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Fußball
Ex-Cottbuser Krämer: „Bitte kein Duell gegen Energie“

Cottbus. Der ehemaliger Energie-Coach unterschreibt beim KFC Uerdingen und will mit dem Traditionsclub zurück in den Profifußball. Ausgerechnet Cottbus könnte ihn daran hindern.
Mit Energie Cottbus bejubelte Trainer Stefan Krämer mit den Fans den Sieg im Landespokal. Nun hofft er darauf, nicht gegen den FCE antreten zu müssen.
Mit Energie Cottbus bejubelte Trainer Stefan Krämer mit den Fans den Sieg im Landespokal. Nun hofft er darauf, nicht gegen den FCE antreten zu müssen. FOTO: Sven Bock

Von Frank Noack

Stefan Krämer muss herzlichen lachen, als ihn die RUNDSCHAU am Donnerstagnachmittag am Telefon erreicht. Der 50-jährige Ex-Coach von Energie Cottbus ist zurück auf der Trainerbank. Krämer soll den KFC Uerdingen zur Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga West führen. Er löst Michael Wiesinger ab, von dem sich der Krefelder Club nach vier Pflichtspielen ohne Sieg am Donnerstagvormittag trotz Tabellenplatz zwei getrennt hatte. Wenn der Fußballgott es will, dann treffen Krämer und der FC Energie in den Aufstiegsspielen im Mai als direkte Konkurrenten aufeinander. Das wäre ein Ding – findet auch Krämer und schmunzelt: „Am liebsten wäre mir, beide Clubs steigen auf. Dann dürfen wir aber natürlich nicht gegeneinander spielen. Mir liegt nach wie vor viel an Cottbus. Ich hatte eine schöne Zeit in der Lausitz.“

Der gebürtige Mainzer trat den Trainerjob beim FC Energie nach dem Abstieg aus der 2. Liga im Juli 2014 an. Mit seiner kommunikativen Art sammelte Krämer viele Sympathiepunkte in der Lausitz und war beliebt bei den Fans, im Verein sowie bei den Sponsoren. Unvergessen sind die Jubelbilder, als er nach dem Landespokalsieg im Jahr 2015 bei Union Fürstenwalde auf den Zaun kletterte und die Jubelgesänge der Fans dirigierte.

Stefan Krämers Zeit bei Energie Cottbus FOTO:

In der Tabelle der 3. Liga sammelte Krämer aber zu wenige Punkte. Im September 2015 wurde er beurlaubt. Von Januar 2016 bis Oktober 2017 arbeite er dann bei Rot-Weiß Erfurt.

Nun ist Stefan Krämer also wieder  im Rheinland tätig. „Mein Ziel war es, nach Cottbus und Erfurt diesmal näher der Heimat zu sein. Uerdingen ist ja nur einen Katzensprung von Köln entfernt und der KFC ein Traditionsverein, der zurück in den Profifußball will. Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung“, betont Krämer.

Uerdingen ist als Tabellen­zweiter punktgleich mit dem Spitzenreiter Viktoria Köln, hat aber schon zwei Spiele mehr absolviert als der große Rivale um den Staffelsieg. Beim KFC trainiert Krämer mit Alexander ­Bittroff, Christian Müller, Christopher Schorch und Charles Takyi ab sofort auch vier Spieler, die ebenfalls eine Cottbuser Vergangenheit haben. Bittroff hätte Krämer damals nach dem Zweitliga-Abstieg gern gehalten. Der Verteidiger aus Senftenberg entschied sich jedoch für einen Wechsel zum FSV Frankfurt.

All das verspricht Spannung für die Auslosung der Aufstiegsspiele am 7. April. Krämer hat deshalb einen dringlichen Wunsch an den Fußballgott: „Wenn dort oben einer zuhört – bitte kein direktes Duell von Uerdingen gegen Energie Cottbus.“