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| 21:14 Uhr

Fußball
Energie verliert früh den Heimnimbus

Maximilian Zimmers Treffer zum 1:2 reichte Cottbus nicht. Zuvor hatte Halle schon früh zwei Tore geschossen.
Maximilian Zimmers Treffer zum 1:2 reichte Cottbus nicht. Zuvor hatte Halle schon früh zwei Tore geschossen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Cottbus unterliegt Halle nach schwachem Start. Die Abstiegsränge der 3. Liga rücken für den Aufsteiger wieder näher. Von Frank Noack und Jan Lehmann

Erst gab es einen lauten Knall, dann herrschte plötzlich Stille. Und ein wenig dunkler wurde es auch. So wie die Zuschauer kurz vor dem Anpfiff den Stromausfall auf der Haupttribüne im Stadion der Freundschaft erlebten, erging es am Mittwochabend auch den Profis von Energie Cottbus auf dem Rasen. Denn die Startphase der Gastgeber in diesem Nachholspiel gegen den Halleschen FC war praktisch ein einziger Stromausfall. Der Aufsteiger in die 3. Fußball-Liga konnte danach zwar den Schalter zumindest einigermaßen umlegen und ein Debakel verhindern. Trotzdem gab es am Ende die erste Heimniederlage in einem Liga-Spiel seit März 2017.

Damals verlor Energie gegen Auer­bach, diesmal den Gästen aus Halle mit 1:2 (1:2). In der Tabelle bleibt der FCE auf Platz 14 – allerdings punktgleich mit den Abstiegsrängen.

Energie war in diesem Ostderby vor 7817 Zuschauern zunächst ohne Strom und Cottbus also ohne Energie – Halle nahm die Einladung zum Toreschießen dankend und vor allem kombinationssicher an. Bentley Baxter Bahn in der 14. Minute sowie Björn Jopek (19.) erzielten die verdiente 2:0-Führung. Kurz danach traf Mathias Fetsch den Pfosten (21.). Energie entging nur um wenige Zentimeter einem Blitz-K.o.! Das Selbstvertrauen, welches seine Mannschaft laut Trainer Claus-Dieter Wollitz aus dem 2:1-Sieg am Samstag gegen den FSV Zwickau eigentlich mit in dieses zweite Ostderby innerhalb einer Woche mitnehmen sollte, hatte sich nach den beiden Gegentreffern in den Cottbuser Abendhimmel verflüchtigt.

Trainer Claus-Dieter Wollitz musste früh die Taktik ändern.
Trainer Claus-Dieter Wollitz musste früh die Taktik ändern. FOTO: Steffen Beyer

Auf der Haupttribüne war zu diesem Zeitpunkt das Licht übrigens längst wieder an. Und auch Wollitz betätigte einen entscheidenden Schalter. Denn der FCE-Coach stellte nach knapp einer halben Stunde sowohl Team als auch Taktik um. Abdulkadir Beyazit kam für den verletzten Lars Bender in die Mannschaft. Kevin Weidlich rückte auf die Rechtsverteidiger-Position von Bender. In der Offensive gab es jetzt wieder die aus der Regionalliga bewährte Viererkette im Mittelfeld plus Streli Mamba als einziger Sturmspitze.

Energie läuft gegen Halle hinterher FOTO:

Und plötzlich war wieder Licht im Spiel von Energie. Kurz nach dieser Umstellung erzielte Maximilian Zimmer den 1:2-Anschlusstreffer (31.). Die zahlreichen Ballverluste im Aufbauspiel in der Startphase wurden jetzt zu ordentlichen Ballstafetten. Cottbus stand unter Strom, auch wenn die Torgefahr bis zur Pause weiter überschaubar blieb.

Unmittelbar nach dem Wechsel scheiterte Beyazit frei vor Halles Keeper Kai Eisele (46.). Energie mühte sich nun redlich, fand aber nur selten ein Mittel gegen die robusten Gäste. In den hektischen letzten Minuten beorderte Wollitz zur Schlussoffensive auch noch Kapitän Marc Stein aus der Innenverteidigung ins Sturmzentrum nach vorn.

Die Erleuchtung in Form des Ausgleichs gab es für Energie nicht mehr – dafür Rot in der Nachspielzeit für José-Junior Matuwila.