschaft, seiner Zweikampfhärte und der guten Ballbeherrschung hat er sich bei einigen Zweitligisten auf den Zettel gespielt.

Nach anderthalb Jahren bei Energie verlässt Perdedaj also die Lausitz - oder vielleicht doch nicht? Sein Berater Maikel Stevens - der Sohn von VfB Stuttgarts Trainer Huub Stevens - erklärte am Sonntag gegenüber der RUNDSCHAU: "Wir waren da immer völlig offen gegenüber dem Verein. Und zum jetzigen Zeitpunkt konnten wir das Angebot nicht annehmen." Energie habe früh Planungssicherheit haben wollen - für Perdedaj zu früh. "Wir wollen alle Angebote genau sondieren", so Stevens.

Der Spielerberater wollte ausdrücklich nicht ausschließen, dass Perdedaj sich zu einem späteren Zeitpunkt doch noch für den FCE entscheiden könnte. Er betont jedoch auch: "Energie will natürlich auch planen und wird sich für diese Position jetzt sicher umschauen." Energies Sportlicher Leiter Roland Benschneider hatte zuvor schon erklärt: "Wenn Fanol absagt, prüfen wir unsere Optionen. Bei Perdedaj ist derweil etwas Wehmut zu spüren: "Die Fans haben es am Sonnabend noch mal erschwert, als sie meinen Namen gerufen haben." Wer weiß - vielleicht können sie das in der kommenden Saison ja doch wieder tun.