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| 17:04 Uhr

Exklusiv: Wollitz erhält Rückenwind für seine Fußball-Revolution

Cheftrainer Claus-Dieter (Pele) Wollitz (Energie Cottbus)
Cheftrainer Claus-Dieter (Pele) Wollitz (Energie Cottbus) FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Eine deutschlandweite RUNDSCHAU-Umfrage zeigt: Die von Energie-Trainer Wollitz geforderte Regionalliga-Reform erhält Zustimmung – viele Clubs wollen sich wehren. Der DFB gerät unter Druck. Von Jan Lehmann, Frank Noack, Christian Schenk und Michèle-Cathrin Zeidler

Mit wehender Fahne und viel Rückenwind - Trainer Claus-Dieter Wollitz und der FC Energie Cottbus könnten die Anführer einer Fußball-Revolution werden. Eine deutschlandweite Umfrage der Lausitzer Rundschau unter allen 91 Vereinen der fünf Fußball-Regionalligen belegt: Die vom Cottbuser Coach geforderte Reform erhält in der gesamten Bundesrepublik viel Zustimmung. 85 Prozent der Umfrage-Teilnehmer (40 der 91 Clubs nahmen teil) lehnen die aktuelle Regelung mit der umstrittenen Aufstiegsrelegation ab, weil in diesen K.o.-Spiele in jedem Jahr einige Regionalliga-Meister scheitern und deshalb nicht aufsteigen können.

Das könnte auch Energie Cottbus passieren, falls die Lausitzer in der Regionalliga Nordost noch Tabellenführer Jena abfangen.

Die RUNDSCHAU-exklusiven Umfrage-Ergebnisse sind Rückenwind für Trainer Wollitz, der am Wochenende mit seiner Streik-Idee für Wirbel gesorgt hatte. Der Cottbuser Coach hatte erklärt: „Ich möchte einfach, dass diese Liga mehr lebt und interessanter wird. Im Moment macht man diese Liga total kaputt. Aber das interessiert den DFB nicht.“

Für Wollitz ist es entscheidend, dass der Meister direkt aufsteigen darf. Ansonsten sieht er die Zukunft der kleinen Vereine gefährdet. Um den Verband zu einem Umdenken zu bewegen, scheut sich der Cottbuser Trainer auch nicht, die Spitze des Deutschen Fußball Bundes (DFB) zu attackieren. Dafür warf er jüngst dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel „Populismus“ vor. Zuletzt sage er sogar: „Wie der DFB die kleinen Vereine unterstützt, ist in Lächerlichkeit nicht zu überbieten.“

Wollitz begehrt auf - und so wie es aussieht, hat die mögliche Fußball-Revolution aus der Lausitz eine echte Chance. Viele Viertliga-Vereine erklärten in der RUNDSCHAU-Umfrage, sich einer möglichen gemeinsamen Initiative anschließen zu wollen, die beim DFB für eine Neuregelung der Aufstiegsmodalitäten eintritt.

Zuspruch gibt es dafür nicht nur vom FCE-Meisterschaftskonkurrenten aus Jena, sondern auch von großen Clubs wie dem Hamburger SV oder dem VfL Wolfsburg.

Der DFB gerät angesichts dieser Umfrage-Ergebnisse weiter unter Druck. Bisher gibt es vom Verband noch keine Stellungnahme - doch wie lange können die Verantwortlichen die Revolutionsstimmung noch ignorieren?

Lesen Sie in der RUNDSCHAU am Dienstag: Alle Ergebnisse der LR-Umfrage, drei mögliche Konsequenzen daraus - und so reagiert der Verband auf die Streik-Idee des Energie-Trainers.