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| 18:45 Uhr

Fußball
Energie zwischen Meuselwitz, Marathon und Massagebank

Auf die Mannschaft kommt einiges zu in den nächsten Wochen.
Auf die Mannschaft kommt einiges zu in den nächsten Wochen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Auf Energie Cottbus wartet ein Marathon. Darauf will der Trainer mit frischen Kräften reagieren – aber auch mit Mountainbikes und Tischtennis. Von Steven Wiesner und Frank Noack

Energie Cottbus ist in eine intensive Phase gestartet. Das Nachholspiel am Mittwoch (18 Uhr/LR-Liveticker) in Meuselwitz wird die Fortsetzung eines kleinen Pflichtspiel-Marathons für den Tabellenführer der Regionalliga Nordost. Neun Ansetzungen hält dieser Marathon in den kommenden 32 Tagen für Energie bereit. Schon am Sonntag geht es weiter im Stadion der Freundschaft gegen Lok Leipzig, danach darf Cottbus zwar eine Woche pausieren, dann aber bis zum 29. April im Mittwoch-Sonntag-Rhythmus durchspielen.

Auf die Mannschaft von Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz kommt also einiges zu. „Klar wird das schwer“, sagt Maximilian Zimmer. „Wir hatten zuletzt keinen Rhythmus. Mal haben wir gespielt, dann wieder nicht. Aber diese Herausforderung müssen wir annehmen. Es haben ja alle dieses Programm, da gibt es keine Ausreden.“

Dennoch wird spannend zu be­obachten sein, wie ein Viertligist ein Pensum wegsteckt, an das sich sonst nur europäische Topklubs zu gewöhnen haben. Denn Energie wird in besagtem Zeitraum genauso viele Spiele absolvieren wie der FC Bayern, der im besten Falle drei K.o.-Spiele in der Champions League und ein Halbfinale im DFB-Pokal bestreiten muss.

„Belastungssteuerung“ heißt deshalb Wollitz‘ Zauberwort. „Die aktive Regeneration soll im Vordergrund stehen“, sagt der Coach. So waren die Spieler, die den Finaleinzug in Fürstenwalde erkämpft haben, am Sonntag und Montag nur mit Mountainbike, Basketball, Tischtennis und Massagen beschäftigt. „All das, was Spaß macht und ein bisschen wegführt vom Fußball“, so Wollitz, der seine Profis am Donnerstag auch wieder in die Kältekammer schicken will, um die bestmögliche Erholung zu gewährleisten.

Und natürlich kann der FCE auch von seiner Kadertiefe profitieren, die in der Regionalliga ihresgleichen sucht. „Wir haben nicht nur elf gute Spieler, sondern 24“, sagt Wollitz, der die Rotation bei der Pressekonferenz am Montag zwar nicht laut ausrief – aber zwischen den Zeilen zumindest ausflüsterte. „Ich glaube nicht, dass neun Spiele in 32 Tagen gut sind für einen Spieler in der Regionalliga. Wir wollen in jedem Spiel eine ausgeruhte und ausbalancierte Mannschaft auf den Platz schicken.“

Das könnte bedeuten, dass in den englischen Wochen vermehrt Spieler Minuten bekommen, die sich bisher hinten anstellen mussten. Spieler wie Alexander Siebeck und Kevin Scheidhauer, die erst im Winter zu einer längst gefestigten Mannschaft gestoßen sind, oder Felix Geisler und Jonas Zickert, die von Verletzungen ausgebremst wurden und nach Spielpraxis lechzen. „Es geht darum, jeden Spieler in seinen Rhythmus zu bringen“, sagt Wollitz. Weil er weiß, dass er jeden einzelnen in einem aufreibenden Saison-Finale brauchen wird. „Wir wollen alle Jungs mitnehmen.“