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Explosionsgefahr bei Energie

Mit heißem Herzen bei der Sache: Energie-Trainer Stefan Krämer fordert einen Heimsieg am Samstag gegen Fortuna Köln.
Mit heißem Herzen bei der Sache: Energie-Trainer Stefan Krämer fordert einen Heimsieg am Samstag gegen Fortuna Köln. FOTO: Eisenhuth/tei1
Cottbus. Von wegen die Saison ist vorbei! Trainer Krämer warnt Energie Cottbus davor, die Spielzeit abzuschenken. Es droht Explosionsgefahr, erklärt Krämer vor dem Heimspiel gegen Köln. Frank Noack

Stefan Krämer ist - man möge das Wortspiel bitte nach sehen - ein Energie-Bündel. Er gehört ganz gewiss nicht zu jenen Trainern, die bei der Ausübung ihrer Arbeit nur ruhig an der Seitenlinie rumstehen. Krämer ist laut, Krämer ist wild. Kurzum: Krämer ist immer mit heißem Herzen bei der Sache. Man will sich deshalb lieber nicht vor stellen, wie es ist, wenn dieser Stefan Krämer dann auch noch richtig explodiert. Vor dem Heimspiel gegen Fortuna Köln an diesem Samstag (Beginn: 14 Uhr, Stadion der Freundschaft) hat der 48-Jährige trotzdem eine Explosionsgefahr ausgerufen. "Wer jetzt aufgibt und sich später schwarz ärgert, weil es vielleicht doch nochmal eine Chance gibt, um oben heranzukommen - dann explodiere ich", sagt Krämer.

Explosionsgefahr in Cottbus? Bei der Pressekonferenz am Donnerstag setzte der Coach in verbaler Hinsicht ein unmissverständliches Zeichen: Es solle niemand glauben, Energie hätte sich schon aufgegeben und schenke den Rest der Saison ab. Das Zeichen war an die Fans, aber wohl auch an die eigene Mannschaft gerichtet. Immerhin hat Energie aus den zurückliegenden drei Partien nur einen Punkt geholt und damit spätestens mit der jüngsten 0:3-Niederlage bei Arminia Bielefeld die gute Ausgangsposition in der Tabelle verspielt. "Natürlich - vor drei Wochen hatten wir eine deutlich bessere Ausgangsposition als heute. Und natürlich ärgern wir uns darüber, dass wir durch eigene Fehler dazu beigetragen haben, dass die Ausgangsposition nun so schlecht ist", sagt Krämer. "Trotzdem haben wir noch sieben Spiele. Und wenn ich nur einem anmerke, er denkt, er könne die Saison jetzt austrudeln lassen - egal, ob in der Mannschaft, um die Mannschaft herum oder im Verein - der kriegt den größten Ärger mit mir, den er sich vorstellen kann."

Es sei "der größte Fehler, den man machen kann: jetzt die Saison schon abzuschenken", betont Krämer und verspricht: "Das wird uns aber nicht passieren."

Den Beweis dafür muss die Mannschaft am Samstag gegen Köln antreten. Also einem Gegner, der mitten in der Krise steckt und am Dienstag auch noch aus dem Mittelrhein-Landespokal geflogen ist - gegen den Viert ligisten Viktoria Köln. In der Liga ist die Fortuna seit sechs Spielen sieglos. In dieser Zeit gelang ihr nur ein einziges Tor.

Das hört sich nach einer machbaren Aufgabe an - und ist es natürlich auch. Trotzdem ist Energie gewarnt, denn im Hinspiel gab es eine 0:3-Klatsche in Köln. Krämer und sein Team wurden in dieser Partie nach allen Regeln der Kunst durch Konter auseinander genommen.

Nun soll es also die Wiedergutmachung geben. Für diese 0:3-Schlappe, aber natürlich auch für die jüngsten Niederlagen. Obwohl Energie weiterhin auf Platz sechs rangiert, ist der Abstand zum Relegationsrang drei auf sieben Punkte angewachsen. Sieben Punkte in sieben Spielen aufzuholen, ist eine Herkules-Aufgabe. Krämer fordert seine Mannschaft dennoch auf, bis zum Schluss alles zu versuchen. "Wer jetzt aufhört und rumjammert, mit dem komme ich nicht zusammen", meint der Coach und bedient sich einer Anleihe aus dem musikalischen Bereich: "So lange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende. Wer das anders sieht, kriegt Ärger mit mir, aber richtigen Ärger."