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| 16:58 Uhr

Fußball
Wollitz setzt auf Magdeburg-Effekt

Im Drittliga-Spiel bei den Würzburger Kickers kamen die Cottbuser Profis in den Zweikämpfen oft einen Schritt zu spät.
Im Drittliga-Spiel bei den Würzburger Kickers kamen die Cottbuser Profis in den Zweikämpfen oft einen Schritt zu spät. FOTO: imago/HMB-Media / Heiko Becker
Cottbus. FCE-Trainer erhofft sich von seinem Team nach der Würzburg-Niederlage einen Lernprozess. Von Jan Lehmann

Dass Drittliga-Niederlagen kein Beinbruch sind, konnte man bei Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz am Sonntag nach dem 1:3 in Würzburg im Gesicht sehen: In der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte der Cottbuser Trainer: „Wir fahren jetzt enttäuscht nach Hause“ – und lächelte dabei. Beim emotionalen Coach ein eher ungewöhnliches Minenspiel direkt nach einer Niederlage.

Doch wenn man so will, hatte Wollitz die Niederlage in Würzburg vielleicht sogar schon ein bisschen kommen sehen. Nicht umsonst hatte er versucht, der Mannschaft mit drei Veränderungen in der Startelf neue Impulse zu geben. Maximilian Zimmer war nicht im Kader, Streli Mamba saß vorerst auf der Bank. Wollitz berichtete: „Ich habe im Training schon gesehen, dass auch der eine oder andere müde ist.“

Das war dann auch auf dem Spielfeld im Stadion auf dem Dallenberg nicht zu übersehen. Etwas kraftlos hatten die Cottbuser am Ende der ersten englischen Drittliga-Woche dem Gastgeber nicht genügend entgegenzusetzen. Dabei agierte Würzburg keineswegs überragend, aber mit deutlich mehr Wucht.

Wollitz hofft deshalb jetzt auf den Magdeburg-Effekt. Denn das Testspiel gegen den Zweitliga-Aufsteiger war vor fast genau einem Monat ähnlich verlaufen. Energie hatte am Magdeburger Stadtrand gegen den körperlich überlegenen FCM mit 1:3 verloren und konnte sich damals glücklich schätzen, nicht noch mehr Gegentreffer kassiert zu haben.

Danach hatte Energie-Trainer Wollitz betont: „Wenn wir unser Spiel durchdrücken wollen, müssen wir im Zweikampfverhalten besser und in unserem Handeln schneller werden. Sonst werden wir unsere Spielstärke nicht umsetzen können.“ Wollitz rief damals sogar den sofortigen Abstiegskampf aus – obwohl die Drittliga-Saison noch nicht mal begonnen hatte.

In Würzburg wurde deutlich, wa­rum der Coach damit wohl recht hatte. Wenn die Cottbuser nicht die volle Energie auf den Rasen bekommen, wird es in der 3. Liga ziemlich schwer. Energie ist noch nicht so weit, die Gegner allein mit Ballsicherheit und individueller Klasse zu beeindrucken. Das ist in der höheren Liga Normalprogramm. Stattdessen sind die Spiele ein fortwährender Abnutzungskampf, in denen er selten Schönheitspreise vergeben werden.

Für Wollitz steht fest: „Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir unsere Frische auf den Platz bringen.“ Nach der Niederlage in Magdeburg habe seine Mannschaft schnell kapiert, was damit gemeint sei. Der tolle Saisonstart mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen war das Ergebnis dieses Lernprozesses. 

Auf eine ähnliche Reaktion hofft Wollitz nun erneut. Damit er bald wieder bei einer Pressekonferenz als Sieger lächeln kann.