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Energie will Tabellenführer Jena jetzt jagen

Volle Attacke! Das gilt hier auch für die FCE-Profis (v.r.) Joshua Putze, Fabio Viteritti, Avo Spahic und José-Junior Matuwila.
Volle Attacke! Das gilt hier auch für die FCE-Profis (v.r.) Joshua Putze, Fabio Viteritti, Avo Spahic und José-Junior Matuwila. FOTO: Picture Point/pfr1
Nach dem 0:0 im Spitzenspiel liegt Energie weiter neun Punkte hinter Tabellenführer Jena. Die RUNDSCHAU hat beide Clubs analysiert und nennt neun Gründe, warum dieser Rückstand noch nicht das Ende der Cottbuser Meisterträume bedeuten muss. Frank Noack

Leistung in Jena: Energie war beim 0:0 am Donnerstag in Jena auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer. Der FCE bekam auch von den Gastgebern viel Lob. Jena-Kapitän René Klingbeil: "Cottbus war die beste Mannschaft, gegen die wir bisher gespielt haben." Ein Neun-Punkte-Unterschied zwischen beiden Teams war nicht zu erkennen.

Formkurve: Energie konnte Jena den ersten Punktverlust beibringen. Der FCE selbst hat nach holprigem Saisonstart und der bitteren Pleite in Schönberg drei der letzten vier Spiele gewonnen und kein einziges Gegentor kassiert. Trainer Claus-Dieter Wollitz verabschiedete sich mit einer Kampfansage aus Jena: "Wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Nach dem 9. Spieltag wurde noch nie eine Meisterschaft entschieden."

Zusammenwachsen: Das neu formierte Team gewinnt immer mehr an Struktur. Die Abwehrreihe verkraftete in Jena auch den frühen Ausfall von Lasse Schlüter. Im Mittelfeld hat sich Tim Kruse nach einer Systemumstellung als Turm in der Schlacht etabliert. Dabei sind Spieler wie Kevin Weidlich oder Joshua Putze in Sachen Fitness noch längst nicht bei einhundert Prozent.

Jena Gegner: Der Tabellenführer hatte ein vergleichsweise leichtes Startprogramm - diese Aufgaben wurden von Jena aber eben auch makellos bewältigt. Energie hat allerdings die Spiele gegen Lok Leipzig, RB Leipzig II und den BFC Dynamo schon hinter sich.

Rückspiel: Falls es zu einem echten Endspiel um die Meisterschaft zwischen beiden Teams kommen sollte, spricht dann der Heimvorteil für Energie. Statt finden wird das Duell am ersten April-Wochenende 2017.

Zuverlässiger Torhüter: Mit Alexander Meyer hat Energie einen Glücksgriff gemacht, der absolut fokussiert spielt. Zeiss-Keeper Raphael Koczor gilt als Heißsporn. Auch am Donnerstag stand Koczor im Mittelpunkt, als er sich mit Energies 2,03 Meter großem Fitnesstrainer Christopher Busse anlegte. "Wahrscheinlich war Koczor sauer, dass er etwas kleiner ist", kommentierte Wollitz süffisant.

Steigerung im Sturm: Jena verfügt mit Manfred Starke und Timmy Thiele über die Toptorjäger der Liga. Beide haben gemeinsam schon elf Treffer erzielt. Bei Energie hoffen viele mit einer Leistungsexplosion des pfeilschnellen Streli Mamba - wenn er endlich sein Tor schießt! Dann könnte Mamba zu einer echten Hilfe für Benjamin Förster im Sturmzentrum werden.

Umfeld: In Jena schwelt der Konflikt zwischen dem belgischen Investor Roland Duchâtelet und der Club-Führung. Duchâ telet will mehr Einfluss. Die für September geplante Mitgliederversammlung wurde auf den 8. Oktober verschoben. Dann könnte der Streit eskalieren.

Glück für Jena: Klar, der neunte Grund ist im Grunde genommen nur so ein Bauchgefühl. Vielleicht haben die bei ihren acht Siegen in Serie nur selten überzeugenden Thüringer ihr Glück nämlich schon auf gebraucht. Jetzt ist Energie mit einer solchen Erfolgsserie dran!