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| 15:06 Uhr

Ehemalige Cottbuser glänzen jetzt in Paderborn
Mamba sagt „Größeres“ voraus

 Der Ex-Cottbuser Streli Mamba (vorne) freut sich über sein Tor für den SC Paderborn zum zwischenzeitlichen 2:2.
Der Ex-Cottbuser Streli Mamba (vorne) freut sich über sein Tor für den SC Paderborn zum zwischenzeitlichen 2:2. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Cottbus/Leverkusen. Mutig und offensivstark – doch am Ende ohne Punkte in Leverkusen. Der SC Paderborn bereichert die Fußball-Bundesliga. Ehemalige Cottbuser haben dabei einen entscheidenden Anteil.

Für manch einen sind sie ein Zufalls-Aufsteiger und folglich der Absteiger Nummer eins. Doch gleich beim beeindruckenden Comeback bewies der SC Paderborn, dass er in der Bundesliga etwas ganz anderes sein kann: Ein Garant für Spektakel. Das 2:3 (2:2) beim Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen zeigte trotz der Niederlage, dass der bedingungslose Offensiv-Fußball wohl der richtige Weg für die Paderborner ist. Und so zeigten sich die Ostwestfalen danach genauso forsch wie während der 90 Minuten.

„Gegen uns können sich alle warm anziehen. Da wird es für keinen leicht. Wir sind für jeden Gegner eklig“, tönte Streli Mamba. Der vom Drittliga-Absteiger Energie Cottbus gekommene Stürmer schoss in seinem ersten Bundesliga-Spiel sein erstes Tor und richtete sich anschließend an alle Spötter. „Vor dem ersten Spieltag zu sagen, wer Absteiger Nummer 1 ist, ist Schwachsinn“, sagte der 25-Jährige, für den Paderborn der zwölfte Verein seit 2008 ist: „Am 34. Spieltag wird abgerechnet. Und da könnt Ihr Euch alle auf Größeres gefasst machen.“

Auch bei seinen Kollegen ließ sich durchaus Genugtuung all denjenigen gegenüber erkennen, die den Durchmarschierer aus der 3. Liga schon im Vorfeld als chancenlos abgeschrieben haben. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht das Kanonenfutter der Liga sind“, sagte Kapitän Christian Strohdiek (31). Und Routinier Uwe Hünemeier (33), der von 2010 bis 2013 ebenfalls bei Energie Cottbus spielte, erklärte: „Was andere über uns urteilen, kann uns egal sein. Heute hat jeder gesehen, dass wir in die Bundesliga gehören.“

Dort können die Paderborner ein belebendes Element sein, weil sie nicht mauern, sondern eisern an ihrer gnadenlos offensiven Spielweise festhalten wollen. „Wer uns kennt, weiß, dass wir die Eier dazu haben“, betonte ein anderer ehemaliger Cottbuser, Trainer Steffen Baumgart. „Wenn man das Ergebnis weglässt, kann man zufrieden sein. Die wichtigste Erkenntnis war, dass unser Fußball funktioniert“, sagte Baumgart, der das Energie-Trikot von 2004 bis 2008 trug.

Bevor der frühere Profi nach Mainz aufbrach, um im Aktuellen Sportstudio des ZDF die Strategie und die Philosophie des als Aufsteiger Nummer eins gehandelten Erstliga-Rückkehrers zu erläutern, pustete es erstmal kurz durch. „Wir wissen, dass wir uns das ein oder andere blaue Augen holen werden, aber grundsätzlich können wir jedes Spiel mit der richtigen Einstellung in unsere Richtung lenken, das hat man auch gegen Leverkusen gesehen. Wir haben gegen eine der besten Bundesligateams einen offenen Schlagabtausch provoziert.“

Die beiden ersten Rückstände durch die Gegentore von Leon Bailey (10.) und Kai Havertz (19.) konterte der SCP in der 15. Minute durch Sven Michel – der nächste Spieler mit Cottbuser Wurzeln (2014 bis 2016) – und eben Mamba (25.). Erst nach dem dritten Rückstand durch Kevin Volland (70.) war der Aufsteiger geschlagen. „Dieser Mut, das ist unser Gesicht“, sagte Baumgart. Abwehrspieler Mo Dräger versicherte: „Wir haben die Qualität und die körperliche Fitness, das durchzuhalten. Deshalb werden wir glaube ich bis zum Saisonende nichts dran ändern. Egal, wie groß die Rückschläge sein werden.“

Die Vereinsführung stützt dies. „Wir wollen kein 0:0 über die Zeit retten. Und das können wir auch gar nicht. Das steckt in unseren Spielern nicht drin“, sagte Geschäftsführer Martin Przondziono und meinte: „Deshalb ziehen wir das durch. Es wäre der völlig falsche Weg, dass irgendwann wegen einer Niederlage oder Druck von außen zu ändern. Schließlich haben schon in der 2. Liga viele gesagt, das wird nicht gehen.“ Und am Ende stand der Aufstieg.

(dpa/sid/jag)